• 15. März 2019 · 14:58 Uhr

Toro Rosso baut ersten Crash: Kuriose Probleme bei Rookie Alexander Albon

Formel-1-Rookie Alexander Albon erlebt einen durchwachsenen Freitag in Melbourne, samt Dreher und Unfall - Daniil Kwjat beim Comeback optimistisch

(Motorsport-Total.com) - Alexander Albon sorgte in seinem ersten Freien Training gleich für den ersten Unfall der Formel-1-Saison 2019. Der Brite mit thailändischen Wurzeln war in Kurve 1 auf Abwegen unterwegs, auch im zweiten Training kämpfte er mit dem STR14 und drehte sich. Die Anfängerfehler gestand er wenig später ein. Im Gesamtergebnis am Freitag landete Albon auf Position 17 (1:24.675 Minuten/ +2,075 Sekunden). Teamkollege Daniil Kwjat schaffte beim Comeback im Toro Rosso die elftbeste Zeit (1:23.933/+1,333).

Alexander Albon

Crash beim Auftakt: Albon im ersten Freien Training in der Mauer Zoom Download

"Der Tag hat ganz gut begonnen. Ich habe mich mit dem Auto und der Strecke vertraut gemacht. Die Strecke ist wirklich cool, ziemlich wellig. Das war eine große Überraschung, aber ich habe es genossen. Ich habe versucht, Selbstvertrauen zu gewinnen", schildert Albon die Anfänge am Vormittag. Nach einer Stunde Training verursachte er in Kurve 1 schließlich die rote Flagge.

Der Rookie schlug mit dem Toro Rosso in der Mauer ein und beschädigte sich dabei die Frontpartie. "Leider wurde ich dann von dem Dreher am Ende überrascht. Das hatte einfach mit meiner Unerfahrenheit und den Reifen zu tun, die etwas zu heiß waren", erklärt er die Gründe und nimmt die Schuld auf sich.

"Komisches Problem" mit der Lenkung in Kurve 11

Toro Rossos Chefrenningenieur Jonathan Eddolls bestätigt Albons Schilderung: "Er hat unterschätzt, dass die Reifen bei höherer Temperatur Grip verlieren. Daher hat er sich am Ende der Session gedreht. Dabei kann man hier leicht in die Mauer einschlagen. Wir haben uns daher entschieden, das Auto gründlich zu untersuchen. Die Session hat sich dadurch ein wenig verkürzt." Albon schaffte insgesamt 61 Runden am Freitag.

"Im zweiten Training wollte ich meinen Rhythmus aufbauen. Ich habe mit ein paar kurzen Runs begonnen. Auf einer schnellen Runde habe ich dann in Kurve 11 den Fehler gemacht. Ansonsten war es nicht so schlecht." Albon schildert, dass er in der Kurvenkombination 11 und 12 einen weiteren Schreckmoment erlebt hat.

"Das war ein komisches Problem. Das hatte ich zuvor noch nie. Ich bin durch Kurve 11 gefahren und als ich in Kurve 12 komme, konnte ich nicht mehr lenken. Ich war mehr oder weniger [zwischen Lenkrad] und Kopfstütze eingeklemmt. Ich musste meine Hand heben und die Runde abbrechen." Er konnte einen Unfall noch vermeiden. In weiterer Folge wird Toro Rosso an der Bewegungsfreiheit im Cockpit arbeiten. "Das war nichts Ernstes, aber es hat mich überrascht. Wir werden uns ansehen, ob ich mehr Freiheit für meine Hände bekomme."

Wind und Bodenwellen fordern den Rookie

Nicht nur die Position im Cockpit und die Reifen machten Albon an seinem ersten Arbeitstag Probleme. Auch die äußeren Bedingungen machten ihm zu schaffen: "Es ist hier sehr windig, nicht wie in Barcelona. Man hat hier Rückenwind, was für mich total neu ist. Diese Autos reagieren sehr sensibel auf Rückenwind oder auch Gegenwind. Die Balance ändert sich dadurch massiv. Es hilft dir dann natürlich nicht, wenn du eine Windböe in Kurve 1 erwischt."


Grand Prix von Australien - Freitag

Deshalb sah man weitere Ausrutscher von Albon im zweiten Training. Ihm fehlte Grip auf der Strecke. Mit Aufregung und Nervosität hätten die Fehler jedenfalls nichts zu tun gehabt. "All die Aufregung und Nervosität passiert im Hotel und hier. Wenn der Helm einmal auf ist, dann verfliegt das sehr schnell. Dann fokussiert man sich auf das Rennfahren." Für das Qualifying am Samstag hat er sich zum Ziel genommen, im vorderen Mittelfeld mitzukämpfen.

"Wir wissen, dass das Mittelfeld sehr eng beisammen liegt. Jene Teams, die das Set-up richtig hinbekommen und die besten Fahrer haben, werden vorne stehen. Das ist das Ziel für morgen." Seine Fehler hat er bereits analysiert und abgehakt. "Am besten ist, man vergisst diese Dinge gleich wieder. Ich habe realisiert, was ich falsch gemacht habe, habe mich damit befasst und bin dann weitergefahren."

Kwjat: "So sollte ein guter Freitag aussehen"

Am Samstag steht er vor der Herausforderung, sich in Q1 gegen 19 andere durchzusetzen. Da heißt es, die Reifen in das optimale Arbeitsfenster zu bringen und sich möglichst aus dem Verkehr zu halten. "In Barcelona hatten wir nur die Hälfte der Autos auf der Strecke. Da wird es ganz schön voll werden." Zumindest konnte er bei den Tests bereits alle Schritte durchgehen, um sich auf die Zeitenjagd vorzubereiten.

Daniil Kwjat

Daniil Kwjat schafft am Freitag P11 im zweiten Training Zoom Download

Teamkollege Daniil Kwjat kennt die Abläufe bereits aus seiner ersten Toro-Rosso-Ära. Bei seinem Comeback fühlte sich der Russe auf Anhieb wohl. Er spricht von einem sehr gelungenen Auftakt. "Das war ein produktiver Freitag. Wir konnten das Programm ziemlich problemlos abspulen. Ich kann mich an keine Rückschläge erinnern von meiner Seite. So sollte ein guter Freitag aussehen."

Allerdings unterlief auch dem Russen ein Fehler im zweiten Training. Er drehte sich im letzten Sektor, konnte aber weiterfahren. Den Wind, mit dem Albon zu kämpfen hatte, bemerkte auch Kwjat. "Ja, heute war es windig. Wir hatten total andere Bedingungen als in Barcelona. Die Strecke hat mehr Bodenwellen hier, mehr Wind. Wir hatten zuvor sieben fast perfekte Tage in Barcelona. Hier diese Strecke ähnelt eher einem Stadtkurs. Natürlich ist das ein großer Unterschied."

Honda-Quali-Modus? Kwjat weiß von nichts

Das Team präsentierte sich wie schon bei den Testfahrten teilweise sehr stark, teilweise mittelmäßig. Während Red Bull damit rechnet, rund eine Sekunde vor Toro Rosso zu liegen, hatte Kwjat am Freitag nur eine halbe Sekunde Rückstand auf die Zeit von Max Verstappen. "Auf der Performance-Seite sieht es sehr eng aus", weiß Kwjat. Auch er rechnet mit einem engen Kampf im Mittelfeld.


Fotos: Grand Prix von Australien


Im Longrun auf dem weichen Reifen über 14 Runden war er im Durchschnitt rund eine Sekunde langsamer als Lewis Hamilton im Mercedes, womit er sich im Mittelfeld einreihte. "Auf dem Longrun hatten wir auch keine Probleme. Es geht nun darum, alles zu analysieren. Zwar kann man im Longrun schnell sein, aber wenn du hinter einem anderen Auto, das etwas langsamer ist, feststeckst, dann wird es sehr schwierig sein zu überholen. Daher müssen wir uns zuerst auf das Qualifying konzentrieren."

Mit dem "Messer zwischen den Zähnen" wird morgen angegriffen - mit dem Honda-Qualifying-Modus? "Mit mir wurde das nicht besprochen, meine Ingenieure wissen vielleicht mehr. Wenn das Qualifying dann losgeht, werden wir mehr wissen", lässt sich der Rückkehrer überraschen.

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