• 12. Dezember 2021 · 17:30 Uhr

Offiziell: Mercedes legt Protest gegen Max Verstappen ein!

Update: Formel-1-Team Mercedes hat nach dem Finalrennen in Abu Dhabi offiziell Protest eingelegt und wittert einen Regelverstoß bei Red-Bull-Fahrer Max Verstappen

(Motorsport-Total.com) - Mercedes hat nach dem Formel-1-Finalrennen in Abu Dhabi und dem Sieg durch Red-Bull-Fahrer Max Verstappen offiziell Protest gegen Verstappen eingelegt. Man wirft Verstappen einen Verstoß gegen Artikel 48.8 des Sportlichen Formel-1-Reglements vor.

Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen beim Formel-1-Finale 2021 in Abu Dhabi in Runde 1

Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen beim Formel-1-Finale 2021 Zoom Download

Im entsprechenden Absatz des Regelbuchs heißt es: "Kein Fahrer darf ein anderes Auto auf der Strecke überholen, bis er nicht die Linie passiert hat, nachdem das Safety-Car an die Box zurückgekehrt ist." Dann wird eine Reihe von Ausnahmen von dieser Regel spezifiziert.

Konkret stört sich Mercedes also wohl an der Situation vor dem Restart zur letzten Runde, als Lewis Hamilton das Feld im dritten Sektor einbremste und Verstappen zeitweise neben Hamilton fuhr. Mercedes unterstellt mit dem Protest, Verstappen könnte Hamilton schon vor dem Überfahren der Ziellinie überholt haben.

Außerdem hat Mercedes noch einen zweiten Protest eingelegt, nämlich gegen das Rennergebnis, auf Basis von Artikel 48.12. Dieser Artikel regelt das Vorgehen für überrundete Fahrzeuge und ob diese vor dem Restart nach einer Safety-Car-Phase am Spitzenreiter vorbeigehen dürfen oder nicht.

Erst hatte die Rennleitung angekündigt, die überrundeten Fahrzeuge dürften nicht überholen. Was Hamilton praktisch den Sieg und den WM-Titelgewinn garantiert hätte, weil sich zwischen ihm und Verstappen einige überrundete Fahrzeuge befanden. Diese hätte Verstappen in nur einer Runde überholen müssen, um überhaupt nur zu Hamilton aufschließen zu können.

Kurz darauf aber hieß es von der Rennleitung, die überrundeten Fahrzeuge dürften doch überholen. Und damit befand sich Verstappen auf einmal direkt hinter Hamilton, auf frischen Soft-Reifen, gegen Hamiltons uralte Hard-Reifen. Und Verstappen überholte Hamilton in der letzten Rennrunde für den Sieg und den WM-Titelgewinn.

In Artikel 48.12 ist allerdings vermerkt, dass "alle überrundeten Fahrzeuge" an den Autos in der Führungsrunde und am Safety-Car vorbeigehen müssen. Das ist nicht passiert. Ebenso haben die Fahrzeuge, die sich zurückgerundet haben, nicht wieder Anschluss gefunden ans Feld, weil fast sofort der Restart erfolgte.


Protest abgewiesen: Warum Verstappen jetzt WM ist

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Dann kommt ein weiterer entscheidender Satz: "Sobald das letzte überrundete Auto den Führenden überholt hat, kehrt das Safety-Car am Ende der folgenden Runde zurück an die Box." Das Safety-Car ist aber direkt in der entsprechenden Runde abgebogen, der vorletzten im Rennen.

Erste Reaktionen zu den Mercedes-Protesten

In der Pressekonferenz erfuhr Verstappen von den Mercedes-Protesten, blieb aber gelassen und meinte schlicht: "Ich habe dazu eigentlich nicht viel zu sagen. Das fasst diese Saison ganz gut zusammen."

Auch Red-Bull-Teamchef Christian Horner sagte nicht viel, nur: "Wir sind enttäuscht darüber, dass ein Protest eingereicht wurde, aber wir haben Vertrauen in die FIA."

Für 'Sky'-Experte Ralf Schumacher hätte es einen "bitteren Beigeschmack, wenn [Mercedes] so versucht, die WM zu gewinnen".

Experten hinterfragen Rennleiter-Entscheidungen

Der frühere Formel-1-Weltmeister und ehemalige Mercedes-Fahrer Nico Rosberg aber sieht eine Grundlage für den Protest. Er sagt beim englischen 'Sky': "Sie hätten das Rennen mit einer noch zu fahrenden Runde freigegeben können, aber ohne die Überrundeten überholen zu lassen. Die Regeln würden das erlauben."

"Michael Masi kann entscheiden, ob er sie überholen lässt oder nicht. Er hat aber die Hälfte überholen lassen. Außerdem heißt es in den Regeln: Es braucht eine weitere Runde, bis der Restart erfolgen kann. Da gibt es also mehrere Punkte, an denen er nicht den Regeln gefolgt ist."

Martin Brundle, ebenfalls ein ehemaliger Formel-1-Rennfahrer, wirft ein, Masi habe "in guter Absicht" gehandelt. "Ob das Rennen oder die Meisterschaft hinter dem Safety-Car beendet wird oder nicht, das hat in diesem Moment keine Priorität. Die Sicherheit hat Priorät für ihn. Das ist seine Hauptaufgabe." Und: "Natürlich wollte man das Rennen [wieder] unter Grün haben."

Brundle: Jetzt entscheiden die Anwälte

Doch Brundle sieht keine Lösung. "Ich frage mich ja: Wenn die Abläufe nicht eingehalten wurden, wie kann man das wiedergutmachen? Mercedes wird natürlich sagen: Wir wollen, dass nach der vorletzten Runde gewertet wird. Ich bin mir aber nicht sicher, wo das im Regelwerk verankert wäre und ob es dafür einen Präzedenzfall gäbe."

Kurzum: Man müsse jetzt einfach "abwarten", so Brundle. Er fügt hinzu: "Das ist jetzt eher eine Aufgabe für Anwälte, hier eine Lösung zu finden. Es geht nicht um Meinungen, was richtig oder falsch war. Es geht einzig und alleine um eine rechtliche Situation. Regeln sind Regeln."

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