Zak Brown erklärt, wann McLaren im Titelkampf Teamorder anwendet
McLaren-CEO Zak Brown erklärt, warum Norris und Piastri weiter freie Fahrt bekommen - und unter welchen Bedingungen tatsächlich eingegriffen würde
(Motorsport-Total.com) - McLaren-CEO Zak Brown hat bestätigt, dass das Team in Abu Dhabi über Teamorder nachdenken würde. Allerdings nur dann, wenn einer der beiden Fahrer keine rechnerische Chance mehr auf den Gewinn der Fahrer-WM hat.
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Teamorder bei McLaren? Es gibt nur ein Szenario bei dem dieser Fall eintreten könnte Zoom Download
Bisher hat der britische Rennstall Lando Norris und Oscar Piastri freie Fahrt gegeneinander eingeräumt. Die einzige Vorgabe: sich nicht ins Auto zu fahren. Und auch wenn das Duo das weitgehend beherzigt hat, stand McLaren angesichts dieser Herangehensweise zuletzt immer wieder im Fokus kritischer Fragen.
Vor den letzten beiden Saisonrennen, inklusive eines Sprints, führt Norris die WM mit 24 Punkten Vorsprung auf Piastri an. Red-Bull-Pilot Max Verstappen bleibt ebenfalls gefährlich: Er liegt punktgleich mit dem Australier. (Zum aktuellen Stand in der Fahrer-WM)
Teamorder erst dann, wenn ein McLaren-Pilot rechnerisch raus ist
Nach der Doppel-Disqualifikation in Las Vegas wegen übermäßig abgenutzter Skid-Blocks stellte sich erneut die Frage, ob McLaren nun auf einen Fahrer, mutmaßlich auf den WM-Führenden Norris, setzen würde. Gegenüber Sky Sports F1 stellte Brown jedoch klar, dass man diesen Schritt frühestens im Saisonfinale erwägen würde. Und auch nur dann, wenn ein Fahrer rechnerisch aus dem Titelrennen ist.
"Wir arbeiten im Moment wirklich von Rennen zu Rennen. Wir haben zwei Fahrer, die dieses Rennen als WM-Führender beenden können", sagte Brown. "Wie sollten wir da irgendetwas anderes tun, als beiden die gleichen Chancen zu geben, die WM anzuführen?", so Brown.
"Wenn wir nach Abu Dhabi kommen und sich herausstellt, dass einer es nicht mehr schaffen kann, dann werden wir diesen Fahrer natürlich bitten, den anderen zu unterstützen. Aber solange beide nach Abu Dhabi kommen können und noch alles in der Hand haben, wäre es absolut verrückt, in Katar irgendetwas anderes zu tun, als sie gegeneinander fahren zu lassen", führt der McLaren-CEO weiter aus.
Bei McLaren kommt alles auf den Tisch, sogar Elefanten
Piastri hatte im Vorfeld des Katar-Wochenendes bereits erklärt, dass die Option intern besprochen wurde, was Brown bestätigte. "Wir reden über alles", ergänzte der McLaren-Boss. "Und ich glaube, das ist einer der Gründe, warum wir ein so gutes Arbeitsverhältnis mit unseren Fahrern, mit Andrea [Stella], mir und dem ganzen Team haben: Wir sprechen Themen einfach offen an. Wir gehen ihnen nicht aus dem Weg."
"Wir tun nicht so, als würde irgendetwas nicht existieren", erklärt Brown. Wenn der Elefant im Raum steht, reden wir über den Elefanten. Und ich weiß gar nicht, wo dieser Ausdruck herkommt. Hoffentlich fühlt sich heute niemand davon angegriffen."
"Also ja: Wir sprechen darüber, wir sind nicht schüchtern, wir reden Klartext. Und es ist eigentlich... nein: es ist nicht 'eigentlich? klar, es ist glasklar. Wir haben zwei Fahrer, die die WM gewinnen können. Also werden wir nichts anders machen, solange sich diese Situation nicht ändert", festigt der Papaya-Boss noch einmal bestimmt seine getätigte Aussage.


