• 22. Mai 2025 · 14:02 Uhr

Adrian Newey in Monaco vor Ort: "Er ist nicht nur ein aerodynamisches Genie ..."

Adrian Newey wird sich in Monaco erstmals Aston Martins Arbeit vor Ort anschauen - Erleichterung über gelungenes Update in Imola, auch wenn Punkte ausblieben

(Motorsport-Total.com) - Am Ende durfte sich Aston Martin in Imola ärgern, dass es wieder einmal nichts mit Punkten geworden ist. Fernando Alonso war als Elfter zum dritten Mal in dieser Saison nah dran, doch auch nach dem siebten Rennen steht bei dem Spanier weiter die Null auf dem Konto. Dabei hatte es nach dem Qualifying mit den Startplätzen fünf und acht gut ausgesehen.

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Adrian Newey schaut sich das Auto erstmals live auf der Strecke an Zoom Download

Das zeigt zumindest: Es geht, auch wenn Aston Martin von einer mutigen Reifenentscheidung im Qualifying profitierte.

Wichtiger war für Aston Martin aber, dass das Upgrade, das man in Imola mit an die Strecke gebracht hatte, funktionierte. Damit ist das Team schon einmal besser aufgestellt als im vergangenen Jahr, wo kaum ein Update Wirkung zeigte, sodass der Rennstall im Laufe des Jahres immer weiter nach hinten gereicht wurde.

"Wir versuchen, diese Saison zu nutzen, um unsere Werkzeuge besser zu verstehen, die Korrelation zu verbessern, und sicherzustellen, dass sich die Daten aus der Fabrik auch wirklich mit dem Faktor 1 an die Strecke kommen", betont Teamchef Andy Cowell.

"Im vergangenen Jahr war der Faktor bei unseren Updates null" - heißt, die Upgrades waren im Grunde nicht so, wie sie in der Theorie hätten sein wollen. "Und dieses Jahr liegt er näher bei eins."


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"Das Problem letztes Jahr war, dass wir Updates gebracht haben, die vielleicht auf Highspeed-Strecken gut waren, aber auf langsamen Strecken schlechter", sagt Cowell weiter. "Jetzt haben wir ein Update gebracht, das bei niedrigem, mittlerem und hohem Tempo funktioniert - und das ist ein klarer Fortschritt."

Wie viel das Upgrade in Imola wirklich gebracht hat, möchte er aber nicht verraten: "Das sage ich euch in Abu Dhabi."

Beide Autos in Imola mit Upgrade unterwegs

Er betont nur: "Die Richtung stimmt." Aston Martin hatte am Freitag ein altes und ein neues Paket im direkten Vergleich unter gleichen Bedingungen fahren lassen. Das Ergebnis: "Es hat ganz klar gezeigt, dass das neue Paket in jeder Kurve besser ist."

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Daher ließ man in Imola ab Samstag beide Autos mit dem Update fahren, obwohl man dort noch nicht genügend Ersatzteile parat gehabt hätte, falls im dritten Training oder im Qualifying ein Auto beschädigt worden wäre. Dann hätte man umbauen und aus der Box starten müssen.

"Zum Glück haben wir zwei sehr erfahrene Fahrer, und wir sind ohne Schäden davongekommen. Das heißt, wir sind jetzt mit dem bevorzugten Paket und Ersatzteilen hier - und ich denke, das ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Korrelation besser ist", sagt Cowell.

Welchen Einfluss hat Newey schon?

Immer wieder wird die Frage gestellt, wie viel Einfluss Adrian Newey schon auf das aktuelle Auto hat. Denn eigentlich soll sich der Designer auf 2026 konzentrieren. Mit den aktuellen Entwicklungen hat er wenig zu tun, zumal das Imola-Update bereits nach dem ersten Saisonrennen aus dem Windkanal gekommen ist, wie der Teamchef verrät.


Bekanntgabe von Adrian Newey bei Aston Martin

Aber: Natürlich hat Newey auch zumindest ein Auge noch auf 2025. "Die Gespräche zur Mittagspause drehen sich nicht nur um sein Essen oder sein Wochenende, sondern auch um das aktuelle Auto, das Auto für 2025, und mögliche Probleme", sagt Cowell. "Es ist aber ein separates Engineering-Team, das am 25er-Auto arbeitet."

"Während er am 26er arbeitet, sieht er unsere Werkzeuge - CFD, Windkanal, den gesamten Informationsfluss von der Skizze bis zum Windkanal-Ergebnis. Und dabei lernen wir, was unsere Stärken und Schwächen sind und wie wir sie beibehalten und verbessern können. Das macht er in der Fabrik."

Newey in Monaco vor Ort

An diesem Wochenende in Monaco wird Newey aber erstmals an der Strecke sein und sich vor Ort ein Bild machen. "Er sieht, wie wir am Rennwochenende arbeiten - wie wir das Auto optimieren, mit Strategie spielen. Seine Erfahrung und sein Blick darauf, was gut läuft und was nicht, helfen uns dabei, eine Aufgabenliste zu erstellen, um als Team besser zu werden", meint Cowell

Dabei wird er auch voll in das Wochenende eingebunden sein - "wenn es einen Platz am Ingenieurstisch gibt". Das sollte für einen Newey aber sicherlich machbar sein.

"Adrian hat einen großen Teil des Fabrikbetriebs gesehen. Jetzt sieht er zum ersten Mal, wie es an der Strecke läuft. Das hilft einfach, alles miteinander zu verbinden", so die Hoffnung von Cowell, der weitere Besuche an der Rennstrecke nicht ausschließt.

Was Newey im Team verändert hat

Doch hat sich eigentlich seit Neweys Ankunft schon etwas verändert im Team? Cowell überlegt kurz. "Ich denke, wir haben ihm die nötige Infrastruktur zur Verfügung gestellt - also Zeichenbrett und schnellen Zugang zum Windkanal. Das ist neu."

"Aber im Kern bringt er eine Bewertung mit, wie gut die einzelnen Schritte vom Konzept bis zum Windkanalergebnis sind. Und zwar sowohl hinsichtlich ihrer Qualität - also wie exakt sie sind - als auch bezüglich der Zeit. In dieser Branche will man jede Lernschleife so schnell wie möglich durchlaufen - aber eben auch präzise. Und genau das bewertet er für uns."


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Und wenn dann irgendwann 2026 ansteht, dann wird man bewerten können, ob die Verpflichtung von Adrian Newey Wirkung zeigt. Daran hat Cowell aber keine Zweifel.

"Ich denke, was die Architektur für 2026 angeht, ist er wahrscheinlich einer der wenigen Ingenieure im Sport, die das komplette Auto im Blick haben können", sagt er. "Er ist nicht nur ein aerodynamisches Genie, sondern auch ein Genie im Bereich Architektur des Autos bis ins kleinste Detail - inklusive der Überlegung, wie man das Set-up in einem kompakten FT1, FT2, FT3 ändert."

"Er deckt wirklich das gesamte Spektrum einer erfolgreichen Saison ab."

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