Sebastian Montoya: Bin schneller als Antonelli, Bearman und Bortoleto!
Sebastian Montoya vergleicht sich mit den aktuellen Formel-1-Rookies und überrascht mit seinen Ansichten - Die Ergebnisse geben das nämlich nicht wieder
(Motorsport-Total.com) - Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft manchmal eine ziemlich große Lücke. Viele junge Fahrer stellen an sich den Anspruch, es in die Formel 1 zu schaffen, doch die Wirklichkeit sieht meist anders aus. Vor allem bei Fahrern mit einem großen Namen, deren Väter schon in der Königsklasse waren, scheint das häufig der Fall zu sein.

© Malcolm Griffiths (Getty Images)
Sebastian Montoya hat ein paar interessante Ansichten Zoom Download
Mit Sebastian Montoya, Brando Badoer, Charlie Wurz und ab Monza auch Fernando Barrichello sind aktuell vier Söhne von früheren Formel-1-Piloten in den direkten Nachwuchsserien Formel 2 und Formel 3 unterwegs, doch die Chancen, dass es einer von ihnen ganz nach oben schaffen wird, sind ehrlicherweise gering.
Manch einer mag sich das aber nicht unbedingt eingestehen. Sebastian Montoya scheint es nicht ganz verkraftet zu haben, dass er im Gegensatz zu einigen seiner früheren Weggefährten wohl auf der Strecke bleiben wird. Zumindest haben einige seiner Aussagen gegenüber AS Colombia für Aufsehen gesorgt.
Denn dort vergleicht sich der 20-Jährige mit den aktuellen Formel-1-Rookies Oliver Bearman, Andrea Kimi Antonelli und Gabriel Bortoleto und zieht sportlich - zumindest aus seiner Sicht - nicht den Kürzeren gegen diese.
"Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass es möglich ist", sagt er selbstbewusst über einen Formel-1-Aufstieg, "vor allem wenn ich mir die Rookies dieses Jahr ansehe".
Schneller als Bortoleto, Antonelli und Bearman?
Er betont: "Bortoleto war mein Teamkollege, ich war schneller als er. Antonelli war mein Teamkollege, ich war viel schneller als er. Bearman, gegen den bin ich gefahren, den konnte ich schlagen ... als wir mehr oder weniger denselben Motor hatten", lacht Montoya. "Wenn er nicht geschummelt hat, habe ich ihn geschlagen, wenn er geschummelt hat, haben wir gekämpft."
"Da sagst du dir: Wenn sie es schaffen, warum nicht ich?", so der Sohn des siebenmaligen Grand-Prix-Siegers Juan Pablo Montoya. "Kimi stand schon auf dem Podium, aber er hat eine sehr schwierige Saison, obwohl er sehr gut vorbereitet ist. Ich glaube, ich kann gegen Kimi gewinnen."
"Hadjar wiederum ist noch nie in Q1 ausgeschieden, er macht einen unglaublichen Job." Und auch Bearman habe die Erwartungen übertroffen. "Wenn sie es können, warum nicht ich?"
Was die Zahlen sagen
Es sind allerdings mutige Aussagen, wenn man auf die reinen Zahlen blickt. Dass er schneller als Botoleto war, lässt sich zumindest nicht in Ergebnislisten finden: Beide fuhren 2020 gemeinsam in der Italienischen Formel 4. Während Montoya mit 81 Punkten Elfter der Gesamtwertung wurde, holte Bortoleto 157 Punkte und Position fünf.
Übrigens: Auch Bearman landete in der Gesamtwertung vor Montoya, obwohl er nur drei Rennwochenenden absolvierte und der Kolumbianer alle sieben. Ein Jahr später dominierte der Engländer die Serie mit elf Siegen, Montoya kam auf Rang vier - ohne Sieg.
An den letzten drei Wochenenden war zudem Antonelli sein Teamkollege, den er da durchaus schlagen konnte, allerdings waren das die ersten Formelrennen für den damals 15 Jährigen überhaupt, der schon am finalen Wochenende in Monza in allen drei Rennen auf dem Podium stand und im Grunde die Oberhand hatte.
Die aussichtsreichsten Junioren der Formel-1-Teams 2025
Schafft es bald wieder ein Deutscher in die Formel 1? Am nächsten dran ist aktuell Red-Bull-Junior Oliver Goethe. Der 20-Jährige wurde 2024 mitten in der Saison von der Formel 3 (ein Sieg) in die Formel 2 hochgezogen. In diesem Jahr fährt er mit MP Motorsport dort seine erste volle Saison. Aber: Die Konkurrenz bei Red Bull ist groß. Fotostrecke
In der Formula Regional 2022 wurde Montoya 13., während Gabriel Bortoleto Sechster wurde - und im Jahr darauf den Titel in der Formel 3 holte, in der Montoya lediglich Platz 16 erreichte. Ein Jahr später reichte es für den Kolumbianer sogar nur für Rang 17, trotzdem folgte der Aufstieg in die Formel 2.
Dort liegt Montoya im Prema aktuell auf Rang neun - immerhin vor seinem Teamkollegen, dem Alpine-Junior Gabriele Mini, der Zwölfter ist. Montoya gehörte selbst für kurze Zeit der Red-Bull-Akademie an, nach nur einem Jahr war dort aber wieder Schluss.
Das Selbstbewusstsein seines Vaters hat er zumindest schon, was aber fehlt, ist dessen großer Durchbruch.