• 30. Juli 2021 · 18:58 Uhr

McLaren unschlüssig: Sind die Updates ein Fortschritt?

Warum Lando Norris und Daniel Ricciardo beim Trainingsauftakt in Ungarn nicht herausgefunden haben, wie gut die McLaren-Updates anschlagen

(Motorsport-Total.com) - McLaren reiste mit einigen Neuteilen an den Hungaroring bei Budapest. Doch die Strecke verlässt das britische Formel-1-Traditionsteam nach dem Trainingsauftakt am Freitag vor allem mit Fragezeichen im Gepäck. Denn Lando Norris und Daniel Ricciardo wissen nach zwei Stunden Fahrzeit noch nicht genau, was sie von den Neuerungen am McLaren MCL35M halten sollen.

Lando Norris im McLaren-Mercedes MCL35M im Freien Training zum Grand Prix von Ungarn der Formel 1 2021 auf dem Hungaroring bei Budapest mit Flow-Vis-Farbe an den Bargeboards

Was neu ist am McLaren: Der Bereich der Bargeboards ist in Flow-Vis-Farbe gehalten Zoom Download

"Das analysieren wir heute Nacht", meint Ricciardo. Für den Moment sei es "ziemlich schwer zu sagen", was genau der Vorteil der Updates sei. "Wahrscheinlich", so sagt er weiter, "sind ein paar [dieser Updates] eher datengetrieben, wenn man so will."

Das könnte bedeuten: McLaren verspricht sich auf dem Papier eine Leistungssteigerung, die für die Fahrer auf der Rennstrecke nicht notwendigerweise greifbar ist.

Welche Neuerungen McLaren in Ungarn einsetzt

Aber was genau ist eigentlich neu am MCL35-Mercedes? Das Auto fuhr im Freitagstraining mit auffälliger Flow-Vis-Farbe, womit die Ingenieure den Luftstrom über einigen aerodynamischen Flächen sichtbar machen wollte - unter anderem im Bereich der Bargeboards vor den Seitenkästen.

Teamchef Andreas Seidl erklärte bei 'Sky', sein Team habe noch Neuteile am Unterboden vor den Hinterrädern verbaut, vor allem aber die seitlichen Windabweiser modifiziert. Nach dem ersten Training jedoch wollte auch Seidl keine Einschätzung zu den Neuerungen abgeben, wenngleich McLaren eine "grundsätzlich gute" Session damit gehabt habe.

Ricciardo: McLaren hatte von Anfang an ein Handicab

Ricciardo widerspricht Seidl in diesem Punkt. In seinen Augen sei der Vormittag "nicht besonders toll" gelaufen, weil er "ziemliche Probleme" gehabt habe. Details nennt der mehrmalige Formel-1-Rennsieger aber nicht.

Nur so viel: "Ich würde sagen, im zweiten Training haben wir einen Schritt nach vorne gemacht - nachdem wir anfangs zwei oder drei Schritte zurückgelegen waren. Über Nacht braucht es also mindestens einen weiteren Schritt, damit wir am Samstag in einer soliden Position sind."


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Von einer "soliden Position" spricht Ricciardo am Freitagabend nicht. McLaren hat mit Norris nur P9 und mit Ricciardo nur P13 im Klassement belegt, mit mehr als 1,3 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

Norris rätselt: Warum läuft es nicht bei McLaren in Ungarn?

Das hat auch Norris überrascht. Er verweist auf ein "eher schwieriges zweites Training" und ergänzt: "Wir sind normalerweise nie Raketen in dieser Einheit, haben normalerweise aber auch nie so große Probleme."

Auch dass Alpine und AlphaTauri "sehr schnell" gewesen sei, komme überraschend, genauso wie der fehlende Speed bei Ferrari, das die Top 10 verfehlte. Die eigene Pace könne Norris ebenfalls noch nicht einordnen. "Wir setzen uns heute Abend hin und versuchen zu verstehen, warum das so ist", meint er.

Grundsätzlich habe der McLaren am Freitag nicht mehr hergegeben: "Das Auto ist am Limit, sowohl auf der Vorderachse als auch auf der Hinterachse. Jetzt muss man sich überlegen, worauf man sich konzentrieren will. Ich weiß es nicht", sagt Norris und wirkt ratlos.

Sind die hohen Temperaturen schuld?

Einen Verdacht hat er aber doch: Die hohen Temperaturen von über 30 Grad Celsius in der Luft und über 60 Grad Celsius auf dem Asphalt könnten McLaren geschadet haben.


Fotos: McLaren, F1: Grand Prix von Ungarn (Budapest) 2021


Es sei "nicht so schön", das Auto unter diesen Umständen zu fahren, sagt Norris. "Du willst das Auto halt immer ans Limit bringen, aber unter diesen Bedingungen klappt das nicht so gut. Es fühlt sich deshalb nicht gut an."

"Wenn du eine Qualifying-Runde angehst, willst du spüren, dass du überall am Limit bist. So aber hast du dein Eindruck, leicht über das Limit hinauszuschießen. Aus Fahrersicht ist das nicht besonders prickelnd. Aber warten wir ab, wie sich das Wetter entwickelt."

Ricciardo jedenfalls setzt auf kühlere Bedingungen und meint: "Das würde uns hoffentlich mehr entgegenkommen und in eine bessere Ausgangslage versetzen."

In jedem Fall müsse es McLaren darum gehen, die Leistung im Qualifying auf den Punkt zu bringen. "Das Hauptziel ist Q3", sagt Norris. "Es handelt sich um eine sehr Qualifying-dominierte Rennstrecke. Der Samstag wird also wichtig. Darauf konzentrieren wir uns."

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