• 20. Juni 2015 · 12:02 Uhr

Formel 1 Österreich 2015: Vettel mit Bestzeit vor dem Regen

Vor dem einsetzenden Regen fuhr Vettel im letzten Freien Training zum Österreich-Grand-Prix zur Bestzeit - Hamilton knapp dahinter - Sainz beeindruckt im Regen

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel hat beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg seine Siegambitionen unterstrichen und im dritten Freien Training am Samstagvormittag für eine weitere Bestzeit (das Ergebnis im Überblick!) gesorgt. Der Ferrari-Star fuhr eine Runde in 1:09.994 Minuten und war damit nur rund drei Zehntelsekunden langsamer als die schnellsten Mercedes-Umläufe des Vortags - jedoch zückte Vettel nur die weiche Pirelli-Mischung, nicht den für das Qualifying designierten Supersoft und hat so für den Nachmittag noch Luft nach oben.

Sebastian Vettel

Sebastian Vettel fuhr vor dem Regen noch zur Bestzeit des Vormittags Zoom Download

Auf Platz zwei landete Lewis Hamilton (0,017 Sekunden), den dritten Rang markierte Vettels Stallgefährte Kimi Räikkönen (+0,183 Sekunden). Um auf Tempo zu kommen benötigte der Finne allerdings erneut viel mehr Zeit als der Teamkollege, was ihn im Qualifying teuer zu stehen kommen könnte. Trotzdem untermauerte seine Position die Prognose, dass Ferrari in Österreich ein heißes Eisen ist (was sonst noch geschah in der gesamten Trainingschronologie!).

Überraschend nahe an die Spitze schob sich Sergio Perez im Force India (4., +0,227 Sekunden), allerdings vertraute der Mexikaner im Gegensatz zur Konkurrenz auf die superweichen Gummis, mit denen er Nico Rosberg (5., +0,338 Sekunden) foppte. Dem Vizeweltmeister unterliefen einige Fehler insbesondere beim Finden der Bremspunkte, die noch am Freitag nur bei Hamilton zu beobachten waren.

Williams befindet sich vor dem Qualifying mit Felipe Massa (6., +0,414 Sekunden) und Valtteri Bottas (7., +0,423 Sekunden) in Lauerstellung. Die Top 10 komplettierten Toro-Rosso-Kücken Max Verstappen (8., +0,442 Sekunden), Lotus-Pilot Pastor Maldonado (9., +0,582 Sekunden) und sein Teamkollege Romain Grosjean (10., +0,869 Sekunden). Nico Hülkenberg weist die Zeitentabelle als Elften aus.

Diese Rangordnung war kurz nach der Halbzeit des 60-minütigen Trainings in Stein gemeißelt, denn der Himmel über Spielberg öffnete seine Schleusen und verwandelte die Session in eine Wasserschlacht. Noch kurz zuvor waren die letzten schnellen Runden unter trockenen Bedingungen nicht mehr gezeitet worden, weil Fernando Alonso (15.) seinen McLaren schon wieder mit einem technischen Defekt abstellen musste und die Rennleitung die rote Flagge zeigte. In der Folge wurde ein Getriebewechsel nötig, was die Startplatzstrafe von 20 Plätzen wie bei Jenson Button auf 25 Ränge anschraubt.

Nachdem mit Slicks trotz der Versuche zahlreicher Piloten keine ernstzunehmende Ausfahrt mehr möglich war und Hülkenberg bei einer Erkundungsrunde auf Intermediates mehr den Grünstreifen als den Asphalt unter die Räder genommen hatte, gab es lange gar keinen Fahrbetrieb mehr. Erst Toro-Rosso-Youngster Carlos Sainz (13.) ließ den Motor wieder aufheulen, fabrizierte zwei Kiesbett-Besuche und einen Dreher - war aber bis zum Ende der Session der mit Abstand schnellste Mann im Nassen.

Der Sohn der gleichnamigen Rallyelegende nutzte die blau markierten Regenreifen, was sich als gute Wahl herausstellte. Schließlich waren Vettel und Räikkönen auf Intermediates ebenfalls häufig auf Abwegen, aber nicht annähernd so schnell wie Sainz. Auch Co-Grünschnabel Max Verstappen zeigte, dass er in der Lage ist, ein Formel-1-Auto bei Regen schnell zu bewegen - um Haaresbreite vermied er mit stark übersteuerndem Auto eine Kollision mit Räikkönen, um den Ex-Champion nur wenige Meter später zu überholen.

Nicht mehr im Regen auf die Strecke ging Hamilton - schlechte Erinnerungen an seinen Fauxpas im Freien Training in Kanada unter ähnlichen Bedingungen? Rosberg jedenfalls nutzte die Chance und war der einzige Pilot, der an die Fabelzeiten Sainz' herankam. Auch McLaren, Lotus und Manor vermieden nasse Füße und fuhren nicht mehr, was verwundern musste: Schließlich ist auch für Qualifying und Rennen eine hohe Regenwahrscheinlichkeit angekündigt, was Trainingszeit umso wertvoller machte.

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