• 03. September 2016 · 08:54 Uhr

Brisantes Gerücht: FIA-Rennleiter bei Teams auf Jobsuche?

Der Vertrag von FIA-Rennleiter Charlie Whiting läuft Ende 2016 aus, weshalb er sich nun (samt Insiderwissen) angeblich proaktiv bei einigen Teams anbietet

(Motorsport-Total.com) - Charlie Whiting ist bei der FIA der Mann für das operative Geschäft in der Formel 1. Er ist Rennleiter, Starter und Technischer Delegierter in Personalunion, er leitet jeden Freitag die Fahrerbriefings und ist Ansprechpartner für die Teams, wenn sie eine neue Innovation entwickeln und wissen wollen, ob diese legal ist. Als diese Schnittstelle zwischen FIA und Teilnehmern kennt der 64-Jährige Konstruktionspläne und Geheimnisse - kaum ein anderer hat so viel Insiderwissen über die Technik und die Grauzonen in der Formel 1 wie er.

Charlie Whiting

FIA-Rennleiter Charlie Whiting bietet sich angeblich bei Formel-1-Teams an Zoom Download

Dieses Insiderwissen wäre natürlich für jedes Team wie ein Sechser im Lotto, und so mutet es höchst brisant an, dass Whiting angeblich mit dem Gedanken liebäugelt, die FIA zu verlassen und für ein Formel-1-Team zu arbeiten. Das berichtet zumindest die Fachzeitschrift 'Auto Bild motorsport'. Demnach soll sich Whiting seit der Sommerpause proaktiv bei mehreren Teams angeboten haben.

Sein Vertrag bei der FIA läuft angeblich am Jahresende aus, und hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt, dass FIA-Präsident Jean Todt kein besonders großer Fan von Whiting ist. Todt hat (vermutlich genau deswegen) während seiner Amtszeit den ehemaligen Toro-Rosso-Ingenieur Laurent Mekies in Position gebracht, der theoretisch Whitings Nachfolge antreten könnte - und wesentlich billiger wäre.


Formel 1 2016: FIA-Rennleiter Whiting im Interview

FIA-Rennleiter Charlie Whiting spricht am Wochenende des Saisonauftakts im Interview über die neuen Regeln der Formel-1-Saison 2016 Weitere Formel-1-Videos

Denn Whiting, so hört man, besitzt einen hochdotierten Arbeitsvertrag, seit er Mitte der 1990er-Jahre vom damaligen Benetton-Teamchef Flavio Briatore umworben wurde. Briatore und Whiting waren sich praktisch einig, aber als McLaren-Boss Ron Dennis davon Wind bekam, lief dieser Sturm - ein handfester Skandal bahnte sich an. FIA-Präsident Max Mosley und Bernie Ecclestone verhinderten diesen, indem sie Whiting eine saftige Gehaltserhöhung zugestanden und diesen so zum Bleiben überreden konnten.

Aber das, was so manches Team womöglich zu zahlen bereit wäre, um an sein Wissen zu gelangen, kann die FIA als Gage sicher nicht rechtfertigen. Und so verwundert es wenig, dass Whiting diese Optionen zumindest mal auslotet - wenn die Gerüchte denn stimmen. Gut möglich auch, dass er letztendlich nur pokert, um seinen FIA-Vertrag noch einmal zu lukrativen Konditionen verlängert zu bekommen.

Laurent Mekies und Marcin Budkowski

Sicherheitsdirektor Laurent Mekies und Technik- und Sportkoordinator Budkowski Zoom Download

Einen namentlich nicht genannten Teamverantwortlichen zitiert 'Auto Bild motorsport' so: "Whiting einzustellen gäbe nur einen neuen Kriegsschauplatz und hat keinen Sinn. Das Team, das ihm mit seinem FIA-Insiderwissen einen Job geben würde, würde alle anderen gegen sich aufbringen. Man würde neues Benzin ins Feuer gießen, das innerhalb der Teams schon genügend lodert."

Vielleicht findet sich für Whiting im Zuge der Verhandlungen auch eine ganz neue Position innerhalb des FIA- oder Formel-1-Imperiums, ohne Zugehörigkeit zu einem Team. Aber eines ist klar: Wenn sich Todt darauf einlässt, ihn für eine solche Position noch einmal fürstlich zu entlohnen, dann mutmaßlich nur gegen die verbindliche Zusage, für kein Formel-1-Team zu arbeiten. Und zwar auf Lebenszeit...

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