• 22. November 2014 · 10:37 Uhr

Haug erwartet keine Kollision: Schlechtes Omen?

Norbert Haug rechnet beim Grand Prix von Abu Dhabi nicht mit einem Crash der Mercedes-Piloten, doch mit dieser Einschätzung lag er schon einmal falsch

(Motorsport-Total.com) - "Diese Arie, der eine schießt den anderen mit Absicht ab, das können Sie vergessen. Ich kann es mir nur vorstellen, wenn die Technik versagt, ansonsten sind das Artisten und Könner am Lenkrad." Das waren vor dem Großen Preis von Belgien bei 'Sky' die Worte des früheren Mercedes-Motorsportchefs Norbert Haug. Kurz darauf kam es beim Rennen der Formel 1 in Spa-Francorchamps zur Berührung zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton, die den "Krieg der Sterne" eskalieren ließ.

Vor diesem Hintergrund muss den Mercedes-Verantwortlichen Angst und Bange werden, wenn sie heute die 'Bild'-Zeitung aufschlagen. Denn orakelt Haug, angesprochen auf eine mögliche teaminterne Kollision der Silberpfeile beim Saisonfinale in Abu Dhabi: "Das könnte passieren, wird aber nicht." Dabei wäre dies für Lewis Hamilton ein möglicher Weg zum Titel. Kollidiert er mit Nico Rosberg und scheiden beide aus, ist der Brite Weltmeister. Auf gleiche Weise hatte sich schon sein großes Vorbild Ayrton Senna 1990 gegen Alain Prost den WM-Titel gesichert.

Diesen Hintergrund kennt natürlich auch Niki Lauda, der sich mit dem Szenario einer Kollision auch beschäftigt hat und zu dem Schluss kommt: "Die Chance einer Karambolage ist groß, weil es im Kampf um die WM um den entscheidenden Schlag geht. Das Risiko muss man wohl akzeptieren, weil wir sie frei fahren lassen, es ist jedenfalls wesentlich höher als bislang", sagt der Aufsichtsratschef des Teams im Interview mit der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung'.

Haug ist jedoch fest davon überzeugt, dass Hamilton nicht mit diesem "schweren Makel" Weltmeister werden will. "Lieber fährt er geschlagen durchs Ziel, als Sieger und Weltmeister durch Crash zu werden", glaubt Haug. Dennoch rechnet er nicht mit einem langweiligen Rennen, und erwartet auch nicht, dass Hamilton nur taktisch und mit Blick auf den WM-Titel fährt. "Wer glaubt, dass Lewis nur hinter Nico herfahren wird, um dann als Zweiter im Ziel seinen Titel zu feiern, täuscht sich", sagt Haug. "Lewis will gewinnen und Nico muss gewinnen."

Und das traut Haug seinem Landsmann Rosberg auch zu. Zwar sei Hamilton in den Rennen oft der Schnellere gewesen, doch Rosberg könne in Abu Dhabi im Grunde befreit auffahren. "Nico hat nichts mehr und Lewis alles zu verlieren. Da sind Nerven breiter als die Rennbahn gefragt." Einen WM-Tipp lässt sich der Ex-Mercedes-Mann aber nicht entlocken. Auf die Frage, wer Weltmeister werde, antwortet Haug nur: "Der Stern."


Nico Rosberg vor dem Rennen in Abu Dhabi

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An den Titelgewinnen von Mercedes hat auch der 61-Jährige, der Ende 2012 als Motorsportchef ausschied, seinen Anteil. Diesen will Haug jedoch nicht herausstellen, Erfolg passiere nur im Team meint er. Stattdessen rückt der Schwabe zwei andere Väter des Erfolges in den Mittelpunkt. "Michael Schumacher hat sehr geholfen, den Aufbau in richtige Bahnen zu lenken. Ross Brawn hat großen Anteil an dieser Erfolgsstory", würdigt Haug die Verdienste des früheren Piloten und des Ex-Teamchefs.

"Heute macht die Teamleitung mit Toto Wolff, Paddy Lowe und Team-Aufsichtsrat Niki Lauda einen perfekten Job. Das ist herausragend", lobt Haug auch die aktuelle Führungsriege. Das Team lasse beide Fahrer gleichberechtigt und frei um den Titel fahren, und beide dankten es mit einer extrem spannenden Saison. "Guckt euch an, was Lewis und Nico vorführen. So geht's!"

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