Colapinto verwundert nach Top 10: "Dieses Auto ist so merkwürdig"
Franco Colapinto war im zweiten Training mit Platz neun schnell, wundert sich aber über den Aufschwung nach der ersten Session - Anderes Set-up bei Gasly
(Motorsport-Total.com) - Franco Colapinto konnte im Freien Training zum Formel-1-Rennen von Zandvoort ein positives Ausrufezeichen setzen. Der Argentinier, der weiter auf seinen ersten Saisonpunkt wartet, fuhr am Freitag in die Top 10: Mit rund einer Sekunde Rückstand landete er auf Rang neun. Für ihn war das eine deutliche Steigerung nach Platz 18 im ersten Training und eine, die ihn durchaus wundert.
"Das Auto ist merkwürdig", meint er nach dem Training. "Plötzlich gehe ich raus und habe doppelt so viel Grip, und ich verstehe nicht so ganz warum." Mit deutlich mehr Grip geht die Runde natürlich leichter und die Zeit kommt automatisch, doch zu verstehen, warum das so war, das ist eine andere Sache.
Nach Rang 18 war der Youngster natürlich nicht zufrieden: "Wir hatten große Probleme, das Auto konstant zu fahren, es war sehr unvorhersehbar", erklärt er. Darum nahm Alpine einige Änderungen vor, die sofort halfen.
"Ich bin einfach zufriedener mit dem Gefühl im Auto. Auf dem Soft-Reifen konnte ich konstanter fahren, das Auto war etwas vorhersehbarer. Es war nicht so unberechenbar wie sonst manchmal", meint Colapinto.
"Wir müssen nur herausfinden, warum das passiert. Ich verstehe jedenfalls nicht immer vollständig, warum das Auto sich plötzlich mit einem neuen Reifensatz deutlich besser anfühlt. Also viel Arbeit heute Abend, aber ich denke, wir können morgen einen guten Tag haben."
Gasly mit anderem Set-ub
Anders sah die Lage bei Teamkollege Pierre Gasly aus, der die langsamte Zeit aller Piloten fuhr, aber mit einem anderen Set-up unterwegs war. Der Franzose war mit deutlich mehr Abtrieb unterwegs und naturgemäß in den Kurven schneller als sein Teamkollege. Laut Colapinto verlor er auf den Geraden aber nur wenig Zeit. "Vielleicht ist das ein guter Ansatz", meint er.
Gaslys Zeit sei nämlich nicht repräsentativ gewesen: "Beide Male musste ich wegen roter Flaggen abbrechen", erklärt der Franzose. "Am Ende denke ich, dass wir trotzdem einige Sektoren und ein gutes Gefühl für das Auto bekommen haben, also bin ich zufrieden mit dem, was wir gelernt haben."
"Es sieht nicht gut auf der Zeitentafel aus, weil wir nicht viele Runden abgeschlossen haben, aber es gibt trotzdem einige positive Punkte vom Tag. Es gibt meiner Meinung nach nichts, das ungewöhnlich wäre oder nicht richtig funktioniert am Auto", so Gasly.
"Ein paar Dinge müssen wir natürlich noch in Bezug auf Balance und die üblichen Sachen feinjustieren, aber ich glaube, wir haben eine gute Basis, um weiterzuarbeiten."
Die Frage ist, für welchen Ansatz sich Alpine am Samstag entscheidet. "Es geht nur darum, zu arbeiten und herauszufinden, welches Paket morgen am besten ist", sagt Colapinto. "Wir müssen weiter aufbauen und hoffentlich morgen mit einer guten Balance und einem starken Auto starten."
Was dann drin ist? Abwarten! "Ich denke, einige Autos liegen definitiv außerhalb unserer Liga, wie die Astons, und ich glaube, Williams sieht wirklich stark aus", meint Gasly. "Ich bin mir also nicht sicher, ich versuche nicht wirklich, Zahlen zusammenzuzählen, sondern will einfach das Auto dahin bringen, dass wir das Beste herausholen können, und dann sehen wir, wie es morgen aussieht."