• 20. April 2017 · 14:36 Uhr

Mercedes' Qualifying-Vorteil: Einfach der Hamilton-Faktor?

Im Rennen ist Mercedes 2017 angreifbar, doch im Qualifying sind die Silberpfeile noch immer das Maß aller Dinge - Macht das Auto oder der Fahrer den Unterschied?

(Motorsport-Total.com) - Die ersten drei Rennen der Formel-1-Saison 2017 haben gezeigt, dass Mercedes doch noch schlagbar ist. Nachdem die Silberpfeile zwischen 2014 und 2016 satte 51 von 59 Rennen gewannen , musste man sich im neuen Jahr bereits zweimal geschlagen geben. An der Stärke im Qualifying hat sich allerdings auch 2017 nichts geändert. Mercedes schnappte sich in allen drei bisherigen Rennen die Pole-Position und ließ Gegner Ferrari zumindest in dieser Hinsicht keine Chance.

Lewis Hamilton

Lewis Hamilton scheint im Qualifying auch 2017 das Maß aller Dinge zu sein Zoom Download

Die Mercedes-Stärke im Qualifying ist nicht neu. Zwischen 2014 und 2016 stand in 59 Rennen unfassbare 56-mal ein Silberpfeil ganz vorne. Bereits 2015 wurde bekannt, dass Mercedes einen speziellen Qualifyingmodus nutzt, um die Motoren in Q3 noch einmal richtig aufzudrehen. So trieb man die Konkurrenz in den vergangenen Jahren regelmäßig zur Verzweiflung.

Doch ist das wirklich der einzige Grund, warum der Serienweltmeister im Qualifying nicht zu schlagen ist? Ex-Weltmeister Damon Hill hat noch eine andere Theorie, die sich um Lewis Hamilton dreht. Er erklärt gegenüber 'Sky': "Lewis ist außerordentlich schnell, und die Lücke zu den Gegnern ist jetzt sehr eng." Daher vermutet er, dass nicht das Auto im Qualifying den Unterschied macht - sondern Hamilton.

Der Vollständigkeit halber muss erwähnt werden, dass Hill diese These bereits vor dem Qualifying in Bahrain äußerte. Dort hatte dann bekanntlich Valtteri Bottas - etwas überraschend - die Nase vorne. Das sah in den beiden ersten Rennen des Jahres allerdings noch anders aus. In Melbourne und Schanghai startete der Finne jeweils nur von Platz drei und musste sich nicht nur Hamilton sondern auch Sebastian Vettel geschlagen geben.


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Ob Bahrain nur ein "Ausrutscher" war, oder ob Bottas Hamilton im Qualifying dauerhaft gefährden kann, werden erst die kommenden Monate zeigen. In den beiden vergangenen Jahren war Hamilton im Qualifying jedenfalls regelmäßig schneller als sein damaliger Teamkollege Nico Rosberg. 2014 hatte der Deutsche die Nase im Qualifyingduell noch mit 12:7 vorne, doch 2015 und 2016 drehte Hamilton den Spieß mit 12:7 beziehungsweise 12:9 deutlich um.

Ende der vergangenen Saison stand der Brite sogar viermal in Folge auf Pole. "Eine Runde ist kein Rennen, aber es ist ein Maßstab für den puren Speed", erklärt Hill und weist darauf hin, dass Hamilton mittlerweile fast so viele Pole-Positions auf dem Konto hat wie Ayrton Senna. Der Brasilianer steht bei 65, Hamilton - noch - bei 63. Mehr hat kein anderer aktiver Pilot im Feld.


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Williams-Technikchef Paddy Lowe, der bei Mercedes viele Jahre mit Hamilton zusammenarbeitete, glaubt übrigens ebenfalls, dass in diesem Jahr der Fahrer einen größeren Unterschied im Qualifying machen kann. Laut dem ehemaligen Mercedes-Technikchef ist es in diesem Jahr "schwieriger", in der Qualifikation eine perfekte Runde auf den Asphalt zu zaubern.

Als Argument führt der 55-Jährige unter anderem an, dass es in diesem Jahr am Samstag teilweise große Unterschiede zwischen den Teamkollegen gibt. Standen die zwei Piloten eines Teams in den Vorjahren in der Startaufstellung häufig dicht zusammen, oder wie bei Mercedes meistens direkt nebeneinander, sind die Abstände in diesem Jahr teilweise deutlich größer. So standen in Bahrain beispielsweise lediglich die beiden Silberpfeile in der Startaufstellung in der gleichen Reihe.

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