• 15. März 2015 · 11:50 Uhr

Sauber in Melbourne stark: Die Gründe für die Auferstehung

Wie Phönix aus der Asche: Sauber ist beim Formel-1-Auftakt in Melbourne stark und fährt auf WM-Rang drei - Die Gründe für die Auferstehung des Schweizer Rennstalls

(Motorsport-Total.com) - So mancher Fernsehzuschauer rieb sich Sonntagfrüh überrascht die Augen, als plötzlich ein blaues Auto mit Ferrari und Red Bull um die Verfolgerplätze kämpfte. Es handelte sich um Rookie Felipe Nasr im neu lackierten Sauber. Der Brasilianer ließ Red-Bull-Star Daniel Ricciardo keine Chance, wurde vom Mercedes-Express nicht überrundet und kam als starker Fünfter ins Ziel. Sauber ist beim Formel-1-Saisonauftakt 2015 in Australien wie ein Phönix aus der Asche auferstanden.

Noch am Freitagvormittag hatten die beiden C34 aus der Feder von Chefdesigner Eric Gandelin kein Rad gedreht. Das schwebende Verfahren um den Fahrervertrag mit Giedo van der Garde hing wie ein Damoklesschwert über dem gebeutelten Rennstall. In der gesamten Vorjahressaison konnten die Schweizer keinen einzigen WM-Punkt sammeln. Nach Melbourne hält das Team bei 14 Zählern und ist WM-Dritter! Auch Marcus Ericsson fiel mit beherzten Überholmanövern auf und wurde Achter.

Doch was sind die Gründe für die Auferstehung von Sauber? An der neuen Lackierung wird es nicht liegen. "Wir haben schon bei den Wintertests gesehen, dass das Auto deutlich besser ist als vergangenes Jahr", sagt Teamchefin Monisha Kaltenborn bei 'Sky Sports F1. "Es ist das Chassis, aber natürlich auch die Antriebseinheit von Ferrari, das kann man nicht ignorieren. Ferrari hat da einen guten Job gemacht."

Viel liegt am verbesserten Ferrari-Antrieb

Ferrari hat beim Antrieb einen deutlichen Fortschritt erzielt, wie auch die Performance der beiden Werksfahrer Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen zeigte. Ferrari war in Melbourne von der Pace her das zweitbeste Team hinter Mercedes. Davon profitiert auch Sauber. Im vergangenen Jahr war das Ansprechverhalten des Hybrid-Systems nicht optimal. Man sah die Ferrari-Fahrer am Kurvenausgang oft rutschen und zucken, was jetzt in Melbourne kaum der Fall war.

Monisha Kaltenborn

Das starke Ergebnis war Balsam für die Seele von Monisha Kaltenborn Zoom Download

Außerdem war im Vorjahr eine große Schwäche, dass im Rennen am Turbolader zu wenig elektrische Energie umgewandelt wurde. Für 2015 wollte man eine bessere Balance zwischen Qualifying und Rennen schaffen. Der Benzinverbrauch am Verbrennungsmotor wurde auch optimiert, es steht unter dem Strich im Rennen mehr Leistung zur Verfügung. Mit Erfolg, denn im Vorjahr war Ferrari im Rennen schwächer als im Qualifying. Nun konnte das Performance-Level gehalten werden, die Autos mit Ferrari-Antrieb fielen nicht zurück.

"Ferrari hat einen wirklich großen Schritt mit der Antriebseinheit gemacht", lobt Kaltenborn den Partner aus Italien. "Das zeigt auch, was wir und auch Ferrari vergangenes Jahr für einen Nachteil hatten. Natürlich, wenn du beim Chassis auch nicht genauso die Fortschritte machst und das alles in die gleiche Richtung geht, bekommst du auch dein Paket nicht verbessert. Es ist ein deutlich besseres Gesamtpaket, das wir haben. Das war auch vergangenes Jahr so. Man muss immer das Gesamtpaket im Auge haben."

Was kommt noch von Sauber?

Red-Bull-Teamchef Christian Horner war angesichts der Chancenlosigkeit von Ricciardo gegen Nasr naturgemäß nicht zufrieden. Er glaubt nicht, dass Sauber ein besseres Chassis als Red Bull hat: "Trotz Respekt vor Sauber glaube ich dennoch nicht, dass sie zwischen dem Vorjahr und dem aktuellen Auto so viel beim Chassis gefunden haben. Viel ist gleich, sie haben den gleichen Front- und Heckflügel. Ferrari hat den ganz klaren Fortschritt geschafft."

Marcus Ericsson

Auch Marcus Ericsson holte als Achter vier WM-Punkte beim Sauber-Debüt Zoom Download

Dass sich Horner ärgert, kann Sauber egal sein. Zum ersten Mal seit dem Grand Prix von Japan im Jahr 2013 wurden in einem Rennen 14 Punkte auf einen Schlag gesammelt. Die Erleichterung ist Kaltenborn anzusehen: "Wenn man so ein Resultat im ersten Rennen erzielt, ist es wie ein Traum, der wahr wird. Man kann solche Ergebnisse nicht erwarten. Wir wussten und wir hofften, dass wir besser sind. Unsere Ingenieure haben einen sehr guten Job bei der Antriebseinheit gemacht und wenn man das dann auch auf Chassis-Seite hinbekommt, hat man ein deutlich besseres Paket."

Mit diesem Auftakt hat Sauber die schwierige Vorjahressaison ausmerzen können. Viel Druck fiel vom Team ab. In der Hackordnung sind die Schweizer das viert- oder fünftbeste Team. Lotus schied mit beiden Autos in der ersten Runde aus und wird in einem ähnlichen Bereich eingeschätzt. Was dürfen sich die Schweizer-Fans für die nächsten Rennen erwarten? "Es ist noch viel zu früh um nach einem Rennen irgendetwas sagen zu können", will Kaltenborn keine weiteren Punkte ankündigen. "Bei den Wintertests haben wir vor allem am Ende gesehen, dass wir wohl irgendwo im Mittelfeld sein werden, ob vorne, in der Mitte oder hinten, wir sind im Mittelfeld."

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