• 17. März 2019 · 11:33 Uhr

Haas-Drama wiederholt sich: Grosjean nach Boxenpanne K.o.

Übles Deja vu für das Haas-Team: Wie schon im Vorjahr Ausfall durch Panne beim Boxenstopp - Grosjean hadert: "Australien mag mich einfach nicht"

(Motorsport-Total.com) - Wäre da nicht die neue Lackierung im Haas-Team, hätte wohl so mancher Zuschauer des Großen Preises von Australien 2019 nach dem Boxenstopp von Romain Grosjean sich ernsthaft gefragt, ob er sich nicht versehentlich gerade das Rennen von 2018 anschaut. Das zweite Jahr in Folge schied der Doppelstaatsbürger nach einer Panne beim Boxenstopp aus. (Formel 1 2019 im Live-Ticker!)

Romain Grosjean

Romain Grosjean hatte im Albert Park mal wieder frühzeitig Feierabend Zoom Download

Zwar konnte Grosjean nach einem Problem am linken Vorderreifen anders als im Vorjahr noch mehrere Runden weiterfahren, doch das Resultat blieb dasselbe: Ausfall durch ein lockeres Rad. "'Schade' fasst es wirklich gut zusammen", sagt der Leidtragende gegenüber 'BBC R5'. "Wir haben das ganze Wochenende und das ganze Rennen hindurch stark ausgesehen. Das zweite Jahr in Folge dasselbe Problem. Das dritte Jahr in Folge in den Punkten ausgeschieden. Australien scheint mich einfach nicht zu mögen. Ich komme so gerne hierher. wir hatten so ein gutes Wochenende, aber ja - schade."

Während der 32-Jährige verständlicherweise mit seinem Schicksal hadert, erklärt Teamchef Günther Steiner, was beim verhängnisvollen Boxenstopp in Runde 15 passiert ist: "Die Radmutter ist gebrochen. Das liegt daran, dass sie beim Boxenstopp festgeschraubt, dann wieder gelöst und erneut festgeschraubt wurde. Dabei kann man das Gewinde beschädigen. Sie ist dann in der Folge einfach kaputt gegangen."

Die Sache bleibt ein Rätsel, denn der Schlagschrauber wurde von erfahrenem Personal bedient. "Es ist sehr seltsam", grübelt auch Steiner. "Nach Melbourne im vergangenen Jahr hatten wir 20 rennen ohne Probleme. Dann kommen wir wieder hierher und passiert erneut."

Dabei hat Haas noch extra Boxenstopps im Vorfeld geübt. Hunderte Male wurden Stopps unter Stress simuliert. War das vielleicht zu viel des Guten? "Es ist schwer, zu definieren, ob man übertrainiert", so die Antwort von Steiner. "Wir wissen, dass es ohne Training nicht funktioniert. Aber wo ist der goldene Mittelweg? Ich glaube aber auch nicht an Pech. Man ist seines eigenen Glückes Schmied."

Erneut wertvolle Punkte liegen gelassen

Der Auslöser ist auch im menschlichen Herdentrieb zu suchen. Kimi Räikkönen brachte mit einem äußerst frühen Boxenstopp den Stein ins Rollen, die Konkurrenz zog nach. "an hat gesehen, dass Hülkenberg schon nur knapp vor Räikkönen wieder herauskam. Das Problem bei Romain war, dass er auch bei einem normalen Stopp schon nicht mehr vor Nico rausgekommen wäre." Der Druck, es wenigstens noch vor Räikkönen zu schaffen, dürfte zum Boxenchaos beigetragen haben.

Was die Sache so ärgerlich macht: Grosjean war auf bestem Wege, sichere Punkte für das Team einzufahren. Vor dem Stopp lag er hinter Teamkollege Kevin Magnussen, der ihn beim Start überholt hatte, auf der siebten Position. Bei einem problemlosen Stopp wäre Grosjean immer noch in den Punkterängen gelandet. Durch den missglückten Stopp fiel er allerdings aus den Top 10 heraus, der Ausfall zog dann endgültig den Schlussstrich.


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"Es wird nicht leicht sein, das zu verdauen", gibt der GP2-Meister von 2011 zu. "Wir müssen jetzt als Team daraus wachsen und schauen, dass das nie wieder passiert. So will man nicht in die Saison starten." Immerhin macht die Pace des Fahrzeugs Mut. "Ja, es war wirklich schnell. Ich hoffe, dass das auch die nächsten paar Rennen so sein wird." Steiner versucht. die Sache mit Humor zu nehmen: "Wenigstens haben wir diesmal 50 Prozent unserer Autos nach Hause gebracht, dann werden es nächstes Jahr hoffentlich 100 Prozent sein."

Neue Aero mit guten Ansätzen, doch Überholen weiter schwer

Da er mitten in einem Pulk fuhr, hatte Romain Grosjean auch die Möglichkeit, sich vom neuen Aero-Paket der Formel 1 zu überzeugen, mit dem das Überholen einfacher werden soll. Ergebnis: Im Ansatz gut, aber nicht zu Ende gedacht: "Es ist einfacher geworden, einem anderen Auto hinterher zu fahren. Das ist schon einmal gut. Aber die Reifen neigen dazu, zu überhitzen, wenn man anfängt Druck zu machen. Man schaue sich einmal an, wie lange es gedauert hat, bis wir an Giovinazzi vorbeigekommen sind. Es erfordert einfach zu viel Energie von den Reifen, bis sie überhitzen."

Sein Fazit: Es sehe schon einmal besser im Fernsehen aus, weil die Autos nun dichter hintereinander herfahren können, was auf dem Albert Park Street Circuit auch der Fall war. "Aber jetzt müssen wir den nächsten Schritt hinkriegen und das sind robustere Reifen für besseres Racing."

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