• 05. Oktober 2023 · 18:50 Uhr

Sainz vor Katar: Neben der Hitze könnte auch der Asphalt zum Problem werden

Carlos Sainz glaubt, dass der neue Asphalt in Katar am Wochenende eine Rolle spielen könnte - Kann Ferrari die Fortschritte beim Reifenverschleiß bestätigen?

(Motorsport-Total.com) - Ferrari hat nicht die besten Erinnerungen an das bislang einzige Formel-1-Rennen in Katar. 2021 belegten Carlos Sainz und Charles Leclerc dort nur die Plätze sieben und acht - mit jeweils mehr als 80 Sekunden Rückstand auf Rennsieger Lewis Hamilton.

Carlos Sainz

Carlos Sainz ist sich noch nicht sicher, was für Ferrari in Katar drin ist Zoom Download

Und auch 2023 herrscht vor dem Großen Preis von Katar nicht die ganz große Zuversicht bei der Scuderia. Sainz befürchtet, dass die Streckencharakteristik nicht wirklich zum SF-23 passt. "Mir ist das egal", stellt der Singapur-Sieger gleichzeitig aber auch klar.

"Wenn das Auto gut genug ist, um Siebter zu werden, will ich am Sonntag auf P7 sein. Wenn das Auto gut genug ist, um Dritter zu sein, dann will man auf P3 sein", erklärt er und erinnert: "Gleichzeitig sind wir normalerweise an Sprint-Wochenenden gut unterwegs."

Der Spanier hofft daher, dass das "die Streckencharakteristik ein wenig ausgleicht." Ein erschwerender Faktor für alle Fahrer dürfte zudem die Hitze werden. Tagsüber werden in Doha am Wochenende fast 40 Grad erreicht, selbst nach Sonnenuntergang sind es noch mehr als 30.

"Ich denke, es ist ein etwas extremer Fall, und ich hoffe, dass er sich in Zukunft nicht wiederholt", grübelt Sainz, der betont, dass er durchaus wisse, dass die Grand-Prix-Organisatoren immer nach einem guten Termin für die Rennen suchen.

Situation "ein bisschen wie in der Türkei 2020"

"Aber die Fahrer leiden unter der Hitze, und es wird kein angenehmes Rennen werden", betont er, stellt jedoch auch klar: "Ich bin nicht besorgt, denn ich weiß, dass es in Singapur sehr, sehr heiß ist. Ich bin in Singapur gut gefahren, also bin ich bereit dafür."

Doch auch vom körperlichen Aspekt abgesehen könnten die Bedingungen in Katar eine Herausforderung werden. Denn weil es sich um ein Sprint-Wochenende handelt, gibt es nur ein Training, in dem am Set-up gearbeitet werden kann - und das noch vor Sonnenuntergang.


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Qualifying, Sprint und Rennen finden allerdings erst am Abend bei ganz anderen Bedingungen statt. "Es ist nicht nur das. Es ist die Hitze, [und] der neue Asphalt sieht im Moment sehr schmutzig aus. Er sieht sehr neu aus, als wäre noch nie jemand darauf gefahren", so Sainz.

Die Situation sei "ein bisschen wie in der Türkei 2020", glaubt er. Auch damals fuhr die Formel 1 auf einem neuen Asphalt, und das Rennen wurde dadurch zu einer Rutschpartie - allerdings bei ganz anderen äußeren Bedingungen als in Katar, denn damals war es sehr kalt und es regnete.

"Es wird viele Unbekannte geben", grübelt Sainz dennoch und erinnert: "Wir werden im Qualifying bei Nacht mit viel höheren Geschwindigkeiten fahren [als in FT1]." Er betont: "Wir werden viel schneller sein, und wir müssen uns anpassen. Es gibt also eine Menge Herausforderungen."

Reifenverschleiß: Ist das Problem wirklich gelöst?

Speziell bei Ferrari könnten auch die Reifen wieder eine Rolle spielen. Zwar schien man den häufig zu hohen Verschleiß zuletzt in Japan im Griff zu haben. Doch Sainz stellt in diesem Zusammenhang klar: "Ich denke, es ist zu früh, um das zu sagen."

"Ich bin in dieser Hinsicht immer sehr, sehr vorsichtig, denn die einzige große Veränderung in Japan war der Unterboden", so Sainz, der erst noch die nächsten Rennen abwarten möchte, "um zu sehen, ob das wirklich der Fall ist."


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"Es bleiben noch sechs Rennen, und wir werden sehen, ob dieser gute Trend anhält. Ich hoffe es", betont er, stellt aber klar, dass er nach Japan skeptisch bleibe. Er präzisiert: "Unsere größte Schwäche ist eher die Lebensdauer der Reifen als der Verschleiß."

"Und bei einem Zweistopprennen [wie in Japan] kann man das besser beeinflussen als bei einem Einstopprennen, bei dem man für zwei Stints am Limit der Reifen ist", erklärt er. Suzuka sei daher womöglich nicht repräsentativ für den restlichen Saisonverlauf.

"Wir haben viel am Reifenmanagement gearbeitet", betont er dennoch und erklärt: "Wir wissen, dass in der Formel 1 nie etwas aus heiterem Himmel passiert. Es geht immer um schrittweise Verbesserungen, und das haben wir diese Saison geschafft."

Warum Sainz in Japan langsamer als Leclerc war

Sainz und Leclerc beendeten das Rennen in Japan vor zwei Wochen auf den Positionen sechs und vier, wobei der Spanier am ganzen Wochenende etwas langsamer als sein Teamkollege war. "Ich denke, es hat nichts mit dem Upgrade zu tun", stellt Sainz klar.

"Charles hatte ein sehr gutes Wochenende in Japan. Und was mich betrifft, so habe ich mich am Freitag ein wenig verlaufen, weil ich beim Set-up verschiedene Dinge am Auto ausprobiert habe", so Sainz, der erklärt, er habe in diesem Jahr schon an mehreren Freitagen experimentiert.

"Es ist ein Ansatz, den ich in diesem Jahr verfolgt habe, der sich vielleicht kurzfristig in dem Rennen [...] nicht auszahlt. Aber es zahlt sich mittel- bis langfristig aus", ist er sich sicher. Der Spanier erinnert daran, dass es abseits der Rennen quasi keine Testfahrten mehr gibt.

Deswegen müsse man die Rennwochenenden nutzen, um einige Dinge auszuprobieren. "Ich habe Japan auch deshalb gewählt, weil es dort viele Hochgeschwindigkeitskurven gibt. Man kann also viel lernen, zum Beispiel für die schnellen Kurven in Austin oder Katar", verrät er.

"Deshalb habe ich Japan gewählt, um all diese Dinge zu testen, und ich weiß jetzt, was hier funktionieren kann", betont er, auch wenn in Suzuka "leider" nichts funktioniert habe, "was ich versucht habe". Deswegen sei er im Qualifying drei Zehntel langsamer als Leclerc gewesen.

"Aber im Rennen war ich dann wieder stark und hatte eher ein Basisauto, sodass ich weiß, was ich am nächsten Wochenende tun muss", betont er. Es wird sich zeigen, ob er in Katar nun tatsächlich die Früchte seiner Arbeit ernten kann.

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