• 27. Juni 2021 · 16:26 Uhr

F1-Rennen Steiermark 2021: Verstappen gewinnt vor Hamilton!

Max Verstappen hat den Grand Prix auf dem Red-Bull-Ring vor Lewis Hamilton und Valtteri Bottas gewonnen - George Russell avanciert zum tragischen Helden

(Motorsport-Total.com) - Max Verstappen hat beim Grand Prix der Steiermark auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg seinen vierten Saisonsieg gefeiert und damit seine Führung in der Formel-1-WM 2021 ausgebaut. Der Red-Bull-Pilot gewann beim Heimspiel seines Rennstalls vor seinem Titelrivalen Lewis Hamilton (Mercedes).

Max Verstappen

Max Verstappen hat den Grand Prix der Steiermark in Spielberg gewonnen Zoom Download

Der vorhergesagte Regen blieb dem Rennen fern, und so war Spielberg ein taktisch geprägter Grand Prix, in dem das Managen der Reifen eine Schlüsselrolle spielte. Das schaffte Verstappen mit dem Red Bull insbesondere in der zweiten Rennhälfte deutlich besser, und so feierte er einen letztendlich souveränen Sieg.

Dritter wurde Valtteri Bottas (Mercedes) vor Sergio Perez (Red Bull), Lando Norris (McLaren), Carlos Sainz und Charles Leclerc (beide Ferrari).

Sebastian Vettel (Aston Martin) kam nach einem unauffälligen Rennen als Zwölfter ins Ziel, nachdem er kurz vor Schluss noch von Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) überholt wurde.

Mick Schumacher (Haas) wurde 16., erneut klar vor seinem Teamkollegen Nikita Masepin.

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War Verstappens Sieg je in Gefahr?

Nein. "Die haben in den letzten Rennen einiges verbessert, und es war unmöglich, mit ihnen mitzuhalten", seufzt Hamilton. "Ich weiß nicht genau, wo wir all die Zeit verlieren, aber ihre Longruns scheinen ein bisschen besser zu sein. Und ich habe das Gefühl, dass wir auf den Geraden langsamer sind." Um 0,25 Sekunden pro Runde, wie ihm Renningenieur Peter Bonnington während des Rennens noch einmal durchgab.

Verstappen klang natürlich wesentlich zufriedener. Er sagt: "Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl mit der Balance, und so konnte ich mich darauf konzentrieren, die Reifen zu managen. Ich hatte das Gefühl, dass meine Reifen noch nicht am Ende waren. Als sie an die Box kamen, haben wir darauf reagiert und sind in der Folge einfach weiterhin schnelle Zeiten gefahren. Das hat heute gut funktioniert."

Selbst Red-Bull-Teamchef Christian Horner findet: "Das war unser bisher dominantester Sieg in dieser Saison. Max hatte das Rennen unter Kontrolle, sodass wir immer genug Vorsprung hatten, um darauf zu reagieren, wenn sie irgendwas versuchen sollten." Mercedes-Teamchef Toto Wolff gibt zu: "Es war das erste Rennen in acht Jahren, das wir nicht gewinnen konnten, weil wir einfach zu langsam waren."

Wie hat sich Bottas gegen Perez durchgesetzt?

Zunächst lag Perez noch vor Bottas. Die Entscheidung brachte der (einzige) Boxenstopp. Perez, als einziger Topfahrer auf Soft gestartet, kam eine Runde früher rein und hätte somit eigentlich gegen einen strategischen Undercut abgesichert sein sollen. Doch weil seine Crew für den Reifenwechsel 4,8 Sekunden brauchte (gegen 2,6 bei Bottas), verlor er die Position an den Finnen.

Perez kam Bottas nach dem Boxenstopp zunächst näher und entschied sich für einen zweiten Boxenstopp. Ähnlich wie Verstappen vor einer Woche in Le Castellet nutzte er die frischen Reifen für eine furiose Aufholjagd. Am Ende fehlten 0,527 Sekunden auf Bottas. Eine Runde länger, und das Rennen wäre womöglich anders ausgegangen.

"Schade, dass sein Boxenstopp nicht besser gelaufen ist. Sonst hätte er die Position ziemlich locker verteidigt", sagt Horner.

Wie lief das Rennen der beiden Deutschen?

Unspektakulär. Vettel kam als Zwölfter aus der ersten Runde zurück und steckte über weite Strecken des Rennens in einer Kampfgruppe fest. Um aus dieser auszubrechen, hatte sein Aston Martin nicht genug Speed. Besser lief's für seinen Teamkollegen Lance Stroll, der nach einer guten ersten Runde an sechster Stelle lag und letztendlich als Achter vor Fernando Alonso (Alpine) ins Ziel kam.


Warum das Rennergebnis so schlecht ausgefallen ist

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Schumachers einziger Gegner war einmal mehr Teamkollege Nikita Masepin. Der Russe erwischte heute einen guten Start und lag kurzzeitig an 15. Stelle. Doch lange konnte er sich nicht vor Schumacher halten. Obwohl er dessen ersten Angriff noch abwehren konnte, ging Schumacher später an ihm vorbei und beendete das Rennen als 16.

Warum hat sich Norris beim Überholen nicht gewehrt?

Der McLaren-Pilot erwischte einen guten Start und behauptete zunächst seinen dritten Platz, obwohl Perez in der ersten Runde kurzzeitig schon durch war. Doch das konnte Norris kontern. In der zehnten Runde gab er sich dann allerdings geschlagen und ließ zuerst den Red Bull und eine Runde später den Mercedes von Bottas relativ kampflos durch.

Warum, das hatte McLaren-Teamchef Andreas Seidl schon vor dem Rennen angedeutet: "Wir müssen eine Entscheidung treffen: Macht es Sinn, mit den beiden zu kämpfen, oder müssen wir sie leider ziehen lassen und uns auf unser eigenes Rennen konzentrieren?" Nach hinten hatte Norris, als die beiden durch waren, zunächst fünf Sekunden Vorsprung auf Stroll.

War Ferrari im Rennen besser als im Qualifying?

Es gibt zwar keinen plausiblen Grund dafür, aber: Ja! "Nach dem, was in der ersten Runde war, war es ein unglaubliches Rennen für uns", sagt Charles Leclerc, der nach dem frühen Boxenstopp eine tolle Aufholjagd zeigte und zum Mann des Rennens gewählt wurde. "Ohne den Zwischenfall wäre viel, viel mehr drin gewesen. Das war wahrscheinlich eines der besten Rennen, das ich in der Formel 1 je gefahren bin", findet er.

Letztendlich kam er als Siebter ins Ziel, 12,514 Sekunden hinter Teamkollege Sainz, dem seinerseits 6,962 Sekunden auf Norris fehlten. Sainz hatte den Grundstein für dieses Ergebnis mit einem 41 Runden langen Stint auf den Mediumreifen gelegt. So lang konnte sonst nur Daniel Ricciardo (McLaren) den ersten Boxenstopp hinauszögern. Ein ermutigendes Reichen für den als "Reifenfresser" kritisierten Ferrari.

"Wir haben einen sehr starken Stint auf dem Medium hinbekommen, mit dem ich fast die ganze Gruppe vor mir überholt habe", analysiert Sainz. "Nach fünf oder zehn Runden habe ich realisiert, dass Lewis Probleme mit den Reifen hatte, also musste ich mich zurückrunden. Aber da war Lando schon zu weit weg und ich hatte mir hinter ihm die Reifen ein bisschen zu stark verschlissen."

Was war das Problem bei George Russell?

Der Williams-Pilot schien im ersten Stint an achter Stelle auf Kurs zu seinen ersten WM-Punkten für seinen derzeitigen Arbeitgeber zu sein. Doch sein erster Boxenstopp dauerte länger als geplant, weil über den Seitenkasten Stickstoff in sein Pneumatiksystem gepumpt werden musste. Wenig später kam er aus genau dem gleichen Grund ein zweites Mal rein. "Wir haben ein Problem mit dem Antrieb", ließ Williams über eine WhatsApp-Gruppe für Medienvertreter ausrichten.

"Diese Punkte heute wären für uns eine Riesensache gewesen", trauert Russell der vergebenen Chance nach. "Ich glaube, dass ein siebter oder achter Platz möglich gewesen wäre. Ich war schneller als Alonso, und vier oder sechs Punkte in der Konstrukteurs-WM wären für uns einfach riesig gewesen, einfach riesig."

Warum ist Pierre Gasly so früh ausgeschieden?

Der AlphaTauri-Fahrer und Leclerc fuhren Seite an Seite durch die erste Kurve und ließen sich dabei nach außen tragen. Auf dem Weg rauf zu Kurve 3 schlitzte Leclerc mit seinem Frontflügel das linke Hinterrad von Gasly auf, der unmittelbar vom Gas gehen musste und damit eine Kettenreaktion auslöste.

In Kurve 3 drehte Gasly unabsichtlich Antonio Giovinazzi (Alfa Romeo) um und fügte Nicholas Latifi (Williams) einen Reifenschaden zu. Latifi musste ebenso wie Leclerc an die Box kommen und fiel im Klassement zurück. Für Gasly war der Grand Prix damit schon beendet.

Und wie geht's jetzt in der WM weiter?

Das nächste Rennen findet schon in einer Woche statt, erneut auf dem Red-Bull-Ring. Während Red Bull noch munter weiterentwickelt, hat sich Mercedes entschieden, die Entwicklung für 2021 auf Eis zu legen. Das bedeute nicht, dass man den Titel abschreibt, stellt Toto Wolff klar. "Aber die Antwort ist nicht, das Auto wieder in den Windkanal zu schieben und noch eine Zehntel zu finden", sagt er. Sondern man wolle sich ab jetzt darauf konzentrieren, das bestehende Paket zu optimieren, um 2022 optimal in die Saison starten zu können.

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