• 10. Oktober 2022 · 12:17 Uhr

Max Verstappen: Die große Pressekonferenz des Weltmeisters

Max Verstappen spricht in der Weltmeister-Pressekonferenz über seine Saison, seinen zweiten Titel und auch darüber, wie Red Bull durch den schweren Start kam

(Motorsport-Total.com) - Mit seinem Sieg in Japan hat Max Verstappen seinen zweiten Weltmeistertitel in der Formel 1 unter Dach und Fach gebracht. Zwar wusste er beim Überqueren der Linie noch nicht, dass er Weltmeister war, aber das war er zu dem Zeitpunkt auch nicht. Erst eine nachträgliche Strafe für Charles Leclerc brachte ihm auch rechnerisch die Krone ein.

Foto zur News: Max Verstappen: Die große Pressekonferenz des Weltmeisters

Max Verstappen ist jetzt zweimaliger Formel-1-Weltmeister Zoom Download

Doch auch darüber gab es zunächst Verwirrung, weil vielen nicht klar war, welche Punkteverteilung es geben würde. Auch Red Bull und Verstappen selbst wussten nicht, ob es gereicht hatte oder nicht. Am Ende wurde der Niederländer aber als Weltmeister bestätigt.

In der großen Weltmeister-Pressekonferenz nach dem Rennen stand Verstappen dann Rede und Antwort. Er erzählte über seine Saison, die Höhen und Tiefen, und ab wann er wirklich überzeugt war, dass er in diesem Jahr Weltmeister werden würde.


Frage: "Max, es war eine wunderbare Saison für Sie. Fühlt sich diese Meisterschaft anders an als vergangenes Jahr?"
Verstappen: "Auf jeden Fall, es sind sehr unterschiedliche Gefühle. Aber das liegt auch daran, dass die ganze Saison ohnehin völlig anders war. Man fängt schon mit ganz anderen Autos an, mit einer ganz anderen Art, Rennen zu fahren. Und dann natürlich auch die Anzahl der Rennen, die wir gewonnen haben."

"Aber sie kamen auch alle auf eine ganz andere Art und Weise. Letztes Jahr war alles vom Qualifying abhängig, und so gewinnt man normalerweise ein Rennen. Jetzt sind wir trotz einiger Motorstrafen wieder nach vorne gekommen, und es war ein wirklich tolles Jahr. Und natürlich war es auch ein ganz besonderes Jahr, von dem ich denke, dass ich das in Zukunft nur schwer wiederholen kann."

"Deshalb denke ich, dass wir es wirklich schätzen sollten und es wirklich genießen müssen. Wir haben es bereits genossen, wahrscheinlich können wir es jetzt noch ein bisschen mehr genießen."


Frage: "Und es hier zu gewinnen in Suzuka, der Heimstrecke von Honda?"
Verstappen: "Das wäre perfekt gewesen. Also ja, im Moment fühlt es sich perfekt an. Es liegt nicht nur daran, dass wir mit Honda fahren, wir arbeiten schon seit ein paar Jahren mit ihnen zusammen, und vor all den japanischen Fans hier. Es liegt auch daran, woher wir gemeinsam kommen."


Fotostrecke: Die schönsten Jubelbilder von Max Verstappen

"Denn ich glaube, alle oder die meisten Leute haben uns für verrückt erklärt, als wir damals anfingen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil sie damals eine schwere Zeit hatten. Aber man darf nie aufgeben und muss sich voll und ganz dafür einsetzen, dass es klappt, und genau das ist passiert. Natürlich waren wir schon letztes Jahr sehr konkurrenzfähig, aber dieses Jahr sind wir noch besser."

"Und deshalb bin ich wirklich stolz auf das ganze Team und auch auf jeden bei Honda, der diese Mentalität an den Tag legt. Denn es ist schwer, wenn man viel Kritik einstecken muss. Und es gibt eine Menge Druck, denn die Leute verlangen viel. Man muss Leistung bringen, und man muss Ergebnisse zeigen. Aber ich denke, sie sind ruhig geblieben und wussten, was sie zu tun hatten. Und jetzt sehen wir, wo wir sind."


Frage: "Können Sie ein Highlight der Saison nennen?
Verstappen: "Ich glaube, ich muss das Spa-Wochenende wählen. Ich glaube, das war einfach eine totale Dominanz, die an solchen Wochenenden nur sehr selten auftritt. Und vor allem, als ich an diesem Abend nach Hause kam, fängt man an, ein wenig über das Wochenende nachzudenken. Und man stellt fest, dass es ziemlich verrückt und ziemlich besonders war."


Frage: "Und gab es auch einen Tiefpunkt?"
Verstappen: "Die größten Tiefpunkte waren die Ausfälle zu Beginn der Saison, denn selbst wenn man ein schlechtes Rennen hat, muss man immer Punkte holen. Und ein Ausscheiden ist das Schlimmste, was passieren kann."


Frage: "Wann haben Sie gedacht: Das kann ich gewinnen?"
Verstappen: "Ich meine, es gab ein paar Momente, in denen ich dachte, wir haben eine gute Chance, das Rennen zu gewinnen. Aber ich glaube, der Moment, in dem ich dachte, dass wir jetzt gewinnen werden, war nach Paul Ricard, als der Vorsprung um einiges größer wurde. Wir hatten ein recht konkurrenzfähiges Auto, und ich wusste, dass es in den kommenden Rennen ziemlich eng werden würde, aber ich dachte mir, dass wir diesen Vorsprung nicht mehr hergeben dürfen."


Frage: "Auch die Konstrukteurs-WM ist zum Greifen nah. Wie wichtig ist es, auch das ins Ziel zu bekommen?"
Verstappen: "Sehr. Das ist das nächste Ziel. Und ich werde alles geben, um sicherzustellen, dass wir auch das gewinnen."


Frage: "Sie sagten, dass es nicht nur um Ihren Titel geht, sondern auch ein großes Kompliment an das Team geht. Wenn Sie auf, sagen wir, Bahrain zurückblicken, was haben Sie in Bezug auf die Wettbewerbsfähigkeit für die Saison erwartet? Haben Sie erwartet, dass das Team unter dem neuen Reglement so konkurrenzfähig sein wird? Denn Sie mussten 2021 Vollgas geben und haben wahrscheinlich etwas später auf das neue Reglement umgestellt als, sagen wir, Ferrari und viele andere Teams?"
Verstappen: "Wenn man sich in einem so engen Kampf befindet, können andere Teams, die nicht in diesem Kampf sind, natürlich früher anfangen, weil sie in dem Jahr nicht viel zu gewinnen haben. Deshalb haben wir immer gedacht, dass der Saisonstart etwas schwieriger sein könnte."

"Aber wir waren positiv überrascht, dass wir so konkurrenzfähig waren. Aber es geht ja auch darum, Punkte zu holen, auch wenn man vielleicht nicht ganz da ist, wo man sein möchte. Und das haben wir nicht geschafft. Das war schon ein bisschen enttäuschend."

"Aber auf der anderen Seite sind wir alle ruhig geblieben. Natürlich waren wir nicht glücklich über das, was passiert ist. Aber wir haben trotzdem an alles geglaubt. Und ja, wir sind ruhig geblieben, haben das Auto verbessert, haben es leichter gemacht und haben einfach weiter in dieselbe Richtung, auf dasselbe Ziel hingearbeitet, und deshalb sind wir jetzt hier."


Frage: "Nach dem kontroversen Ende der letztjährigen Saison in Abu Dhabi und dem Sieg hier, nach einer so dominanten Vorstellung während der gesamten Saison, fühlt es sich so befriedigender an, Ihren zweiten Titel zu holen?"
Verstappen: "Wie ich schon sagte, ist es wegen der ganzen Saison anders. Schon letztes Jahr war es etwas ganz Besonderes für mich, einen Titel zu gewinnen. Aber dieses Jahr war es anders, auf jeden Fall schon, weil die Autos sehr unterschiedlich sind. Aber auch die Art und Weise, wie wir als Team gearbeitet haben. Okay, wir hatten einen schwierigen Start, aber ich denke, danach haben wir wirklich gut als Team gearbeitet. Wir haben kaum Fehler gemacht. Die beiden Jahre kann man nicht vergleichen."


Frage: "Glauben Sie, dass Sie dieses Jahr auf einem höheren Niveau fahren als im vergangenen Jahr?"
Verstappen: "Das finde ich schwierig. Ich denke, man blickt immer auf ein Jahr zurück und fragt sich: Was kann ich besser machen? Und ich denke, man versucht immer, ein kompletterer Fahrer zu sein. Aber man ist kein Roboter, man macht Fehler, jeder macht Fehler. Aber es geht darum, diese zu minimieren und in manchen Situationen auch das Risiko zu minimieren. Und ja, manchmal klappt das ein bisschen besser als wann anders. Aber insgesamt denke ich, dass es die ganze Saison über sehr gut funktioniert hat."


Frage: "Nach Ihrem letzten Titel in Abu Dhabi hatten Sie gesagt, dass Sie Ihr Ziel erreicht hätten und alles, was danach käme, sei ein Bonus. Was sind also die Statistiken und Ziele, die Sie von nun an auf persönlicher Ebene verfolgen wollen? Und wie wird das aussehen? Was werden Sie als nächstes tun?"
Verstappen: "Nun, ich habe noch ein paar Jahre in der Formel 1 vor mir. Ich hoffe also, dass wir noch ein paar Jahre lang konkurrenzfähig sein können. Ich möchte mehr Rennen gewinnen. Und potenziell möchte ich natürlich versuchen, mehr Titel zu gewinnen. Aber das ändert natürlich nichts an dem, was ich bereits erreicht habe. Und darauf bin ich wirklich stolz."


Fotostrecke: Formel 1 2022 in Suzuka: Das Wichtigste zum Sonntag

"Aber ich denke, dass jeder im Team und jeder, der mit uns zu tun hat, noch mehr verdient als das, was wir im Moment zeigen. Und ja, solange sie das tun, können wir sie alle zusammenhalten. Ich denke, wir sind zu noch mehr großartigen Saisons fähig."


Frage: "Bei der Sache mit den halben Punkten schienen viele Teams nicht zu wissen, wie viele Punkte man am Ende des Rennens bekommen würde. Außerdem gab es auch noch eine Strafe. Wann genau haben Sie heute Abend realisiert, dass Sie Weltmeister sind?"
Verstappen: "Ja, genau. Außerdem hatte ich während des Rennens keine Ahnung, wie es mit den Punkten aussehen würde. Das Hauptziel war natürlich, das Rennen zu gewinnen. Aber ja, als ich die Ziellinie überquerte, dachte ich: 'OK, das war ein tolles Rennen. Wieder gute Punkte, aber noch kein Weltmeister'."

"Dann habe ich mein Interview nach dem Rennen gegeben. Und plötzlich fingen meine Mechaniker an zu jubeln, und ich dachte: 'Was ist hier los?' Und dann habe ich gemerkt, dass Checo anstelle von Charles Zweiter war. Aber ich wusste immer noch nicht, ob es volle Punkte gibt, halbe Punkte oder was auch immer 75 Prozent sind. Ich wusste nicht, wie sie es machen."

"Und Tom (Wood, FIA-Medienbeauftragter; Anm. d. Red.) kam zu mir und sagte, dass ich Weltmeister sei. Das haben wir dann gefeiert. Und dann sagten mir die Leute plötzlich: 'Nein, du hast noch einen Punkt vergessen'. Es war also wie: 'Oh, das ist erstaunlich. Das ist ein bisschen seltsam.' Aber schließlich hatten wir genug Punkte, und dann waren wir wieder Weltmeister!"


Frage: "Sie haben darüber gesprochen, dass Sie nicht unbedingt denken, dass Sie in dieser Saison besser gefahren sind, aber ich habe mich gefragt, ob diese Saison Sie auf unterschiedliche Weise getestet hat. Zu Beginn des Jahres mussten Sie geduldig sein, Sie mussten sich nach den frühen Rückschlägen neu aufbauen. Sie hatten nicht das schnellste Auto, aber Ihr Verhältnis von Poleposition zu Sieg in diesem Jahr ist ziemlich beeindruckend, wenn man es mit den Ferraris vergleicht. Und Sie hatten Rennen, bei denen Sie ganz hinten im Mittelfeld gestartet sind. Inwiefern hat Sie dieses Jahr auf eine andere Art und Weise herausgefordert?"
Verstappen: "Natürlich erwarten die Leute wahrscheinlich ein bisschen mehr von dir. Aber am Ende ändert das für mich nicht wirklich etwas. Man schaut immer auf sich selbst und fragt sich, was man besser machen kann, oder?"


Fotostrecke: Formel-1-Champions, die ihren WM-Titel erfolgreich verteidigen konnten

"Ich glaube nicht, dass ich unbedingt ein schnellerer Fahrer geworden bin, denn ich glaube nicht, dass man in diesem Stadium der Karriere plötzlich ein Zehntel oder zwei Zehntel in seinem Fahrstil findet. Es geht vor allem darum, aus den vergangenen Saisons zu lernen und zu versuchen, das anzuwenden."

"Und wahrscheinlich ist es so, dass man in manchen Situationen einfach ein bisschen schneller ist, weil man ein bisschen besser weiß, was man tun muss, egal was es ist. Das kann das Auto sein, das können die Reifen sein, einfach die Erfahrung auf der Strecke."

"Abgesehen davon hatten wir natürlich die meiste Zeit der Saison nicht das schnellste Auto über eine Runde, würde ich sagen. Ich weiß nicht, die Pace über eine Runde hat einfach nicht zu unserem Auto gepasst. Und am Anfang hatten wir natürlich auch ein bisschen Übergewicht, ziemlich viel. Das ist nicht gerade hilfreich für die Leistung über eine Runde."

"Aber ich finde diese neuen Autos sehr interessant. Früher hat man sich sehr auf das Qualifying konzentriert, weil man wusste, dass es sehr schwer war, ein Auto zu überholen. Jetzt kann man mit einem guten Auto im Rennen auch dann kämpfen und überholen, wenn das Qualifying nicht so toll ist. Das ist also das Schöne an den neuen Autos."

"Und deshalb denke ich: Hätten wir das Problem im letzten Jahr gehabt, dass wir im Qualifying nicht so konkurrenzfähig sind, ich glaube, dann hätten wir nicht so viele Rennen gewonnen wie in diesem Jahr. Denn die Poleposition ist in diesem Jahr zwar schön, aber sie bedeutet nicht immer, dass man auch das Rennen gewinnt."


Frage: "Die japanischen Fans sind sehr glücklich. Sie freuen sich darauf, dass Sie die drei Heimrennen gewinnen. Sie haben in Zandvoort gewonnen und im Honda-Land, und jetzt kommen wir nach Mexiko. Was sind Ihre Erwartungen dazu?"
Verstappen: "Die Strecke hat mir schon immer sehr gut gefallen, ich fahre dort wirklich gerne. Sie ist natürlich ganz anders, mit sehr wenig Grip, und man fühlt sich dort ein bisschen wie in einem Go-Kart."

"Wir müssen natürlich noch abwarten, wie sich das neue Auto dort verhält. Aber bis jetzt habe ich immer sehr positive Erinnerungen an diese Strecke gehabt. Und natürlich ist es auch der Heim-Grand-Prix von Checo. Und ich denke, dass Red Bull dort generell eine Menge Unterstützung haben wird."

"Aber ja, ich weiß, dass der Topspeed dort wichtig ist. Wir haben dieses Jahr ziemlich viel davon, das wird also helfen. Aber es geht auch um kleine Details, wie zum Beispiel darum, dass die Reifen über eine Runde gut funktionieren, und darum, dass sie über eine Renndistanz halten, was dort manchmal ziemlich schwierig ist. Es gibt also immer noch eine Menge Faktoren, die schiefgehen können, aber es ist definitiv eine Strecke, auf die ich mich freue."


Frage: "Sie sagten vorhin, dass die beiden Titel, die Sie jetzt haben, in der Tat völlig unterschiedlich sind. Aber aus Ihrer persönlichen Sicht: Welcher hat mehr Spaß gemacht? Sie haben vorher gesagt, dass das Jahr 2021 so intensiv war, und wahrscheinlich ist es nicht gut, diese Intensität jedes Jahr zu haben. Richtig?"
Verstappen: "Ich denke, der erste ist immer der emotionalste, aber ich denke, dieser ist definitiv der bessere, allein von der Leistung her."


Fotostrecke: Alle WM-Entscheidungen in Suzuka

Frage: "Nur um daran anzuknüpfen: Wie ist das anfängliche Gefühl, dieses Jahr Weltmeister zu sein, im Vergleich zum vergangenen Jahr? Denn im Vorjahr gab es aus verschiedenen Gründen einen massiven Ausbruch plötzlicher Emotionen. Dieses Jahr hingegen hat man sich schon eine ganze Weile darauf vorbereitet. Sie haben vorhin gesagt, dass Sie nach Frankreich dachten, dass sie gewinnen werden. Fühlt es sich unmittelbar danach anders an?"
Verstappen: "Ja, ganz andere Gefühle. Wissen Sie, letztes Jahr war das Gefühl vor dem letzten Rennen wahrscheinlich das schlimmste. Aber auch, weil wir damals nicht mehr die Schnellsten waren, was auch nicht gerade hilfreich war."

"Und dieses Jahr war einfach komplett anders, was die Emotionen angeht, von Anfang an bis zum Ende des Jahres. Aber wissen Sie, beides ist schön, und beides ist am Ende des Tages schön zu erleben, weil es auch schön ist, immer unter Druck zu stehen und in jeder einzelnen Runde des Rennens ans Limit gehen zu müssen. Aber nicht zu viele Jahre hintereinander. Ich war also sehr zufrieden mit dem Jahr, das wir dieses Mal hatten."


Frage: "Haben Sie irgendwelche Pläne zum Feiern? Bleiben Sie in Japan oder ziehen Sie weiter, kehren Sie nach Monaco zurück?"
Verstappen: "Ja, ich hatte schon vor meiner Ankunft geplant, dass ich nach Hause fliege. Aber ich hätte ja noch vier Rennwochenenden vor mir gehabt, um zu feiern. Natürlich bin ich an einem Rennwochenende immer auf das Ergebnis fokussiert."

"Es gibt keinen wirklichen Druck mehr, aber ich will natürlich immer noch versuchen, mehr Rennen zu gewinnen, denn mit dem Auto, das wir jetzt haben, muss man versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen. Denn man weiß ja nicht, ob man das nächstes Jahr oder in den kommenden Jahren jemals wieder haben wird. Wir werden also auf jeden Fall versuchen, noch ein paar Rennen zu gewinnen."


Frage: "Es scheint jetzt ziemlich dominant zu sein, zumindest wenn man sich die Tabelle anschaut, aber in dieser Saison gab es einige enorme Punkteschwankungen, besonders zu Beginn des Jahres. Haben Sie, und vielleicht auch das Team, sich selbst ein wenig überrascht? Denn ich erinnere mich, dass Sie nach Melbourne sagten: "OK, wir brauchen jetzt 46 Rennen, um in dieser Saison Weltmeister zu werden".
Verstappen: "Natürlich ist man zu diesem Zeitpunkt auch sehr verärgert über die Situation, aber wenn man sich anschaut, wie die gesamte Saison verlief und wie eng die Autos beieinander lagen, dann ist es natürlich sehr überraschend, dass der Vorsprung so groß ist. Aber wenn man sich ansieht, was während der Rennen passiert ist, kann man das verstehen."

"Ich bin natürlich in gewisser Weise froh, dass es so gekommen ist. Aber natürlich ist es auch sonst schön, wenn man einen engen Kampf hat. Aber das können wir hoffentlich nächstes Jahr haben."


Frage: "Wenn Sie an Bahrain und Australien zurückdenken, an diese Tiefpunkte, an die Art und Weise, wie das Team sich aufraffen und auf die Geschehnisse reagieren musste: Waren Sie in Ihrer Karriere jemals in einer solchen Situation, in der Sie sehen, dass das Team Probleme hat?Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Moral zu diesem Zeitpunkt besonders hoch war. Wie sind Sie damit umgegangen? Was war das für eine Erfahrung, die Sie da gemacht haben?"
Verstappen: "Um ehrlich zu sein, waren wir einfach sehr verärgert. Aber wir wussten auch, dass wir es schnell in Ordnung bringen müssen. Und um ehrlich zu sein, haben wir uns gut gefühlt. Es war nicht so, dass das Team niedergeschlagen reagiert hat. Alle waren der Meinung: 'Es ist eine lange Saison, da kann viel passieren'."


Fotostrecke: Formel-1-Weltmeister nach einer Nullnummer beim Auftakt

"Ich sage: Das stimmt. Wir müssen einfach versuchen, das zu beheben, was schiefläuft. Und dann ist natürlich alles möglich. Aber das ist das Gute am Team: Wir agieren nicht enttäuscht. Natürlich sind alle verärgert, aber wir haben auch versucht, das schnell wieder in Ordnung zu bringen, und waren super motiviert, das Blatt zu wenden."

"Man ist vielleicht einen oder zwei Tage lang etwas verärgert, aber dann telefoniert man und spricht mit den Leuten: Was können wir tun, was können wir in Ordnung bringen? Und wie machen wir weiter? Und beim nächsten Rennen lächeln dann wieder alle. Und wir haben alle dieselben Ziele."

"Das ist also das Schöne am Team. Man bleibt bei Erfolgen und Enttäuschungen immer ganz neutral. Denn ich glaube, dass das am Ende des Tages am besten funktioniert, weil man sich einfach weiter konzentrieren muss. Natürlich ist es jetzt toll, all diese Rennen zu gewinnen und die Meisterschaft zu erringen. Aber morgen wachst du auf und denkst: 'Wir müssen noch ein paar mehr gewinnen'. Das ist einfach die Mentalität im Team."


Frage: "Es gibt so viele japanische Fans, die Sie feiern. Könnten Sie mir sagen, was die japanischen Fans so einzigartig macht? Sie haben Leidenschaft oder so etwas?"
Verstappen: "Ja, ich meine, sie lieben den Motorsport, sie lieben die Formel 1. Und sie machen sich immer schick für diesen Anlass. Und ja, es ist wirklich schön, hier zu sein. Zunächst einmal ist dies eine fantastische Strecke."

"Ich liebe es, nach Japan zu kommen. All die Fans warten auf dich, den ganzen Abend, die ganze Nacht, sie schlafen wahrscheinlich sogar in ihren Autos, um dich dann am Morgen wiederzusehen, sie sind also sehr engagiert. Und ja, es ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes, immer wieder hierher zurückzukommen. Deshalb waren drei Jahre definitiv zu lang."


Frage: "Ich weiß, es ist noch sehr früh, um Ihnen diese Frage zu stellen, aber in der nächsten Saison werden Sie Ihren Titel über 24 Rennen hinweg verteidigen müssen. Das wird eine sehr intensive Saison. Fürchten Sie sich vor dieser Saison? Oder mit welcher Einstellung gehen Sie in das nächste Jahr? Jetzt, wo dieses Jahr zu Ende ist?"
Verstappen: "Ja, es wird eine lange Saison werden. Ich dachte, diese sei schon ziemlich lang - aber wir werden sehen. Ich denke, als Team werden wir versuchen, uns so gut wie möglich auf das nächste Jahr vorzubereiten. Und dann werden wir natürlich versuchen, so nah wie möglich an dieses Jahr heranzukommen, denn es wird sehr schwer sein, so etwas zu wiederholen. Aber ich habe viel Hoffnung in die Leute im Team, dass wir wieder ein wirklich gutes Auto bauen können."


Frage: "Ich weiß, dass Sie früher gesagt haben, dass Sie davon träumen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Ich frage mich, ob Sie zu irgendeinem Zeitpunkt in Betracht gezogen haben, mehrere Weltmeisterschaften zu gewinnen, und ob Sie das wirklich gedacht haben? Und zweitens, was denken Sie, wo es jetzt hingehen kann? Ich meine, Sie haben zwei Weltmeisterschaften in Folge gewonnen, Sie sitzen in einem sehr guten Auto und sind in dieser Saison in sehr guter Form. Wird man von Ihnen erwarten, dass Sie noch weitere Meisterschaften gewinnen?"
Verstappen: "Nun, das hängt von den kommenden Jahren ab, oder? Wir haben eine wirklich gute Gruppe von Leuten. Und ich denke, sie arbeiten auch sehr gut zusammen. Es geht also nur darum, sie zusammenzuhalten. Und wenn wir sie zusammenhalten, können sie eine Menge erreichen."


Fotostrecke: Vom Bubi zum Doppelweltmeister: Die Formel-1-Karriere des Max Verstappen

"Wenn ich ein konkurrenzfähiges Auto habe, bin ich natürlich zuversichtlich, dass wir das auch schaffen können. Aber es hängt auch davon ab, was die Konkurrenz macht. Aber ja, ich glaube wirklich an diese Truppe. Und ich hoffe wirklich, dass wir in den kommenden Jahren noch viele Siege und möglicherweise auch Meisterschaften einfahren können."


Frage: "Sie haben eine fantastische Saison hinter sich, aber wie fühlt es sich an, unter so verwirrenden Umständen zu gewinnen? Und welche Lehren sollte die Formel 1 Ihrer Meinung nach aus einer Situation ziehen, in der Sie, wie Sie sagten, nicht wussten, dass es über die Punkte entscheiden ist? Sollte das Punktesystem nicht klar sein?"
Verstappen: "Um ehrlich zu sein, stört es mich nicht, dass es ein wenig verwirrend war, ich finde es sogar ziemlich lustig. Denn am Ende des Tages wird es sich nicht ändern, oder? Das Ergebnis? Ich meine, als ich die Linie überquert habe, war es sowieso nicht genug, selbst wenn man die volle Punktzahl geben würde. In diesem Szenario hätte sich also nichts geändert."

"Und die Regeln? Ich meine, das sind wirklich komplexe Situationen mit dem Wetter und der Anzahl der Runden. Und dann ist es natürlich ein Unterschied, ob man das Rennen zu Ende fährt oder ob das Rennen frühzeitig mit der roten Flagge abgebrochen wird und man dann nicht weiterfahren kann. Und das ist natürlich ein Unterschied."

"Also ja, ich denke, wenn man nicht genug Regeln schreibt, ist das nicht gut. Wenn man zu viele Regeln aufstellt, ist es auch nicht gut. Es ist immer sehr schwer, einen Mittelweg zu finden, denke ich."

Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: F1: Grand Prix von Monaco
F1: Grand Prix von Monaco
Freitag
Foto zur News: F1: Grand Prix von Monaco
F1: Grand Prix von Monaco
Samstag

Foto zur News: F1: Grand Prix von Monaco
F1: Grand Prix von Monaco
Pre-Events

Foto zur News: F1: Grand Prix von Monaco
F1: Grand Prix von Monaco
Technik

Foto zur News: Der McLaren MCL38 im Design von Ayrton Senna
Der McLaren MCL38 im Design von Ayrton Senna
Folge Formel1.de
Formel-1-Datenbank
Formel-1-Datenbank: Ergebnisse und Statistiken seit 1950
Formel-1-Datenbank:
Ergebnisse und Statistiken seit 1950

Jetzt unzählige Statistiken entdecken & eigene Abfragen erstellen!

formel-1-countdown
Formel 1 App