• 18. April 2014 · 09:33 Uhr

Pirellis Hembery lobt Tests mit aktuellen Autos

Paul Hembery erklärt, warum sich Pirelli über Tests während der Saison freut und was aller Voraussicht nach die größte Herausforderung der Saison 2015 werden wird

(Motorsport-Total.com) - Auch in der Saison 2015 stehen der Formel 1 wieder einige Neuerungen bevor. Unter anderem wird es ab dem kommenden Jahr in der Königsklasse keine Heizdecken mehr geben. Das hat nicht nur Auswirkungen auf die Teams, sondern auch auf Reifenhersteller Pirelli. Deren Motorsportchef Paul Hembery spricht sich daher für Tests während der Saison aus, damit man sich optimal auf das kommende Jahr vorbereiten kann.

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Paul Hembery erklärt die Bedeutung der jüngsten Tests für Pirelli Zoom Download

"Wir beschäftigen uns mit dem Reifendruck und machen Versuche ohne Heizdecken, was ein großes Problem darstellt", sagt Hembery im Hinblick die jüngsten Tests in Bahrain und ergänzt: "Derzeit sieht es so aus, als wäre es sehr schwierig, es für die kommende Saison hinzukriegen, dass wir keine Heizdecken mehr verwenden, vor allem, wenn wir bei der derzeitigen Reifengröße bleiben."

"Wir arbeiten auch an der Struktur der Reifen. Derzeit konzentriert sich der Verschleiß sehr stark auf die Mitte des Reifens. Und mit den durchdrehenden Rädern könnte das dazu führen, dass die Reifen überhitzen. Wir versuchen also, da geringfügig etwas zu ändern. Wir müssen uns anschauen, wie weit wir bei den Tests kommen und wie viele Kilometer wir abspulen."

Techniker wünschen sich mehr Mischungen

Bei Pirelli ist man daher "froh, dass wir mit den aktuellen Autos testen können, vor allem, wenn es gleich nach einem Rennen passiert. In den drei Tagen gewinnen wir viele Daten. Wenn wir dann noch testen, dann wertet das die Daten auf - verglichen mit einem Test mit einem alten Auto, wenn wir auf irgendeiner Strecke ohne Referenzdaten testen."

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Der Supersoft-Reifen von Pirelli kam in dieser Saison bisher noch nicht zum Einsatz Zoom Download

Eine Herausforderung liegt laut Hembery darin, dass Pirelli nur vier verschiedene Mischungen seiner Pneus anbieten darf. Er erklärt: "Wenn es nach den Technikern ginge, dann würden wir für jede Strecke eigene Reifenmischungen liefern. Das mit vier Mischungen hinzukriegen, ist eine große Herausforderung."

"Eigentlich sind es ja nur drei, denn der Supersoft-Reifen wird nur bei zwei oder drei Strecken eingesetzt. Wir versuchen also, Streckentemperaturen von 15 bis 50 Grad abzudecken, von glatten Oberflächen, die an einen Esstisch erinnern, bis zu Malaysia-artigen rauen Oberflächen. Das sind große Unterschiede für drei Mischungen, was natürlich Kompromisse erfordert."

Wird der Reifendruck zum Problem?

Trotzdem rechnet man bei Pirelli in dieser Hinsicht nicht mit größeren Problemen: "Die Mischung ist möglicherweise der weniger entscheidende Aspekt. Das Aufwärmen betrifft ohnehin alle. Sie müssen drei Runden fahren, ehe der Reifen auf Temperatur ist - da rutschen sie ein bisschen herum. Wahrscheinlich sieht das sogar noch spektakulär aus", erklärt Hembery.

"Wenn es nach den Technikern ginge, dann würden wir für jede Strecke eigene Reifenmischungen liefern."Paul Hembery
"Die wahre Herausforderung ist aber der Reifendruck. Da geht es nicht nur um den anfänglichen Reifendruck, der könnte zu niedrig sein, denn der Druck steigt an. Es geht auch darum, was passiert, wenn man hinter dem Safety-Car fährt, um die Fahrbarkeit, wenn der Druck so stark ansteigt. Das ist derzeit unsere größte Sorge", verrät der Brite.
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