• 03. Dezember 2013 · 22:38 Uhr

Wegen Gehältern: Lotus-Mitarbeiter verunsichert

Die Lotus-Krise scheint sich weiter hinzuziehen: Obwohl vom Geschäftsführer versprochen, wurden die Gehälter nicht zum Monatsende überwiesen

(Motorsport-Total.com) - In einer E-Mail an die gesamte Belegschaft in Enstone hatte Lotus-Geschäftsführer Patrick Louis am 22. November angekündigt, dass sich die aktuell fälligen Gehaltszahlungen verzögern könnten. Ferner versicherte er den Mitarbeitern aber, dass das "Worst-Case-Szenario" eine Auszahlung bis zum Ende des Monats sei.

Lotus-Mechaniker

Als Mitarbeiter des Lotus-Teams muss man in diesem Winter eine Menge Geduld haben Zoom Download

Doch laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist der Dezember angebrochen, ohne dass die Gehälter ausbezahlt wurden. Nun wächst die Verunsicherung bei den rund 500 Mitarbeitern, von denen sich einige bereits bei anderen Teams nach Jobmöglichkeiten erkundigt haben. Obendrein sickerte auch noch durch, dass Teamchef Eric Boullier und der Rest des hochrangigen Managements am Montag nicht in Enstone anwesend waren, was - unabhängig von den Gründen für die Abwesenheit - die Verunsicherung der Belegschaft weiter verschärft hat.

Zwar kann sich Lotus durch die Verpflichtung von Pastor Maldonado für 2014 über eine Finanzspritze in der Höhe von 20 bis 35 Millionen Euro freuen, wie Branchenkenner schätzen, doch angesichts der monatelangen finanziellen Schieflage reicht das offenbar nicht, um alle Verbindlichkeiten, die mit dem Formel-1-Team in Zusammenhang stehen, zu decken. Neben den Mitarbeitern warten auch mehrere Zulieferer noch auf ihr Geld.

Eric Boullier und Gerard Lopez

Unter Druck: Eric Boullier und Gerard Lopez kämpfen um das Überleben ihres Teams Zoom Download

Eine wichtige, aber auch undurchsichtige Rolle spielt dabei der Investor Andrew Ruhan, der im März dieses Jahres zunächst an die Spitze des Aufsichtsrats berufen wurde und dem im Mai zwei Prozent der Anteile an Gravity Motorsports SARL überschrieben wurden. Bei dieser in Luxemburg registrierten Firma handelt es sich wiederum um die Muttergesellschaft des Lotus-Formel-1-Teams. Was hinter diesem Investment steckt, darüber wird in der Branche munter spekuliert.

In Zusammenhang mit dem bereits im Juni angekündigten und angeblich rettenden Investor Quantum Motorsports (bis zu einer Namensänderung im Oktober als Infinity Racing bekannt) gibt es indes weiterhin keine handfesten Neuigkeiten. Von mehreren Quellen aus dem Lotus-Umfeld heißt es, dass der Deal endgültig vom Tisch ist, wenn bis Mitte der Woche kein Geld fließt.


Selbstporträt der Genii-Gruppe

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Im Formel-1-Paddock gibt es jedenfalls viele, die an Quantum zweifeln. Einer davon ist Nico Hülkenberg, der zugibt, sich nicht zuletzt wegen der Finanzkrise des Teams schon "vor ein paar Wochen" gegen Lotus entschieden zu haben: "Das kann man schon so sagen", bestätigt er auf Anfrage von 'Motorsport-Total.com' und ergänzt mit süffisantem Lächeln: "Diese Lotus-Geschichte mit dem neuen Investor hat sich schon etwas länger hingezogen."

Darüber hinaus hat Lotus bis dato als einziges Formel-1-Team noch keinen Motorenpartner für 2014 offiziell kommuniziert. Zwar wird allgemein davon ausgegangen, dass weiterhin Renault die Antriebseinheiten liefern wird, doch auch der französische Motorenhersteller wurde von der Lotus-Führung in der Vergangenheit vertröstet, wenn er ihm zustehendes Geld sehen wollte...

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