• 06. November 2014 · 19:42 Uhr

Sauber wehrt sich gegen Sutil: Fahrersituation 2015 klar

Während für Adrian Sutil nach der Bekanntgabe des Sauber-Fahrerpaarung 2015 noch Gesprächsbedarf herrscht, ist für das Team alles geklärt

(Motorsport-Total.com) - Auf die Release-Sensation von Sauber in der Nacht zum Donnerstag folgte der Pressekonferenz-Hammer von Adrian Sutil am Rande der Vorbereitungen auf den Grand Prix von Brasilien. "Sie haben zwei Fahrer bestätigt, aber das heißt nicht, dass beide Fahrer oder das Team auch fahren werden", lautete die Ansage des Gräfelfinger nachdem sein Team in für die kommende Saison zugunsten von Marcus Ericsson und Felipe Nasr gekickt hatte. Dass es genau das heißt, bestätigt nun aber Teamchefin Monisha Kaltenborn. Und so überraschend die Meldung auch gekommen sein mag, so sehr hat sich die Situation eigentlich auch schon abgezeichnet.

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Klärungsbedarf: Adrian Sutil gibt sich mit der Sauber-Situation nicht zufrieden Zoom Download

"Wir haben zwei Fahrer bekanntgegeben und mir ist nicht bekannt, dass im kommenden Jahr mehr als zwei Autos zum Einsatz kommen" erwidert Kaltenborn klar auf die öffentlichen Aussagen ihres Noch-Piloten. "Wir haben zwei Fahrer und so wird es sein. Wenn es da noch um andere Dinge geht, sind diese intern und müssen auch intern besprochen werden. Ich bin mir der Situation bewusst und weiß was ich tue. Wir haben unsere Fahrer bekanntgegeben und alles andere wird intern besprochen. Ich weiß nicht, warum er das gesagt hat, das muss man ihn selbst fragen. Was ich davon halte, werde ich ihm mitteilen."

Die gewünschten Gespräche wird Sutil also auf jeden Fall bekommen. Damit, dass es soweit kommen würde, hätte er aber rechnen können. "Ich bin seit vielen Jahren in der Formel 1, das ist ein etwas anderes Business", gibt er selbst zu und auch sein ebenfalls geschasster Teamkollege Esteban Gutierrez hatte so ein Gefühl: "Ich wusste es schon länger. Wenn man so lange Zeit mit Leuten zusammenarbeitet, dann kennt man sie ganz gut. Man erkennt die Körpersprache und so."

Nasr war schon länger in Verhandlungen

Auch der nun bei seinem Heimrennen, bei dem er noch als Williams-Testpilot im Training antreten darf, im Mittelpunkt stehende Nasr bestätigt, dass die Idee seiner Verpflichtung nicht erst gestern entstanden ist. "Ich habe mit Sauber seit längerer Zeit gesprochen", sagt er gegenüber 'Auto, motor und sport'. "Nicht nur mit Sauber, auch mit vielen anderen Teams. Vielleicht haben einige über die Fahrer spekuliert. Aber mein Manager Steve Robertson hat seit längerer Zeit mit Sauber gesprochen."

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Felipe Nasr ist der glückliche Neue bei Sauber in der kommenden Saison Zoom Download

Sutils Aussagen stören den 22-Jährigen weniger: "Ich kümmere mich nur um mich selbst. Ich wünsche ihm nur das Beste, hoffentlich kann er einen Platz finden." Als störender empfindet er eher, dass unterstellt wird, er habe sich den Stammplatz lediglich wegen seines Sponsors verdient.

"Da geht es nicht nur um Geld", so Nasr. "Ich hatte in meiner Karriere tolle Ergebnisse. Seit ich Sauber 2009 kennengelernt habe, als ich Formel BMW fuhr, haben sie meine Karriere verfolgt. Ich habe Sponsoren, die an mich glauben. Nicht nur für mich geht ein Traum in Erfüllung, sondern auch für diejenigen, die daran glauben und in die Formel 1 kommen wollen."

Finanziell ein Gewinn?

Mit dem Brasilianischen Talent kommt bei Sauber ab dem kommenden Jahr auch die Banco do Brasil an Bord. Auf das Geld von Gutierrez-Sponsor Telmex scheint man dann nicht mehr angewiesen. Ebenso wenig, wie auf die russische Finanzspritze, die man für Förderung von Sergei Sirotkin bekommen hat. Die Zusammenarbeit mit dem 19-Jährigen wird voraussichtlich nicht fortgeführt. "Ich gehe nicht davon aus, dass das im nächsten Jahr weitergehen wird", so Kaltenborn. "Es kommt auf seine Situation an, aber ich denke nicht, dass das weitergeht."

Für die Teamchefin gehört das Jonglieren mit den Geldgebern mittlerweile zum normalen Geschäft: "Man muss die Gesamtsituation in der Formel 1 betrachtet. Finanziell ist das eine große Herausforderung und private Teams müssen ihre Entscheidungen treffen. Die finanziellen Aspekte müssen in diese Entscheidungen mit einfließen. So ist die Situation, und für uns ist das nicht anders. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, wie wir schon viele solche Schritte gegangen sind."

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