• 12. Februar 2015 · 08:54 Uhr

Mercedes-Testprogramm macht McLaren Sorgen

Die sagenhafte Laufleistung des neuen Mercedes beim Jerez-Test sorgt bei McLaren-Rennleiter Eric Boullier für ein "beängstigendes Gefühl"

(Motorsport-Total.com) - Mercedes machte bei den ersten Testfahrten des Formel-1-Jahres 2015 deutlich, dass der F1 W06 Hybrid aus dem Stand so gut läuft wie kein anderer Bolide. Platz eins der Zeitenliste musste man beim Jerez-Test zwar Ferrari überlassen, doch in puncto Laufleistung stellte der neue Silberpfeil alle anderen Autos in den Schatten. Lewis Hamilton und Nico Rosberg umrundeten den Circuito de Jerez an vier Tagen mehr als 500 Mal.

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Eric Boullier mus sich angesichts der Mercedes-Frühform warm anziehen Zoom Download

Angesichts dieser Laufleistung bekommt man im Lager des ehemaligen Mercedes-Kundenteams McLaren das Zittern. "Es war beängstigend zu sehen, dass sie schon am ersten Testtag Boxenstopps probten", wird McLaren-Rennleiter Eric Boullier von 'Press Association' zitiert. So kann der Franzose im Sinne einer spannenden Saison "nur hoffen, dass die anderen aufgeholt haben". Aber: "Mercedes hatte 2014 einen derart großen Vorsprung. Ich sehe nicht, dass sie 2015 versagen werden."

Bei McLaren schlägt man sich angesichts des Honda-Comebacks derzeit noch mit anderen Sorgen herum. Der neue MP4-30 folgt dem sogenannten "Size-Zero"-Prinzip, das heißt, es wurde größter Wert auf Platzeinsparung gelegt. "Man kann deutlich sehen, dass das Heck des Autos einfach umwerfend ist", findet Boullier und präzisiert: "Weil das Auto so schmal konzipiert wurde, haben wir auch das Thema Kühlung ans Limit getrieben."

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Wann kann das McLaren-Duo Alonso und Button ernsthaft ins Geschehen eingreifen? Zoom Download

Auf dem Gebiet der Kühlung gab es beim Jerez-Test keine Schwierigkeiten, wie der McLaren-Rennleiter zufrieden anmerkt. "Das Auto lief ohne Kühlprobleme. Das bedeutet, wir können die Motoren mit kleineren Kühlern heißer laufen lassen", sagt Boullier und spricht von einer ersten "Erleichterung".

Dafür zwickte es beim Jerez-Test noch an anderen Ecken des neuen Boliden aus Woking. Vor allem die Elektrik bereitete Fernando Alonso, Jenson Button und dem gesamten Team noch Sorgen. Nach gerade einmal 79 Runden an vier Tagen hat man bei McLaren zunächst andere Baustellen, als die Spitze der Zeitenliste ins Visier zu nehmen. "Mit einem neuen Konzept und einem neuen Motorenpartner fällt es natürlich umso schwerer, rechtzeitig konkurrenzfähig zu sein. Je weniger wie fahren, desto schlechter", sinniert Boullier.

Der Zeitpunkt, ab dem man 100 Prozent aus dem McLaren MP4-30 und der Honda-Antriebseinheit RA615H herausholen kann, rückt "mit jedem Mal, bei dem wir unsere selbstgesteckten Ziele in puncto Laufleistung nicht erreichen, weiter nach hinten", wie Boullier weiß. Im Lager der Chrompfeile hofft man inständig, beim anstehenden Barcelona-Test (19. bis 22. Februar) mehr Kilometer zu schaffen als vor zwei Wochen in Jerez.

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