• 25. September 2021 · 17:43 Uhr

Valtteri Bottas auf P7: "Kann immer noch um den Sieg kämpfen"

Warum die Mercedes-Dominanz im Formel-1-Qualifying in Sotschi in Q3 keine Fortsetzung fand und weshalb Valtteri Bottas weiter an seine Siegchance glaubt

(Motorsport-Total.com) - Q1 und Q2 hatte Mercedes bestimmt, aber in Q3 ging es schief für die Sternmarke. Und am Ende steht Valtteri Bottas nur auf P7 der Startaufstellung zum Russland-Grand-Prix 2021 in Sotschi (das Rennen hier im Formel-1-Liveticker verfolgen!). Das macht der Finne vor allem an zwei Faktoren fest: dem Timing zum Wechsel auf Slicks und dem Crash seines Teamkollegen Lewis Hamilton in der Boxengasse.

Valtteri Bottas im Mercedes W12 auf feuchter Strecke im Formel-1-Qualifying zum Russland-Grand-Prix 2021 in Sotschi

Valtteri Bottas im Mercedes W12 auf feuchter Strecke im Formel-1-Qualifying in Sotschi Zoom Download

Letzteres hatte sich just vor den entscheidenden Stopps im Qualifying ereignet, und es verzögerte die Reifenwechsel bei Mercedes. "Wir haben es deshalb verpasst, zwei Runden [auf Slicks] zu fahren und haben nur eine hingekriegt. Und in dieser einen Runde sind die Reifen nicht auf Temperatur gekommen."

Laut Bottas hätte die zweite Runde auf Trockenreifen Mercedes "in der Theorie ziemlich weit nach vorne bringen müssen". Dass man diese Runde aber nicht geschafft habe, das sei "die größte Enttäuschung heute", so formuliert er es.

Hat Mercedes zu spät reagiert?

"Vielleicht sind wir auch etwas zu spät reingekommen", meint Bottas. "Andere hatten sich ja früher schon Slicks geholt." Williams-Fahrer George Russell etwa profitierte massiv davon, dass er insgesamt drei Versuche auf Trockenreifen fahren konnte.

Bottas wiederum hatte große Schwierigkeiten auf seiner einzigen Slick-Runde: "Das Auto tendierte zum Ausbrechen. Man spürte, dass die Reifen noch nicht auf Temperatur waren. Das war das große Problem. Du konntest die Reifen praktisch nicht belasten. Es wurde besser und besser gegen Ende der Runde, aber dann kam schon die Zielflagge raus."


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In seiner ersten Reaktion wusste Bottas jedoch nicht zu sagen, ob Mercedes etwas hätte besser machen können. Er selbst gibt an, den Wechsel auf Slicks gar nicht früher in Erwägung gezogen zu haben. O-Ton: "Als wir reinkamen, war das die erste Runde, in der ich glaubte, es könnte gehen mit Slicks."

Bottas fühlt sich durch Hamilton-Zwischenfall aufgehalten

Nun aber werde man das eigene Handeln im Qualifying noch einmal auf den Prüfstand stellen und hinterfragen, "ob die Diskussion [über den Reifenwechsel] früher hätte stattfinden sollen", so Bottas. Mercedes-Teamchef Toto Wolff verteidigt indes das Handeln seines Teams.

Und Bottas fügt hinzu: "Das große Problem war einfach das Warten in der Boxengasse [hinter Hamilton mit beschädigtem Auto]. Da haben wir die zweite Runde verloren. Und das kam uns teuer zu stehen."

Was mit einem weiteren Versuch auf Slicks möglich gewesen wäre? Bottas glaubt an die "Chance, auf die Pole zu fahren" und meint: "Wir hätten eine Möglichkeit gehabt, ja."

Trotz allem: Siegchance für Mercedes weiter gegeben

Doch das Ergebnis mit P7 in der Startaufstellung mindere seine Aussichten im Rennen nur bedingt. "Ich glaube, ich kann noch immer um den Sieg kämpfen", sagt Bottas. "Denn anhand unserer Pace vom Freitag auf den Longruns sollten wir gut dabei sein, vor allem im Trockenen. Vor uns liegt also ein interessantes Rennen."

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas vor der Mercedes-Box, nach dem Unfall von Hamilton im Formel-1-Qualifying zum Grand Prix von Russland in Sotschi

Nach dem Hamilton-Zwischenfall: Beide Mercedes stehen länger als geplant vor der Box Zoom Download

In jedem Fall müsse Mercedes die Gunst der Stunde nutzen und Red Bull distanzieren, zumal Max Verstappen aufgrund einer Startplatz-Strafe von ganz hinten losfährt und auch Sergio Perez hinter den Mercedes-Fahrern steht.

"Für die Gesamtwertung ist das eine große Chance", meint Bottas. "Wir können deutlich mehr Punkte holen als Red Bull."

Teamorder in Sotschi, wie 2018?

Und auch er selbst habe sich einiges vorgenommen: "Ich will gewinnen. Für mich sind individuelle Rennergebnisse immer noch eine große Motivation. Ich will auch, dass wir den fünften Konstrukteurstitel einfahren. Und natürlich: Wenn nicht ich den Fahrertitel gewinne, dann hätte ich gerne, dass es Lewis macht."

Dafür, das hatte Bottas bereits vor dem Rennwochenende betont, würde er sogar eine Teamorder gegen sich selbst in Kauf nehmen, wie schon einmal in Sotschi. 2018 hatte Mercedes Bottas im Rennen zugunsten von Hamilton zurückgepfiffen und Bottas so den Sieg gekostet.

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