Sensationsdebütant Magnussen: Wie er von Hamilton profitiert

McLarens Sensations-Youngster Kevin Magnussen will sich von Lewis Hamiltons Schatten befreien - Doch selbst ihm ist bewusst, dass er vom Vorgänger profitiert

von Sven Haidinger · 21.03.2014 10:50

(Motorsport-Total.com) - Mit Vorbildern ist es so eine Sache. Zuerst eifert man ihnen nach, dann will man nicht ständig mit ihnen verglichen werden. Sebastian Vettel kann ein Lied davon singen - der vierfache Champion hatte nicht immer eine große Freude, wenn er auf Michael Schumacher angesprochen wurde. Kevin Magnussen ist nun der nächste: Der 21-Jährige meinte noch vor der Saison, dass er es Lewis Hamilton nachmachen wolle und ebenfalls wie der Brite bei seinem ersten Formel-1-Rennen einen Podestplatz erringen möchte.

Alles schon mal gemacht: McLaren leitet Kevin Magnussen in die richtige Richtung

Wie durch ein Wunder gelang das Kunststück: Magnussen wurde nach der Disqualifikation von Daniel Ricciardo sogar Zweiter, also einen Rang besser als Sensationsdebütant Hamilton in Australien 2007. Nun versucht Magnussen aber, sich vom Hamilton-Schatten zu befreien. "Mir ist schon klar, dass dieser Hamilton-Vergleich für Außenstehende interessant ist", sagt er gegenüber 'Auto Bild motorsport' (jetzt abonnieren!). "Aber ich versuche mein eigenes Ding zu machen."

McLaren wiederholt Efolgsprojekt

Ganz ohne Verweise auf Hamiltons McLaren-Debüt kommt er aber auch selbst nicht aus. Angesprochen auf die Art und Weise, wie er vom Team aus Woking auf sein Formel-1-Debüt vorbereitet wurde, hält der Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Jan Magnussen seine Strategie nicht lange durch.

Lewis Hamilton und Kevin Magnussen begegneten sich nur kurz auf der Strecke

"Vielleicht doch ein kurzer Schlenker zu Lewis' Zeit", lächelt er. "Er konnte parallel zur GP2 viel testen. Das ist heute nicht mehr erlaubt. Ich hatte fünf Tage in einem Formel-1-Auto, bevor ich nach Australien geflogen bin. Meine Vorbereitung beschränkte sich deshalb ganz auf den Simulator."

Dennoch profitierte Magnussen davon, dass McLaren bereits einmal einen Rookie erfolgreich zum Siegpiloten geformt hat: "Die gute Sache an dem Lewis-Ding ist aber, dass McLaren damit Erfahrung hat, einen jungen Fahrer auf die Formel 1 vorzubereiten. Wie Lewis musste ich zum Beispiel auch die Regeln studieren."

Button als Hilfe

Nicht nur das Team sorgt dafür, dass Magnussen eine optimale Vorbereitung genießt - auch Teamkollege Jenson Button, den der Däne gleich beim Debüt niederrang, zeigt ihm, worauf es in der Formel 1 ankommt. "Was Jenson auszeichnet, ist sein sehr präzises technisches Feedback", fällt Magnussen auf. "Da muss ich mich noch verbessern. Glücklicherweise ist Jenson mir gegenüber sehr offen."

Dem Neuling ist aber bewusst, dass ihm das unter der Führung von Urgestein Ron Dennis neu aufgestellte McLaren-Team keine Atempause gönnen wird. Die Erwartungshaltung ist nach der gelungenen Premiere sogar noch gestiegen: "McLaren hat Rennen und Weltmeisterschaften gewonnen. Siege und Titel erwarten sie jetzt auch von mir. Ein großes Ziel." Dennoch will er sich vom Druck nicht verrückt machen lassen: "Ich versuche es locker anzugehen."