• 13. Dezember 2020 · 10:42 Uhr

Zak Brown: Leider kann es auch noch WM-Platz fünf werden für McLaren ...

McLaren liegt vor dem Saisonfinale zehn Punkte hinter Racing Point in der Konstrukteurs-WM, hat aber die bessere Ausgangslage für das letzte Rennen

(Motorsport-Total.com) - Zum ersten Mal seit der Saison 2012 könnte das McLaren-Team eine Saison auf dem dritten WM-Rang beenden. Vor dem Saisonfinale in Abu Dhabi (F1 2020 live im Ticker!) fehlen dem britischen Traditionsteam zehn Punkte auf Racing Point. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir bis zum letzten Rennen um Rang drei kämpfen", gesteht Zak Brown.

Lance Stroll, Lando Norris

McLaren vs. Racing Point um WM-Platz drei Zoom Download

Der McLaren-Geschäftsführer betont, dass sein Team keinesfalls einen Schritt zurück machen wolle. Aber: "Leider kann es auch noch der fünfte Platz werden." Denn auch Renault mischt in dem Kampf um wertvolles Preisgeld noch mit. Aktuell liegen die Franzosen zwölf Punkte hinter McLaren, 22 hinter Racing Point.

Unabhängig vom endgültigen Ergebnis in der Saison 2020 bezeichnet Brown das Jahr als "Erfolg" und "weiteren Schritt vorwärts". Denn was die reine Performance und Zuverlässigkeit auf der Rennstrecke angeht, habe sich McLaren definitiv verbessert.

McLaren 2020 am dritthäufigsten in Q3

Nach dem Aufwärtstrend im Vorjahr - WM-Rang vier mit 145 Punkten - konnte McLaren die Erwartungen für diese Saison ebenso erfüllen. Mit aktuell 184 Punkten holten Lando Norris und Carlos Sainz noch einmal deutlich mehr Zähler im Vergleich, zweimal standen die beiden auf dem Podium (Österreich 1 und Italien 1).

"Wir haben uns von diesem Jahr erwartet, den Abstand zur Spitze zu verringern. Zwar ist das immer noch eine große Lücke, aber wir konnten statistisch gesehen definitiv aufholen. Wenn man sich unsere Renn- und Quali-Pace ansieht, haben wir den Abstand verringert."

McLaren hatte im Qualifying im Durschnitt in diesem Jahr zwischen 1,0 und 1,4 Sekunden Rückstand auf Mercedes, im Vorjahr belief sich der Abstand auf 1,2 bis 1,8 Sekunden. "Das ist eine mögliche Sichtweise, aber auch unsere Zuverlässigkeit hat sich verbessert, das Chassis wurde besser."

Außerdem ist Brown stolz auf die Qualifying-Leistungen seiner Piloten: "Wir sind das zweit oder drittbeste Team im Qualifying in Q3." Ein Blick auf die Statistik zeigt: Nur Mercedes (34 Mal) und Red Bull (31 Mal) waren häufiger im letzten Abschnitt des Zeittrainings zu finden.

Im Rennen hatte McLaren mehreren Chancen auf ein Podium, ein Sieg gelang dem Team allerdings auch im achten Jahr in Folge nicht. In Monza hatte Sainz die größte Chance auf einen Triumph, ganz knapp musste er sich allerdings Pierre Gasly im AlphaTauri geschlagen geben.

"Wir brauchen ein wenig mehr Speed und Glück. Wenn man sich das Rennen in Monza ansieht, dann hatten wir eigentlich den Speed hinter Mercedes. Carlos hat ein sehr gutes Qualifying gezeigt und war gleich Zweiter. Gasly hat vom Reifenwechsel während der Roten Flagge profitiert."

Norris startet auf P4: Zehn Prozent der Arbeit erledigt

Daher ist der US-Manager davon überzeugt, dass McLaren jenes Rennen in Italien gewinnen hätte können. "Ein oder zwei Runden mehr, und wir hätte es wohl geschafft." Auch am vergangenen Wochenende in Bahrain hatten die Topteams Schwierigkeiten, wieder konnte McLaren das Pech der anderen aber nicht zur Gänze ausschöpfen.

"Sergio war extrem schnell in Bahrain. Immer wenn es einen Sieger gibt, der keinen Mercedes fährt oder nicht Max [Verstappen] heißt, dann hat das mit Glück, einer Safety-Car-Phase oder einer Gelben Flagge zu tun. Aber Sergio war das schnellste Auto an jenem Tag, das war sehr beeindruckend", zollt er Perez Respekt.

In Abu Dhabi startet der Sachir-Sieger nur vom 19. Startplatz (Motorwechsel). Die McLaren-Fahrer konnten sich im Qualifying hingegen auf den Rängen vier und sechs platzieren. "Das ist unsere beste Chance im Moment", weiß Norris. Aber: "90 Prozent der Arbeit müssen wir am Sonntag erledigen."


Grand Prix von Abu Dhabi - Sonntag

Sonderlich beruhigt ist der Brite ob der schlechten Ausgangsposition seines Kontrahenten allerdings nicht, denn er kennt Perez' Stärken sehr genau: "Er ist bekannt dafür, dass er vom letzten Platz noch aufs Podium fahren kann. Vergangenes Wochenende war er schon fast raus und hat das Rennen dann noch gewonnen."

McLaren dürfe sich daher keineswegs auf den Lorbeeren des Zeittrainings ausruhen. "Wir müssen uns sehr darauf konzentrieren, alles aus unserem Rennen rauszuholen. Wir müssen nach vorne schauen, nicht zurück. Und wir wissen, dass Racing Point extrem schnell ist."

Der zweite rosa Renner steht mit Lance Stroll auf Startplatz acht. Allerdings hat der Kanadier ein Handicap, er wird mit einem alten Mercedes-Motor fahren müssen, der bereits am Ende des Lebenszyklus angekommen ist. Norris hingegen hat einen klaren Pace-Vorteil dank des Motorwechsels in Bahrain.

Sainz: Beide Racing Point werden in die Top 8 kommen

"Ich glaube, dass beide Racing Point im Rennen in den Top 8 landen werden", prophezeit Sainz. Er rechnet damit, dass er im direkten Duell gegen Stroll und Perez um die Punkte kämpfen wird müssen. "Mit dem Auto, das sie haben, wird Checo ganz einfach durchs Feld pflügen können und Lance auch starke Punkte holen."

Ob McLaren die zehn Zähler auf die rosarote Konkurrenz noch aufholen wird können, werde also vor allem davon abhängen, ob Norris und Sainz ihre Startpositionen halten können. "Es wird aber auch davon abhängen, was Racing Point macht", glaubt der Spanier. Die Strategie wird das britische Team vollkommen auf den WM-Kampf und weniger auf einen einzelnen Piloten auslegen.


Fotos: McLaren, Grand Prix von Abu Dhabi


Das bestätigt Norris: "Hundertprozentig. Diese Einstellung hatten wir schon in den vergangenen Wochen. Das ist zum Besten für mich und mein Team." Sainz stimmt seinem Teamkollegen vor seinem letzten Rennen für McLaren zu. "Es geht morgen um Zusammenarbeit und einen guten Teamspirit."

Aber auch auf Renault vergisst Norris nicht: "Wir wissen, dass auch die sehr schnell sind." Allerdings starten Daniel Ricciardo und Esteban Ocon nur von den Plätzen zehn und elf. Ihr Vorteil ist die freie Reifenwahl am Start.

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