• 05. Juni 2021 · 18:43 Uhr

Lando Norris kotzt über Strafversetzung ab: "Das ist scheiße", "unfair"!

Weil er unter roter Flagge nicht sofort an die Box gefahren war, muss Lando Norris am Sonntag drei Startplätze zurück - Dafür hat er überhaupt kein Verständnis

(Motorsport-Total.com) - Schlechte Nachrichten für McLaren und Lando Norris: Der Brite wird beim morgigen Rennen in Aserbaidschan um drei Startplätze nach hinten versetzt werden. Grund ist ein Vergehen unter roter Flagge. Norris war während der Neutralisation für den Unfall von Antonio Giovinazzi in Q1 nicht sofort an die Box gefahren.

Lando Norris

Lando Norris wird am Sonntag nur von Startplatz neun aus ins Rennen gehen Zoom Download

Norris befand sich gerade auf der Start-Ziel-Geraden, als die rote Flagge herauskam. Der McLaren-Pilot ging vom Gas, bremste und war bereits auf dem Weg in die Boxengasse, als er noch einmal nach rechts zog und doch weiterfuhr.

"Soll ich reinkommen oder weiterfahren?", fragte Norris am Funk. Als die Antwort seines Renningenieurs ("Du kannst reinkommen") kam, hatte sich Norris aber schon anders entschieden. "Ich kann nicht mehr", seine Antwort.

Das vermerkten auch die Rennkommissare in ihrer Urteilsbegründung: "In diesem Moment war er nicht sicher, was er tun sollte, und fragte sein Team über Funk. Obwohl das Team ihn unmittelbar anwies, in die Boxengasse zu fahren, war es zu spät und NOR fuhr noch einmal über die Ziellinie."

Norris führt Strafpunktetabelle an

Eigentlich halten die Rennkommissare bei einem Verstoß gegen rote Flaggen eine Strafversetzung von fünf Positionen für angebracht, in Norris' Fall kam aber eine kurze Reaktionszeit strafmildernd hinzu. "Daher ist als Ausnahmefall ein Verlust von drei Startplätzen angemessen", heißt es.

Durch die Strafversetzung fällt der McLaren-Pilot von Startplatz sechs auf Startplatz neun zurück. Sergio Perez (Red Bull), Yuki Tsunoda (AlphaTauri) und Fernando Alonso (Alpine) rücken dafür eine Position auf. Mercedes-Pilot Valtteri Bottas bleibt hingegen hinter Norris auf dem zehnten Startplatz.

Mit den drei Strafpunkten, die Norris für das Vergehen noch bekommen hat, liegt er mittlerweile bei acht und führt die Tabelle an (zur Übersicht). Ab zwölf Strafpunkten innerhalb eines Jahres wird ein Fahrer für ein Rennen gesperrt. Am 10. Juli verfallen beim Briten jedoch wieder zwei Zähler, die er für ein Gelbvergehen in Spielberg im vergangenen Jahr bekommen hatte.

Norris wehrt sich: "Habe nichts falsch gemacht"

Mit der Entscheidung ist Norris aber in keinster Weise einverstanden: "Ich bin natürlich etwas enttäuscht", sagt er. "Meiner Meinung nach habe ich überhaupt nichts falsch gemacht." Die Bestrafung findet er "hart", denn die Fahrer müssen sich in Sekundenbruchteilen entscheiden, was sie machen.

"Die Boxengasse hätte ja auch blockiert sein können und man hätte nicht in die Box fahren dürfen. Dann wäre das wieder eine andere Geschichte: 'Warum bist du an die Box gekommen? Das hättest du nicht tun dürfen'", hadert er. "Ich hatte nicht einmal Zeit, mit meinem Ingenieur zu reden. Das ist scheiße."


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Obwohl die Kommissare in seinem Fall bereits strafmildernd entschieden haben, hält er das Urteil nicht für fair und sagt, dass die Kommissare häufig auch schon gnädiger waren, wenn ein Fahrer alles in seiner Macht Stehende getan hat.

Für ihn wäre eine Ermahnung in dem Fall angemessen und er hätte sich gewünscht, dass sich die Kommissare in die Haut der Fahrer versetzen und das Regelbuch im Zweifel auch einmal überstimmen.

"Verdiene die drei Strafpunkte nicht"

"Ich habe niemanden gefährdet. Wenn überhaupt, dann habe ich die sichere Option gewählt. Und das macht es noch schlimmer", ärgert er sich. "Ich verdiene die drei Strafpunkte dafür nicht. Ich habe überhaupt nichts Gefährliches getan. Und ich habe auch nichts gemacht, weil ich einfach keine Ahnung hatte. So ist es nicht."

Er ist der Meinung, dass sein Sonntag für so eine Aktion "nicht ruiniert werden" sollte. "Meiner Meinung nach ist es eine schlechte Entscheidung, eine unfaire Strafe, eine unfaire Regel", schimpft er. "Aber so ist es nun einmal. Ich kann nichts dagegen machen."

Seit einigen Jahren gibt es in der Formel 1 Fahrerkommissare, die bei der Entscheidungsfindung helfen und die Sicht der Fahrer darlegen können. In Baku ist Ex-Formel-1-Pilot Enrique Bernoldi für diese Rolle zuständig.

"Ich bin mir sicher, dass er etwas dazu zu sagen hat", meint Norris, weiß aber nicht, ob die Erfahrung immer hilft. "Was mir passiert ist, kommt echt selten vor", sagt er. "Manchmal kann etwas vorkommen, was noch nie passiert ist. Er wird gesagt haben, was er darüber denkt. Aber ich weiß nicht, was es war."

Wenn Regeln Regeln sind ...

"Aber es gibt einfach diese Regeln. Einige Jungs haben gemeint, dass mein Verhalten absolut richtig war. Und ich hatte nicht einmal einen Vorteil dadurch", sagt Norris weiter. "Im Gegenteil: Weil es deutlich länger bis zur Box dauert, waren meine Reifen deutlich kälter. Das hat meinen nächsten Run beeinträchtigt. Ich habe es einfach gemacht, weil es das Sicherste war."

Auch Teamchef Andreas Seidl stellt sich auf die Seite seines Fahrers: "Wir sind entschieden dagegen, dass wir wegen so etwas eine Strafe bekommen, die unser Rennen ruiniert", sagt er. "Ich weiß nicht, warum die Kommissare keinen Spielraum haben, eine andere Strafe zu geben, wenn sie schon meinen, eine geben zu müssen."

"Dass wir nicht einmal die Möglichkeit haben, in so einem Fall eine Verwarnung zu bekommen, weil es eine Strafe geben muss, das ist enttäuschend."

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