• 09. August 2020 · 17:46 Uhr

Erklärt: Warum Nico Hülkenberg nochmal an die Box kam und P5 verlor

Ein zusätzlicher Boxenstopp: Deshalb hat Nico Hülkenberg beim Renncomeback in der Formel 1 in Silverstone ein Top-5-Ergebnis verpasst

(Motorsport-Total.com) - Es wurde nichts aus dem erhofften ersten Podestplatz für Nico Hülkenberg in der Formel 1. Doch es wurde auch nichts mit einem Top-5-Ergebnis beim Renncomeback des Deutschen, obwohl es lange danach aussah. Warum aber belegte Hülkenberg für Racing Point am Ende des Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone 2020 nur die siebte Position?

Nico Hülkenberg

Racing-Point-Fahrer Nico Hülkenberg belegte in Silverstone den siebten Platz Zoom Download

Teamchef Otmar Szafnauer erklärt bei 'RTL': Der dritte Boxenstopp von Hülkenberg sei "auch für [das Team]" überraschend gekommen, zumal nur zehn Runden vor Rennende.

"Er hat wohl sehr große Vibrationen verspürt, und zwar am Reifen hinten links. Wir glaubten, die Ursache könnte Blasenwurf auf dem Reifen sein", sagt Szafnauer.

Teamchef: Hätte nicht gereicht bis Rennende

Man habe Hülkenberg dann aus Sicherheitsgründen zum Reifenwechsel hereingeholt. Begründung: "Wir wollten nicht, dass er das Rennen nicht beenden kann."

Später meldete das Team, es sei "unwahrscheinlich", dass Hülkenberg ohne den zusätzlichen Reifenwechsel über die Runden gekommen wäre.

Durch den späten Boxenstopp, Hülkenbergs dritten in diesem Rennen, verlor er Position fünf an Red-Bull-Mann Alexander Albon und fiel auch noch hinter seinen Racing-Point-Teamkollegen Lance Stroll zurück. Endergebnis: P7.

Verschwörungstheorien um den Boxenstopp

In den sozialen Netzwerken wurde sofort spekuliert, Racing Point - konkreter: Teammitbesitzer Lawrence Stroll - könnte zugunsten von Stroll jun. eine Stallregie ausgegeben haben. Racing Point entgegnete dieser Theorie so: "[Lawrence Stroll] ist kein Rennstratege, soweit wir wissen."

Und Hülkenberg selbst befand nach dem Rennen bei 'Sky' und 'RTL', der letzte Boxenstopp sei "leider Gottes notwendig" gewesen. Er erklärt: Ich weiß nicht, was mit dem zweiten Satz Prime passiert ist, aber der lief nicht wirklich nach Plan. Ich hatte ziemliche Balance-Probleme und Mitte des Stints schon Blasenbildung auf beiden Hinterreifen, glaube ich."


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Es habe sich "massiver Gripverlust" eingestellt, meint Hülkenberg. "Ich hatte aber auch Vibrationen. Das hat uns letztendlich gezwungen, noch den dritten Stopp zu machen. Ich glaube nicht, dass ich es auf dem zweiten Prime-Satz bis zum Ende geschafft hätte."

Traum von P3 "ein bisschen vermessen"

Unterm Strich sei er "zufrieden" mit seiner Leistung beim Formel-1-Comeback, sagt Hülkenberg weiter und erklärt mit Blick auf das verpasste Podestergebnis: "Nicht das Märchen, wie sich das alle gewünscht hatten. Ich glaube, das war auch ein bisschen vermessen, wenn man davon ausgeht bei so starken Red Bull und Mercedes und so weiter."

Es sei körperlich "schon anstrengend" gewesen im Rennen, betont Hülkenberg. "Ich werde morgen den einen oder anderen Muskel spüren, wahrscheinlich alle. Aber jetzt geht es ans Regenieren und dann schauen wir in ein paar Tagen, was passiert."

Er selbst wisse noch nicht, ob er in Barcelona erneut anstelle von Sergio Perez bei Racing Point fahren werde, werde dort aber auf jeden Fall vor Ort sein, ab Mittwoch oder ab Donnerstag. "Dann warten wir auf die frohe Kunde, oder aufs Ende", meint Hülkenberg.

Hülkenberg: Gespräche für 2021 laufen

Ungeachtet der unsicheren kurzfristigen Zukunft glaubt Ex-Weltmeister Nico Rosberg, Hülkenberg habe sich nachhaltig empfohlen, "um für nächstes Jahr ein Cockpit zu bekommen", so sagt er bei 'RTL'. Hülkenberg habe Qualifying und Rennen "perfekt" bestritten und "Platz fünf wäre easy drin gewesen".


Fotostrecke: Das Formel-1-Comeback von Nico Hülkenberg in Bildern

Hülkenberg stimmt zu: "Die erste Rennhälfte hatte ich unter Kontrolle, aber der zweite harte Reifensatz, der fühlte sich anders an, und der funktionierte einfach nicht gut."

Er befinde sich aber auch unabhängig von seinem aktuellen Abschneiden bereits in Gesprächen für 2021. "Man bleibt in Kontakt mit Teamchefs, man spricht über Möglichkeiten", sagt er.

"All das passiert hinter den Kulissen und es dürfte noch eine Weile dauern, bis es etwas Handfestes gibt, aber das ist in Ordnung für mich."

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