• 25. September 2021 · 16:39 Uhr

Toto Wolff: Warum Mercedes nicht früher auf Slicks gewechselt ist

Dass Mercedes zu spät auf Slickreifen gewechselt ist, hält Toto Wolff eher für Pech als einen Fehler - Hamilton nach zwei Mauerküssen enttäuscht von sich selbst

(Motorsport-Total.com) - Bis kurz vor Ende des Qualifyings in Sotschi (Formel 1 2021 live im Ticker) sah alles nach einer lockeren Poleposition für Mercedes aus, doch am Ende verpassten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel auf Slickreifen und wurden daher nur Vierter und Siebter - deutlich zu wenig aus Sicht der Silberpfeile.

Lewis Hamilton (Mercedes W12) im Qualifying zum Formel-1-Rennen von Russland in Sotschi 2021

Mercedes hat zu spät auf die Trockenreifen gewechselt Zoom Download

Während die Konkurrenz um George Russell (Williams), Lando Norris (McLaren) und Carlos Sainz (Ferrari) frühzeitig auf Trockenreifen setzte, nahm Mercedes diese Gelegenheit zu spät wahr und konnte sich so zeitenmäßig nicht mehr verbessern.

Deutlich beklagte sich Hamilton darüber, dass er seine Reifen nicht auf Temperatur bekommen konnte: "Das war einfach schrecklich", hadert er. "Ich hatte sehr wenig Grip und ohne Temperatur in den Reifen war es sehr rutschig. Ich habe auf der Runde die Temperatur verloren."

Das Problem: "Das war ein Reifen, der in der zweiten Runde gut war", erklärt Motorsportchef Toto Wolff. "Ich bin sicher, dass wir schnell genug gewesen wären, um in die erste Startreihe zu fahren. Aber mit einer Runde hat man keine Chance."

Toto Wolff betont: War kein Fehler!

Dass sein Team einen strategischen Fehler gemacht hat, verneint der Österreicher aber: "Es gibt einfach Situationen, die einfach Pech sind", sagt er. Mercedes hatte die Box als erstes Team verlassen und war laut Wolff in einer Sequenz drin.

"Das bedeutet, wir hätten entweder die Runs auf den Intermediates abbrechen müssen, um zwei Soft-Runs zu bekommen. Oder wir hätten die Runde zu Ende fahren müssen - was wir getan haben", erklärt er.

Rückblickend betrachtet hätte er nichts anders gemacht. Man hätte höchstens später aus die Strecke gehen können. "Aber um zu wissen, was für Konsequenzen das haben würde, dazu braucht man eine Kristallkugel. Es war einfach Pech und hat uns Platz eins und zwei gekostet", sagt Wolff. "Manchmal laufen die Dinge einfach gegen dich."

Zwei Einschläge von Hamilton: "Unglaublich enttäuscht"

Nicht geholfen hat auch ein unüblicher Fehler von Hamilton, der vor dem Reifenwechsel in die Boxenmauer gefahren war. Dadurch musste das Team seinen Frontflügel wechseln und erst einmal Teamkollege Valtteri Bottas abfertigen, bevor man Hamilton noch einmal rausschicken konnte.

Doch auch ohne dieses Missgeschick hätte Mercedes nicht die benötigten zwei Runden mit den Slicks fahren können: "Das hat vielleicht eine halbe Minute oder 45 Sekunden gekostet. Das hat keinen Unterschied gemacht", winkt Wolff ab. "Wir wären nur noch früher über der Linie gewesen."

Hamilton versuchte anschließend noch einmal alles, war aber auf seinen kalten Reifen zu langsam. Zu allem Überfluss drehte er sich im letzten Sektor noch einmal und schlug ein zweites Mal in die Streckenbegrenzung ein. "Das kommt äußerst selten bei mir vor", ärgert sich der Brite. "Ich fühle mich wirklich schlecht."

Mercedes hat den Sieg im Visier

"Das war einfach ein Fehler von mir. Ich bin einfach unglaublich enttäuscht von mir selbst", sagt Hamilton. "Bis dahin war ich richtig gut drin, und es tut mir wirklich für alle im Team leid, denn so etwas erwartet man von einem Champion nicht. Aber es ist, wie es ist. Ich werde morgen mein Bestes geben und versuchen, es wieder gutzumachen."


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Zwar sind die Ausgangspositionen für Sonntag nicht ideal, dennoch gilt Mercedes natürlich weiterhin als Favorit auf den Rennsieg. Hauptkonkurrent Red Bull ist aufgrund des Motorenwechsels bei Max Verstappen und Platz neun von Sergio Perez in deutlich schlechterer Position, die drei Teams vor Hamilton sollten im Rennen eigentlich nicht die Pace von Mercedes haben.

"Wir können mit Lewis morgen gewinnen. Das sollte auch das Ziel sein", stellt Toto Wolff klar. "Und Valtteri kann locker auf das Podium kommen."

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