• 01. Juli 2023 · 12:49 Uhr

Sprint-Shootout: Mercedes schlittert mit beiden Autos in Debakel

Sensation durch Nico Hülkenberg, Pole für Max Verstappen und totales Debakel für Mercedes: Das war das Sprint-Shootout in Spielberg!

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen hat sich im Sprint-Shootout auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg den ersten Startplatz für den F1-Sprint am Samstagnachmittag gesichert. Der Red-Bull-Fahrer stellte in SQ3 eine Bestzeit von 1:041.440 Minuten auf und verwies damit Sergio Perez (Red Bull/+0,493) und Lando Norris (McLaren/+0,570) auf die Plätze.

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Lewis Hamilton schied in Spielberg bereits im ersten SQ-Segment aus Zoom Download

Norris war nicht die einzige Überraschung der Session. Vierter wurde nämlich Nico Hülkenberg (Haas), der bei kühlen und feuchten Bedingungen nicht zum ersten Mal über sich hinausgewachsen ist.

Hinter Hülkenberg reihten sich die Ferrari-Piloten Carlos Sainz und Charles Leclerc ein. Sainz klagte zu Beginn von SQ1 über Probleme mit seinem Brake-by-Wire-System, Leclerc droht wegen Behinderns von Oscar Piastri (McLaren) womöglich noch eine Strafe.

Leclerc ärgert sich, dass er in SQ3 nach seiner schnellen Runde nur eine statt zwei Abkühlrunden eingelegt hat, bevor er nochmal auf Zeitenjagd ging: "Das wäre besser gewesen", sagt er. "Meine Reifen waren extrem heiß, dadurch hatte ich auf der zweiten schnellen Runde nicht genug Grip. Die Pace war aber bei diesen Bedingungen generell nicht gut."

Fernando Alonso und Lance Stroll stellten ihre Aston Martins in Reihe 4, abgerundet wurden die Top 10 von Esteban Ocon (Alpine) und Kevin Magnussen (Haas).

Der große Verlierer des Sprint-Shootout ist das Mercedes-Team. Lewis Hamilton schied als 18. schon in Q1 aus, George Russell als 15. in Q2.


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Wie stark ist Red Bull wirklich?

Ziemlich stark, sagt Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit dem 'ORF': "Eine Machtdemonstration. Max ist zwei Satz Reifen gefahren. Aber er war mit dem gebrauchten Satz auch schon sehr schnell. Das spricht dafür, dass es eine Dominanz von Max geben wird. Max Verstappen ist Max Verstappen. Da kommt niemand ran."

Marko weiter: "Wir haben hier unser Auto sukzessive abgestimmt und die Verhältnisse waren etwas schwierig. Dass Max gleich eine halbe Sekunde vorn ist, ist schon etwas überraschend. Man hat heute wieder gesehen, welche Klasse in ihm steckt."

Warum der Abstand zu den Ferraris heute größer ist als am Freitag, "weiß ich nicht", sagt Verstappen selbst. Er meint: "Die Strecke ist noch nicht komplett trocken. Das Auto ist aber schnell, das ist das Wichtigste. Und die Tracklimits sind immer noch ein Thema. Womöglich nicht nur im Qualifying, sondern auch im Rennen."

Auf Teamkollege Perez holte Verstappen eine halbe Sekunde raus. "Fünf Zehntel sind auf einer so kurzen Strecke schon eine Menge Holz", analysiert 'ORF'-Experte Alexander Wurz. "Da muss sich Perez an die eigene Nase fassen und neu motivieren."

Perez selbst sagt: "Ich wäre fast schon in SQ1 rausgeflogen. Danach ging's besser. Schade nur, dass wir alle Reifen verbrannt haben. Das hätten wir besser managen können. Aber es ist toll, auf dem Red-Bull-Ring beide Autos in der ersten Reihe zu haben. Es wäre jetzt schon, hier zu gewinnen."

Wie lief's für Hülkenberg und Haas?

0,061 Sekunden reichten für Hülkenberg, um als Zehnter ins SQ3 einzuziehen. Obwohl seine Runde in SQ2 um 0,361 Sekunden langsamer war als die von Magnussen, der Platz 6 belegte. Und obwohl es beim Rausfahren aus der Box eine kleine Panne gab, als Hülkenberg über einen herumliegenden Reifen rumpelte, was ihm eine FIA-Untersuchung wegen unsicherer Freigabe einbrachte.

Unabhängig vom Ausgang dieser Untersuchung war Hülkenberg in SQ3 klar schneller als Magnussen. Bereits im ersten Run nahm er seinem Teamkollegen 0,847 Sekunden ab und sicherte sich kurzzeitig Platz 6. Im zweiten Run konnte Hülkenberg sogar nochmal zulegen und sich auf Rang 4 verbessern, während Magnussen Zehnter und Letzter wurde.

"Es war gut, hat Spaß gemacht", sagt Hülkenberg. "Ich habe einen guten Rhythmus gefunden. Von Q2 an war es trocken. Ich hatte keinen frischen Softs mehr, also sind wir Medium gefahren. Und das hat mit P2 gut funktioniert. Hinter uns stehen viele schnelle Autos. Die wahre Herausforderung liegt erst noch vor uns."

Wie kommt's, dass Norris so stark war?

"Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass es eine bessere Runde war, auch wenn ich viel weiter von der Pole weg war. Ich bin wieder sehr happy", sagt der McLaren-Pilot. "Es gibt immer Kleinigkeiten, aber ich glaube, es war eine komplettere Runde als gestern. Ich denke, durch die Bedingungen und die Angst, hier und da mehr vom Randstein mitzunehmen, war alles etwas enger, was für uns nicht so gut ist."

"Aber im Hinblick auf die Ausführung der Runde haben wir einen guten Job gemacht. Ich bin zufrieden. Es gibt immer Kleinigkeiten, die man besser machen kann. Perez hat mich noch überholt, aber es gab nichts, was etwas geändert hätte. Und im Rennen hätte er mich wahrscheinlich sowieso überholt. Es ist also nicht das Ende der Welt", sagt er über seinen dritten Platz.

McLaren-Teamchef Andrea Stella ergänzt: "Österreich ist ganz sicher ein Art 'Lando-Spezialstrecke'. Hoffentlich tragen die neuen Updates auch etwas bei. Es ist also ein Paket an Dingen. Wir nehmen es."

Warum ist Mercedes so früh ausgeschieden?

Eigentlich hätte sich der Mercedes-Pilot locker für das zweite Segment qualifiziert. Seine Zeit von 1:06.624 Minuten war um fast eine halbe Sekunde schneller als der Cut - wurde ihm aber nachträglich aberkannt: Tracklimits in Kurve 10.

Am Boxenfunk wurde Hamilton zunächst signalisiert, dass er trotzdem "safe" sei. War er, wie sich im Nachhinein herausstellte, nicht. "Das war richtig schlecht getimt, Mann", ärgerte er sich nach Ablauf der Zeit noch im Cockpit.

"Es ist frustrierend, aber aufs Sprintrennen kommt's eigentlich nicht an. Es ist, was es ist. Ich zerbreche mir nicht den Kopf drüber. Ich wünschte, ich wäre länger dabei gewesen, aber ist halt so. Ich hätte locker weiter vorn sein können. Jetzt mach ich's mir halt da hinten lustig", sagt Hamilton.

Mit ein Grund für sein frühes Aus war eine heikle Szene mit Verstappen bei Start und Ziel. Hamilton war gerade über seinen Tracklimits-Verstoß informiert worden und bereitete sich auf eine weitere schnelle Runde vor, für die er langsam durch die letzten Kurven fuhr.

In dem Moment kam Verstappen schnell von hinten an, sodass die beiden Seite an Seite die Gerade fuhren. Ausgangs Kurve 1 gestikulierte Verstappen wild in Richtung Hamilton, um seinem Unmut Ausdruck zu verleihen.

Hamiltons Teamkollege Russell schied dann in Q2 aus, ohne eine einzige Zeit zu setzen. Grund: Wegen eines Hydraulikdefekts musste seine Lenksäule gewechselt werden. Das war in der Kürze der Zeit nicht möglich.

"Wirklich schade, denn die Pace sah eigentlich gut aus", bedauert Russell. "Ich war mit dem Medium in SQ1 auf P4/5, und ich sehe keinen Grund, warum es nicht ein gutes Qualifying hätte werden können. Die Top 5 wären sicher drin gewesen. Aber es ist bisher einfach nicht unser Wochenende. Für den Sprint wird's jetzt schwierig. Es ist kühl, da kriegst du keine Temperatur in die Reifen. Da könnte es einen DRS-Zug geben."

Wer ist in SQ1 und SQ2 ausgeschieden?

Neben Hamilton, der letztendlich als 18. gewertet wurde, schieden in SQ1 auch Guanyu Zhou (Alfa Romeo), Oscar Piastri (McLaren), Valtteri Bottas (Alfa Romeo) und Logan Sargeant (Williams) aus. In SQ2 gingen die Positionen 11 bis 15 an Alexander Albon (Williams), Pierre Gasly (Alpine), Yuki Tsunoda, Nyck de Vries (beide AlphaTauri) und Russell.

Bestzeit in SQ1 fuhr übrigens Sainz. Der spricht im Nachhinein von einer "heroischen" Runde: "Es war ein sehr stressiges Q1 unter diesen Bedingungen. Da nur eine Runde zu fahren und damit auf P1, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie viel Grip da war, das war ein ziemlich gutes Gefühl."

"Ich war auch in Q2 ziemlich schnell, und Q3 mit den gebrauchten Reifen war okay. Wir hatten gestern in Q2 ein Problem und hatten daher keinen frischen Soft mehr übrig. Darum konnten wir nicht ganz um die Pole kämpfen. Aber ich denke, dass wir im Rennen schneller sein werden als einige der Gegner, die jetzt vor uns stehen."

Warum durfte in SQ1 mit Softreifen gefahren werden?

Eigentlich sehen die Regeln für das Sprint-Shootout vor, dass SQ1 und SQ2 mit Mediumreifen gefahren werden muss und nur für SQ3 Softreifen zum Einsatz kommen dürfen. Doch die Session wurde von Rennleiter Niels Wittich als "wet" (nass) erklärt, sodass freie Reifenwahl zulässig war. Kurioserweise gilt das nicht nur für den Einsatz von Intermediates und Regenreifen, sondern eben auch für Softreifen, weshalb zu Beginn bis auf Verstappen und Russell alle mit Softs rausfuhren.

Wo gibt's F1-Sprint und Rennen live zu sehen?

In Deutschland wird das komplette Rennwochenende exklusiv von Sky übertragen. Am Samstag steht der F1-Sprint über 24 Runden um 16:30 Uhr (Sky-Vorberichte ab 15:30 Uhr) auf dem Programm. Am Sonntag folgt dann der Grand Prix von Österreich über 71 Runden auf dem Red-Bull-Ring. Start für das Rennen ist um 15:00 Uhr, Sky überträgt bereits ab 13:30 Uhr. Übrigens mit Einschätzungen von Experte Timo Glock. (ANZEIGE: Sei mit Sky hautnah dabei, vom ersten Freien Training bis zur Siegerehrung!)


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