• 28. November 2015 · 20:43 Uhr

Dennis kontra Marko: Warum kam es nicht zu Red-Bull-Honda?

McLaren-Boss Ron Dennis betont, dass er bei seinem Veto gegen Red-Bull-Honda in Absprache mit den Japanern gehandelt hat - Helmut Marko widerspricht deutlich

(Motorsport-Total.com) - Auf der Suche nach einem Motor für die Formel-1-Saison 2016 klopfte Red Bull bei so ziemlich jedem Motorenhersteller an - auch bei Honda. Bernie Ecclestone enthüllte im Oktober daraufhin, dass McLaren-Boss Ron Dennis einen Deal zwischen den Bullen und den Japanern mit einem Veto blockierte. Dennis selbst bestätigt diese Geschichte, betont allerdings, dass er dabei in Absprache mit Honda gehandelt hat. Red Bulls Motorsportberater Helmut Marko sieht das ganz anders.

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Kein Alleingang? Ron Dennis handelte angeblich in Absprache mit Honda Zoom Download

"Wir haben uns mit Honda zusammengesetzt und analysiert, wo wir stehen", berichtet Dennis im Rahmen des Großen Preises von Abu Dhabi und ergänzt: "Wir haben diskutiert, ob es unserem Ziel, schneller zu werden, schaden würde oder nicht, ein weiteres Team wie Red Bull einzubeziehen." Dabei habe man unter anderem über Faktoren wie den aktuellen Status des Motors und die Zeit bis zum ersten Grand Prix 2016 gesprochen.

"Es war eine sehr, sehr klare Entscheidung, weil es physisch nicht möglich ist, die Produktion zu erhöhen", erklärt Dennis die Absage an Red Bull. Offen bleibt damit allerdings die Frage, warum Honda den Bullen nicht persönlich absagte. Dennis erklärt: "Honda hat gerade erst das Budget für die Formel 1 erhöht, weshalb Honda wirtschaftlich momentan keinen logischen Grund sieht, ein weiteres Team zu beliefern."

Dennis versichert: Alles in Absprache mit Honda

"Allerdings musste jemand eine klare Entscheidung treffen - und das habe ich gemacht. Damit habe ich dann verständlicherweise auch die Kritik auf mich gezogen. Honda hat diese Entscheidung allerdings komplett unterstützt. Wir haben nicht die Kapazitäten, um ein weiteres Team zu beliefern. Jemand musste aber das Wort ergreifen und sagen: 'Das wird nicht passieren.'"


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Dennis stellt klar: "Ich habe mich nicht gegen die Wünsche von Honda gestellt. Ich habe nur die Verantwortung für die Entscheidung übernommen, was der Job mit sich bringt." In der Version von Helmut Marko klingt die Geschichte allerdings ganz anders. Gegenüber 'Formula1.com' erklärt der Österreicher: "Wir hatten Gespräche mit Leuten von Honda. Sie wollten uns mit Motoren ausrüsten."

"Jemand musste eine klare Entscheidung treffen - und das habe ich gemacht."Ron Dennis
"Aber sie haben gesagt, dass Ron Dennis sein Veto einlegen kann - was er auch gemacht hat", so Marko. Damit weicht seine Behauptung stark von den Aussagen von Dennis ab, der noch einmal betont, dass die Japaner nie Interesse daran hatten, Red Bull zu beliefern. "Je mehr Motoren du herstellen musst, desto mehr wird deine Versorgungskette beansprucht", erklärt Dennis.

Marko wittert Angst vor Red Bull

"Es hätte unseren Prozess, wieder konkurrenzfähig zu werden, verlangsamt. Es hätte keinen Sinn ergeben", sagt der McLaren-Boss und ergänzt: "Es wäre anders, wenn sich die Motorenregeln ändern würden. Dann könnten alle wieder von der gleichen Startposition beginnen und dementsprechend handeln. Wir müssen aber aufholen und befinden uns in einer Phase, in der die Antriebe unglaublich komplex sind."


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Marko hat derweil einen ganz anderen Verdacht. Er vermutet, dass McLaren und Co. schlicht und ergreifend Angst vor Red Bull haben. "Ich denke, dass sie es kaum ertragen könnten, wenn Red Bull sie schlagen würde. Wir werden noch immer nicht als 'klassisches' Rennteam angesehen. Ihrer Meinung nach verkaufen wir Energydrinks und für sie wäre es die ultimative Strafe, von jemandem wie uns geschlagen zu werden", so Marko.

"Ich denke, dass sie es kaum ertragen könnten, wenn Red Bull sie schlagen würde."Helmut Marko über die etablierten Hersteller in der Formel 1
Gleichzeitig betont der Österreicher, dass man gerne mit Honda zusammengearbeitet hätte. "Honda ist finanziell und mit seinen Einrichtungen eine große Verpflichtung eingegangen. Soweit ich das sehe, lernen sie aus ihren Fehlern. Ich kann mir daher vorstellen, dass wir im nächsten Jahr ein ganz anderes Bild von Honda sehen werden", verrät Red Bulls Motorsportberater.
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