• 22. Oktober 2016 · 21:02 Uhr

Formel 1 USA 2016: Erste Austin-Pole für Lewis Hamilton

Lewis Hamilton sichert sich mit einem tollen ersten Sektor die Pole-Position in Texas - Red Bull mit gesplitteter Reifenstrategie erster Mercedes-Verfolger

(Motorsport-Total.com) - Mit einer Weltklasse-Leistung vor allem im ersten Sektor sicherte sich Lewis Hamilton die Pole-Position zum Grand Prix der USA in Austin, Texas (Formel 1 2016 live im Ticker). Der Mercedes-Pilot fuhr in Q3 eine Bestzeit von 1:34.999 Minuten und hängte damit seinen Teamkollegen Nico Rosberg um 0,261 Sekunden ab. Sebastian Vettel (Ferrari) erreichte mit 1,359 Sekunden Rückstand den ernüchternden sechsten Platz.

Nico Rosberg, Lewis Hamilton, Daniel Ricciardo

Nico Rosberg steht in Austin zum ersten Mal seit 2013 nicht auf Pole-Position Zoom Download

Das Mercedes-Duell um die Pole war wieder einmal elektrisierend, und zwar von der ersten Minute an. Die addierten Q1- und Q2-Bestzeiten von Hamilton und Rosberg ergaben eine Zeitdifferenz von gerade mal 0,005 Sekunden! Und nach dem ersten Q3-Run hatte Hamilton 0,072 Sekunden Vorsprung auf Rosberg, der jedoch die erste Kurve verpatzt hatte. Somit war vor der endgültigen Entscheidung noch alles offen.

Dann die Schrecksekunde vor dem Showdown: Hamilton schließt plötzlich auf Rosberg auf (der Abstand auf seinen Vordermann nimmt), bleibt fast stehen, funkt an den Kommandostand: "Fehlschaltungen in den siebten Gang!" Das Team gibt Entwarnung - und Hamilton legt, diesmal ohne Rosberg-Fehler in der ersten Kurve, gleich im ersten Sektor den Grundstein für die erste nicht deutsche Pole in Austin: 25,066 zu 25,361 Sekunden!

"Die erste Kurve", sagt Hamilton stolz, "war hier immer meine Schwachstelle. Jetzt nicht mehr." Der Blick auf die besten Sektoren zeigt: In T2 und T3 war Rosberg besser, und zwar mit 38,086 zu 38,248 (T2) beziehungsweise mit 31,599 zu 31,785 Sekunden (T3). "Nico war schon drei Zehntel schneller und hat dann alles wieder verloren. Ich weiß nicht genau wo, aber plötzlich war die Zeit weg", sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff. "Vielleicht wäre sich das ausgegangen."

Rosberg, dem im WM-Finish zweite und dritte Plätze reichen, um Weltmeister zu werden, nimmt den zweiten Startplatz nach zwei Austin-Poles 2014 und 2015 gelassen hin: "Eigentlich ist alles gut gelaufen. Lewis war einfach schneller", gibt der WM-Leader (33 Punkte Vorsprung) zu. "Aber wie wir wissen, ist das Qualifying dieses Jahr nicht alles. Ich habe auch vom zweiten Platz noch alle Chancen, das Rennen zu gewinnen."

Erster Mercedes-Gegner im Qualifying war erwartungsgemäß Red Bull. An die Doppel-Bestzeit im Abschlusstraining konnten Daniel Ricciardo (3./+0,510) und Max Verstappen (4./0,748) aber nicht ganz anknüpfen. "Wir wissen, dass Mercedes für das Qualifying-Extra-Power abrufen kann", analysiert Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. "Im Rennen wird der Abstand geringer sein. Wir sind zufrieden. Die Ausgangsposition ist sehr gut."

Zumal Verstappen - genau wie die Mercedes-Piloten - auf den härteren Soft-Pirellis durch Q2 kam und im Rennen mit diesen starten darf. Ricciardo: "Max wollte den Soft probieren, ich habe mich für den Supersoft entschieden. Damit fühlte ich mich wohler." Außerdem erhofft er sich so etwas mehr Grip am Start - und Wolff weiß: "Sie können sich ein bisschen mehr spielen und haben ein bisschen mehr Varianten."

Verstappen wäre am liebsten mit den härteren Reifen vor seinem Teamkollegen gestanden. "Die letzte Runde war nicht so toll", seufzt er. "In der letzten Kurve hatte ich enormes Übersteuern. Ich hatte mir ein wenig mehr erwartet." Aber die tollen Longrun-Zeiten am Freitag stimmen Red Bull zuversichtlich. Marko: "Die Longruns waren sehr gut, der Reifenverschleiß war gegenüber der Konkurrenz auch besser."

Ferrari war diesmal nur dritte Kraft, mit knapp einer halben Sekunde Rückstand auf Red Bull. Sebastian Vettel war um 0,227 Sekunden langsamer als Kimi Räikkönen und wurde Sechster; im Qualifying-Stallduell führt der Deutsche aber weiterhin mit 10:8. "Bis Q3 hat das Quali gar nicht so schlecht ausgesehen", findet er. Räikkönen analysiert nüchtern: "Die Balance ist okay. Wir sind auf eine Runde gesehen einfach nicht schnell genug."

Dass die ersten zwei Reihen außer Reichweite sind, dämmerte Vettel schon in Q1: "That's where we are", funkte er nach seiner ersten Runde, nach der er mit 0,855 Sekunden Rückstand Siebter war. Immerhin musste das Getriebe nach dem Abschlusstraining nicht gewechselt werden. Die Aussetzer im fünften Gang lagen nicht an einem mechanischen Defekt, sondern an einer falschen Elektronikeinstellung, die in der Mittagspause korrigiert werden konnte.

Erfreulich aus deutscher Sicht: Nico Hülkenberg (Force India) legte als frischgebackener Renault-Werksfahrer 2017 eine seiner besten Saisonleistungen hin. Am Ende von Q2 hatte er nur 0,371 Sekunden Rückstand auf Ricciardo, und sein einziger Q3-Run brachte ihm mit einer halben Sekunde Vorsprung auf das Williams-Duo Bottas/Massa den siebten Startplatz ein. Damit steht es im Force-India-Stallduell wieder 9:9.

Bereits in Q1 gab es prominente Opfer. Zum einen Romain Grosjean vom US-Heimteam Haas, der als 17. knapp am Cut scheiterte. Zum anderen Jenson Button (19./McLaren), der auf seiner schnellen Runde den Renault von Jolyon Palmer (16.) in der allerletzten Kurve vor sich hatte. Palmer versuchte noch, den Platz freizumachen, reagierte aber zu spät. Aufklärung lieferte sein Boxenfunk: Der Renningenieur hatte Button ("Ich bin sauer!") übersehen und Palmer nicht gewarnt.

Buttons Teamkollege Fernando Alonso (12.) schaffte es zwar in Q2, lag nach dem ersten Versuch an zehnter Position, fiel dann aber doch noch zurück. "Es wäre nett, auf der Geraden nicht immer ein Zehntel zu verlieren", klagte er am Boxenfunk. Ebenfalls in Q2 schied Sergio Perez aus. Der Force-India-Pilot wurde im Finish des zweiten Segments noch von Felipe Massa (9./Williams/+2,270) überholt, der seine erste Runde verpatzt hatte.

Pascal Wehrlein (Manor) machte indes im Manor-Duell gegen den zweiten Mercedes-Junior, Esteban Ocon, einen wichtigen Schritt. Nach einem bis dahin schwierigen Wochenende und einer langsameren Zeit in der ersten Q1-Runde konnte er im zweiten Versuch zulegen und den Franzosen um zweieinhalb Zehntelsekunden distanzieren. Wehrlein wurde 20., Ocon 22. und Letzter. Im Qualifying-Stallduell führt der Deutsche nun mit 4:2.

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