• 11. Januar 2026 · 17:52 Uhr

Ford macht klare Ansage für den F1-Einstieg mit Red Bull

Während Audi darauf abzielt, 2030 um den Formel-1-Titel zu kämpfen, weiß Ford, dass man mit Red Bull von Beginn an liefern muss, auch wegen Max Verstappen

(Motorsport-Total.com) - Für Red Bull markiert die Saison 2026 ein neues Kapitel in der Teamgeschichte: Zum ersten Mal seit der Übernahme von Jaguar im Jahr 2005 wird Red Bull Racing mit einem eigenen Antrieb in der Formel 1 antreten. Langfristig soll das Vorteile bringen, auch wenn kurzfristig noch Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit offen sind.

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Die Partnerschaft zwischen Red Bull und Ford soll bereits 2026 Früchte tragen Zoom Download

Ford-Performance-Direktor Mark Rushbrook hat bereits bestätigt, dass man interne Zielvorgaben erreicht hat und das Powertrains-Projekt im Plan liegt. Die entscheidende Frage ist jedoch, wo andere Motorenhersteller die Messlatte angesetzt haben.

Rushbrook stimmt der Einschätzung von Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu, dass Red-Bull-Ford als Neueinsteiger "den Mount Everest zu erklimmen" habe, weiß aber gleichzeitig, dass es 2026 keine Zeit für einen gemächlichen Start geben wird. Das hängt freilich auch mit Max Verstappen und dem Fahrermarkt zusammen.

Verstappens Manager Raymond Vermeulen erklärte unmissverständlich, dass dieses Jahr entscheidend für die langfristige Zukunft des Niederländers sei. Und das ergibt angesichts eines offenbar recht offenen Fahrermarkts für 2027 durchaus Sinn.

Ford-Erfolg nicht allein an Verstappen geknüpft

Als Verstappens Zukunft im vergangenen Jahr diskutiert wurde, stellte Rushbrook bereits klar, dass Fords Engagement in der Formel 1 nicht von einer einzelnen Person abhänge, und somit auch nicht von Verstappen. Er betonte aber zugleich, dass er froh sei, den viermaligen Formel-1-Weltmeister weiterhin im Team zu haben.


Vom Bubi zum Weltmeister: Die Formel-1-Karriere des Max Verstappen

"Er ist ein Jahrhunderttalent. Einen Champion im Auto mit einem Red-Bull-Ford-Antrieb zu haben, ist wichtig, oder? Wir glauben an das Team, wir glauben an den Antrieb und wir glauben an die Menschen, die das Auto entwickeln", sagte Rushbrook gegenüber Motorsport.com, Partnerseite von Motorsport-Total.com.

"Aber am Ende des Tages kommt es auf den Fahrer an, aus allem wirklich das letzte Quäntchen herauszuholen. Und wir glauben, dass Max ein Champion ist."

Gleichzeitig bekräftigte er, dass Fords Engagement nicht an einen einzelnen Fahrer geknüpft sei: "Max ist ein wichtiger Teil davon, aber nicht in dem Sinne, dass wir sagen würden: Wenn er geht, gehen wir auch. Nein, wir haben Vertrauen in das Team und wissen, dass wir in Zukunft auch andere Fahrer haben werden."

Was nötig ist, um Verstappen an Bord zu halten

Das ideale Szenario ist natürlich, Verstappen über 2026 hinaus im Team zu halten. Doch Ford weiß, was dafür notwendig ist: "Als Racer wollen wir immer gewinnen, egal was passiert, richtig? Deshalb ist es wichtig, auf der Strecke Leistung zu zeigen."

"Wir wissen, dass 2026 für alle im Fahrerlager wegen der neuen Regeln herausfordernd wird. Und unabhängig vom Fahrer ist es entscheidend, dass das Team liefert."

Darauf angesprochen, dass Red-Bull-Ford angesichts der Situation auf dem Fahrermarkt im Allgemeinen und Verstappens Situation im Speziellen womöglich wenig Zeit zum Eingewöhnen habe, sagte Rushbrook: "Meine Aussagen sind unabhängig von Max. Wir gehen auf die Strecke mit der klaren Absicht zu gewinnen."

Das mag für einen Neueinsteiger ambitioniert klingen und unterscheidet sich beispielsweise von Audi. Die Marke hat erklärt, erst 2030 um die Weltmeisterschaft kämpfen zu wollen. Die Zeitpläne von Red-Bull-Ford und Audi unterscheiden sich also deutlich.

"Ja, aber ich denke, sie sind in einer anderen Ausgangslage, richtig? In Bezug darauf, wo das Team steht, wo das Auto steht und so weiter", kommentierte Rushbrook den Vergleich. "Was das Team mit dem Auto leisten kann, hat man bei Red Bull bereits gesehen. Und ein Teil davon wird sich auf 2026 übertragen."

"Wir werden sehen, wo wir wirklich stehen - in Barcelona und Bahrain. Wir wollen unabhängig von allem an der Spitze des Feldes sein. Wir wissen, dass es mit einem komplett neuen Antrieb eine riesige Herausforderung ist, aber das ist unsere Absicht."

"Und wenn wir es nicht sofort sind, bleiben wir trotzdem voll verpflichtet, alles zu tun, um dorthin zu kommen, wo wir hinwollen", bekräftigte der Ford-Verantwortliche.

Motorenabteilung mit vielen Neuzugängen verstärkt

Das Powertrains-Projekt ist bemerkenswert vielfältig aufgestellt. Neben Mitarbeitern von Red Bull und Ford umfasst das Team auch Fachkräfte von Honda (Red Bulls bisherigem Motorenpartner) sowie Neuzugänge von Mercedes High Performance Powertrains.

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Max Verstappen besuchte das Werk von Red Bull Ford Powertrains bereits Zoom Download

So kann Wissen aus verschiedenen Bereichen zusammengeführt werden. Die größte Herausforderung besteht jedoch darin, sicherzustellen, dass all diese Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen möglichst effektiv zusammenarbeiten.

"Und das ist immer eine Herausforderung, oder?", weiß Rushbrook. "Es ging darum, eine Kultur zu entwickeln, während die bestehenden Motorenhersteller ihre Kultur bereits haben. In diesem Fall gab es zumindest auf dem Campus in Milton Keynes bereits eine Kultur. Nun kommen Leute hinzu und passen sich daran an."

"Aber wenn man von null Powertrains-Mitarbeitern auf inzwischen über 500 wächst, muss man alle dazu bringen, diese Kultur zu akzeptieren und mitzutragen."

Laut Rushbrook hat Verstappen großes Interesse an dem Projekt gezeigt. Das sei nicht nur wichtig für technisches Feedback, etwa zur Fahrbarkeit des neuen Motors, sondern auch ein nicht zu unterschätzendes Signal an alle Mitarbeiter im Werk.

"Er war schon mehrere Male in der Anlage. Ich denke, es ist großartig für das Team, sein Interesse zu sehen und ihn dort zu haben. Zu zeigen, dass es ihm wichtig ist, zählt auf jeden Fall. Es ist toll, dass er dieses Interesse hat, und gleichzeitig kann er Vertrauen in das gewinnen, was das Team für 2026 auf die Beine stellt."

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