• 25. Oktober 2013 · 16:43 Uhr

Hembery mahnt: Schaut nach Phillip Island...

Bezüglich der fehlenden Testfahrten für 2014 verweist Paul Hembery auf die Vorkommnisse der MotoGP auf Phillip Island - Pirelli will Optionen in der Hinterhand

(Motorsport-Total.com) - Für Pirelli kommen die ersten Testfahrten der neuen Saison in Jerez (28.-31. Januar 2014) zu spät - oder der Saisonauftakt in Melbourne zu früh - wenn es um die Entwicklung der Rennreifen für die kommende Saison geht. Der italienische Reifenhersteller fordert noch vor dem Jerez-Test weitere Testfahrten, wenn man einen ordentlichen Pneu für die kommende Saison liefern will. Ansonsten sieht man sich eventuell nicht in der Lage, die Formel 1 überhaupt weiter zu beliefern.

Paul Hembery

Paul Hembery möchte kein weiteres Szenario wie Silverstone erleben Zoom Download

"Wenn man 1,5 Monate zwischen Bahrain (dem letzten Test Anfang März; Anm. d. Red.) und dem ersten Rennen haben würde, dann wäre das okay. Aber diesen Luxus haben wir leider nicht", klagt Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery über die ausrennende Zeit. Da ein Auto der kommenden Saison unmöglich zu beschaffen sei, würde er auch mit einem aktuellen oder zwei Jahre alten Modell Vorlieb nehmen. Denn das sei immerhin besser als nichts.

"Wir haben die Wahl: Man lernt nichts, wenn man nicht fährt gegenüber man lernt etwas, wenn man fährt. Nur so kann ich es ausdrücken", so Hembery. Man bekomme durch so einen Test zwar keine absoluten Daten im Hinblick auf 2014, aber zumindest relative. Was passiert, wenn ein Reifenhersteller keine ordentliche Vorbereitung genießt, habe man am vergangenen Wochenende auf Phillip Island zu sehen bekommen, wo die MotoGP aufgrund von Reifenproblemen verkürzte Rennen oder Pflichtboxenstopps fahren musste.

"Ich kenne die Details dort nicht, aber sie haben beim Event gut reagiert", muss er zumindest anerkennen, dass die richtigen Schlüsse in Australien gezogen wurden. "Ich denke das demonstriert, welch schweren Job die Reifenhersteller haben. Ich denke, jeder erwartet von uns manchmal, dass wir magische Dinge aus der Luft greifen. Man kann viel simulieren und viel Erfahrung haben, aber manchmal kommen einfach leider Dinge zusammen, die man nicht vorhersehen kann."

In der Formel 1 war das Rennen von Silverstone mit seinen zahlreichen Reifenschäden der Knackpunkt. Nach dem Grand Prix wechselte Pirelli die Reifenkonstruktionen aus und sah sich enormer Kritik ausgesetzt. Doch für Hembery sei die Situation ähnlich wie auf Phillip Island. "Nach dem Event ist man immer schlauer. Solche Dinge zeigen, dass es nicht so einfach ist, wie viele Leute glauben, Motorsport auf höchstem Level zu betreiben."

Damit solch ein Szenario in der Formel 1 nicht noch einmal vorkommt, fordert Hembery eben jene zusätzlichen Testfahrten ein, gegen die sich noch gesträubt werden. Zwar könne man mit konservativen Reifen überall problemlos fahren, doch spannend wäre dies irgendwann mitnichten. Der Brite will lieber mit der bisherigen Strategie fortfahren, auch wenn es Problemrennen gibt. "Der Schlüssel ist, noch ein paar Optionen im Schrank zu haben. Wenn man in eine unbekannte Situation geht, dann möchte man noch Möglichkeiten haben, um reagieren zu können." Und auch dafür braucht es Testfahrten.

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