• 04. September 2021 · 18:30 Uhr

Marko über Perez-Aus in Q1 in Zandvoort: "Eine Lehre für die Zukunft"

Red-Bull-Pilot Sergio Perez scheidet im Qualifying zum Grand Prix der Niederlande in Zandvoort bereits in Q1 aus - Er beschwert sich über die Konkurrenz

(Motorsport-Total.com) - Für Sergio Perez ist das Qualifying zum Grand Prix der Niederlande (F1 2021 live im Ticker!) bereits nach Q1 vorbei. Der Mexikaner verpasst seinen letzten schnellen Versuch um wenige Sekunden, er reiht sich daher am Sonntag nur auf Startplatz 16 ein. 0,041 Sekunden fehlten auf den Einzug ins zweite Segment. Red Bull übt sich in Selbstkritik.

Sergio Perez

Sergio Perez scheidet in Zandvoort schon in Q1 aus Zoom Download

"Das Timing", meint Helmut Marko bei 'ServusTV' auf das Problem bei Perez angesprochen, habe nicht gestimmt. Der Red-Bull-Motorsportkonsulent kritisiert: "Die sind zum Schluss alle derartig langsam in die letzten Kurven gegangen. Er ist nicht mehr rausgekommen."

Bereits zum zweiten Mal in Serie hat der Mexikaner seinen letzten Versuch um wenige Sekunden verpasst, weil er es nicht mehr rechtzeitig über Start-Ziel geschafft hat. Das Problem kostete ihn bereits in Ungarn wertvolle Startplätze.

"Schaden minimieren": Neuer Honda-Motor für Perez

Marko gesteht: "Man hätte ihn früher hinausschicken müssen. Es hat zuerst so ausgesehen, als würde es sich ausgehen." Red-Bull-Teamchef Christian Horner präzisiert: "Wir hätten ihn etwas eher rausschicken können. Wir haben ihn aber mit genug Zeit rausgeschickt."

Eine "Kombination" aus mehreren unglücklichen Umständen habe zu dem Endergebnis geführt, meint der Brite. Denn Perez war das letzte Auto in der Schlange in der Boxengasse, die sich zur Outlap aufmachte. Alle hätten in der Boxenausfahrt "getrödelt".

Perez hat dadurch schon vor seiner Outlap Zeit verloren. "Es war dann sehr, sehr eng, als er in den letzten Sektor kam. Also sagten wir ihm, er müsse Druck machen." Allerdings lagen zu jenem Zeitpunkt noch mehrere Autos vor ihm.


Stunk bei Haas nach Zandvoort-Qualifying

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"Er hat es dann um etwa 1,5 Sekunden verpasst. Das ist unheimlich frustrierend, für ihn und für das Team. Jetzt müssen wir eben am Sonntag zurückschlagen", weiß Horner.

Marko merkt an: "Das ist eine Lehre für die Zukunft, vor allem auf einer Strecke, die so kurz ist." Und er kündigt an: Red Bull werde das Malheur nutzen und "so viele Teile wie möglich" am RB16B von Perez wechseln.

Vor allem einen neue Honda-Motor wird das Team wohl einbauen, da Perez sowieso eine Strafe gegen Saisonende drohen würde. "Damit wir den Schaden sozusagen minimieren und für die restliche Saison keine Strafeversetzungen mehr haben."

Eine vierte Power-Unit wäre ein Gewinn vor dem anstehenden Hochgeschwindigkeitskurs in Monza am kommenden Wochenende. Perez würde maximal vier Startplätze verlieren und von ganz hinten starten.

Sollten auch andere Teile, etwa die Konfiguration des Front- oder Heckflügels, gewechselt werden, dann müsste Perez unter dem geltenden Parc-ferme-Regelungen aus der Boxengasse starten. Dem Vernehmen nach möchte das Team Perez aber auf dem Grid starten lassen.

Perez: "Ein bisschen zu viel ist heute passiert"

"Das ist so frustrierend, denn wir hätten heute die Pace gehabt, um beide Autos in die erste Reihe zu stellen", schildert Perez selbst. "Wir hatten alles [in der Hand] und haben sehr starke Fortschritte gemacht. Wir hatten großes Potenzial heute. Uns haben nur ein paar Dinge nicht in die Karten gespielt."

Was ist schiefgelaufen? "Ein bisschen zu viel ist heute passiert", muss er sich nach der Enttäuschung sammeln. Red Bull habe zunächst die "horrende" Entwicklung der Strecke nicht kommen sehen, daher sei die Cut-Off-Zeit zu optimistisch berechnet gewesen.

Außerdem sei er zu Beginn des Zeittrainings mit "ein bisschen zu viel Sprit" auf die Strecke gegangen. "Dann haben wir die Rundenzeiten der anderen beobachtet, und gemerkt, dass wir in einem ziemlichen Schlamassel steckten."


F1: Grand Prix der Niederlande (Zandvoort) 2021 - Samstag

Er lag nach dem ersten Versuch auf dem Soft-Reifen sieben Zehntel hinter Teamkollegen Max Verstappen lange Zeit auf P6. Immer noch auf dem achten Rang liegend verließ er als letztes Fahrzeug die Boxengasse für seinen zweiten Versuch.

Vor ihm fädelten sich die beiden Mercedes- und die beiden Haas-Piloten auf. "Die Leute haben in der Boxengasse viel Abstand gelassen", beschwert er sich im Nachhinein.

Dadurch hatte er nur noch rund eineinhalb Minuten Zeit für seine Outlap - nicht genug. "Mit den Autos, die ich durchlassen musste, wurde es ein bisschen unübersichtlicher. Und ja, wahrscheinlich wäre es besser gewesen, wenn ich etwas früher losgefahren wäre."

Horner: Wo Verstappen schneller ist als Perez

Allerdings habe er zu jenem Zeitpunkt nicht gewusst, "wie kritisch" die Situation war. "Wir sind, glaube ich, mit zwei Minuten Vorsprung aus der Garage gefahren, wir hatten also noch genug Zeit." Aufgrund der bummelnden Konkurrenten und des Verkehrs auf der Outlap schaffte es Perez am Ende dennoch nicht rechtzeitig über die Linie.

Lag der Fehler womöglich insofern beim Team, da Perez keine explizite Warnung per Boxenfunk erhielt? "Das ist etwas, das ich gerne intern mit meinen Ingenieuren besprechen würde, um daraus zu lernen, was wir falsch gemacht haben", betont Perez.

Der Routinier zeigt nicht öffentlich mit dem Finger auf eine Person. "Ich möchte die Schuld nicht auf eine einzelne Person im Team schieben. Ich denke, wir sind alle schuld. Das ist unser Ansatz, und deshalb sind wir ein starkes Team."

Sergio Perez

Sergio Perez kommt nicht an die Leistungen von Verstappen heran Zoom Download

Perez betont außerdem, dass die schlechte Leistung "wirklich sehr weh" tue und "schwer zu verdauen" sei, da er wisse, was für ein Auto er heute zur Verfügung hatte - am Ende stand der andere RB16B auf der Poleposition.

Teamchef Horner hat bereits analysiert, wo Perez auf seinen Teamkollegen Zeit verloren hat. Vor allem im ersten Sektor sei Verstappen "schlicht herausragend". Im Kurvengeschlängel bis hin zu Kurve 6 nahm der Niederländer seinem Kollegen knapp zwei Zehntelsekunden im ersten Q1-Run ab.

"Die Kurven zwei und drei sind wahrscheinlich die entscheidenden Stellen, nicht nur für Sergio, sondern auch für den Rest des Feldes", merkt der Brite an. Dort macht Verstappen den Unterschied aus.

Perez' Ziel am Sonntag: Schaden minimieren & Punkte

"Sergio hat hier bisher nicht ganz das Selbstvertrauen. Das hat sich im dritten Training allmählich aufgebaut. Am Freitag hatte er einen recht ordentlichen Longrun gehabt. Nun liegt aber natürlich viel Arbeit vor ihm im Rennen."

Perez selbst bestätigt, er habe sich mit jeder Runde immer wohler gefühlt auf dem Kurs. "Morgen wird es sehr schwierig werden, aber ich freue mich darauf, zu versuchen Punkte zu holen, und den Schaden zu minimieren."

Was darf er sich vom wohl letzten Startplatz erwarten, sollte Red Bull sein Auto tatsächlich groß umbauen? "Ich denke, die Pace war sehr wohl da." Aber: "Wir stehen vor einem Rennen, bei dem niemand so recht weiß, was ihn erwartet."


Fotos: F1: Grand Prix der Niederlande (Zandvoort) 2021


Unter anderem macht den Fahrern der Sand und das Kies abseits der Ideallinie zu schaffen. Das könnte am Sonntag vor allem beim Überholen zum Problem werden. "Ja, auch wenn man folgt."

Schon in den Trainingseinheiten war die rote Flagge mehrfach im Einsatz. Könnte Perez durch Zwischenfälle womöglich morgen im Rennen nach vorne gespült werden? "Es ist sicherlich eine Strecke, die den Fahrern viel abverlangt", gibt er zu.

"Morgen ist also alles möglich. Es wird schwer zu überholen sein, es wird schwer zu folgen sein, aber wir müssen einfach ein möglichst gutes Rennen fahren."

Wird Pierre Gasly am Sonntag Schützenhilfe leisten?

Für Red Bull bedeutet der schlechte Startplatz von Perez auch, dass man im Gegensatz zu Mercedes im Rennen am Sonntag weniger strategische Möglichkeiten haben wird. Denn Lewis Hamilton und Valtteri Bottas starten direkt hintereinander aus den Positionen zwei und drei.

"Wir müssen uns einfach auf unser eigenes Rennen konzentrieren. In einer perfekten Welt fahren wir einfach vorneweg. Ich glaube nur, es wird nicht so einfach", gibt Horner zu bedenken.

"Mercedes hat eben zwei Leute, auf die sie ihre Strategie aufteilen können. Unser Hauptgegner aber ist Lewis. Man muss sich eben seine Gegner eben aussuchen."


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Zur Schützenhilfe für Lokalmatador Verstappen könnte in Zandvoort zwar nicht Perez aber ein anderer Pilot aus der Red-Bull-Familie ausrücken: Pierre Gasly. Der Franzose schaffte es überraschend auf P4.

"Gasly läuft zu immer besserer Form auf", freut sich Marko. "Es ist unglaublich, was er aus dem AlphaTauri herausholt. So hoffen wir, dass er für uns fahren wird."

Zum ersten Mal in dieser Saison scheidet Perez bereits in Q1 aus. Im internen Quali-Duell hat Teamkollege Verstappen mit seiner Zandvoort-Pole auf 12:1 gestellt.

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