Aston Martin

GBR

Porträt

(Stand: 11. Januar 2021) Alles neu in der Saison 2021! Oder zumindest vieles: Aus Racing Point wird Aston Martin. Die britische Nobelmarke geht damit erstmals über eine komplette Saison mit einem eigenen Werksteam in der Formel 1 an den Start. Und das mit dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel, der nach seinen zuletzt schwierigen Ferrari-Jahren ein neues Abenteuer sucht. Die Voraussetzungen sind gut: 2020 belegte Racing Point mit Mercedes-Antrieben und dem Mercedes-"Nachbau" RP20 den vierten Platz in der Konstrukteurswertung.

Das war das jüngste Kapitel einer bewegten Geschichte für das Team, das einst von Eddie Jordan unter seinem Namen in die Formel 1 aufgestiegen war. Und gleich im ersten Jahr sorgte "Jordan Grand Prix" für Schlagzeilen, indem es Michael Schumacher beim Belgien-Grand-Prix 1991 in Spa das Formel-1-Debüt ermöglichte. Sieben Jahre später erzielte Jordan ebenfalls in Spa den ersten von insgesamt vier Grand-Prix-Siegen. Der Höhepunkt folgte 1999: Mit Heinz-Harald Frentzen hatte Jordan (Außenseiter-) Chancen auf den Titel in der Fahrerwertung.

In den folgenden Jahren aber rutschte das Team aus dem vorderen Mittelfeld in den Tabellenkeller ab. Nach der Saison 2005 war Schluss: Jordan verkaufte an die russisch-kanadische Midland-Gruppe, die den Rennstall ein Jahr lang unter ihrem Namen fahren ließ. Dann übernahm die niederländische Sportwagen-Marke Spyker, ebenfalls für ein Jahr. Und dann kam der indische Geschäftsmann Vijay Mallya und benannte erneut um, in Force India.

Das erste indische Formel-1-Team erzielte zwischen 2008 und 2018 diverse Achtungserfolge, darunter 2009 die Poleposition in Spa und einen zweiten Platz durch Giancarlo Fisichella. Im gleichen Jahr begann die Zusammenarbeit mit Mercedes als Motorenlieferant, die bis heute anhält. Und mit diesem Paket steigerte sich Force India sukzessive, vom zehnten Platz 2008 auf zwei Mal P4 in der Konstrukteurswertung in den Jahren 2016 und 2017. Ab 2014 sorgte immer wieder Sergio Perez für Aufsehen, und für insgesamt fünf Podestergebnisse.

Perez war auch eine Schlüsselperson in der Saison 2018, indem er die Insolvenz von Force India anstieß - Mallya hatte inzwischen mit rechtlichen Problemen in seiner Heimat Indien zu kämpfen - und so den Erhalt des Formel-1-Teams sicherstellte. Kanadische Geschäftsleute unter der Führung von Lawrence Stroll übernahmen den Rennstall während der laufenden Saison und führten ihn ab 2019 als Racing Point weiter.

Doch der Einstieg zur Saisonmitte hatte eine Nebenwirkung: Da das neue Team nicht die Rechtsnachfolge des alten antrat, sondern nur alle Vermögenswerte übernahm, musste man mit einer Ausnahmegenehmigung der FIA als neuer Teilnehmer melden. Damit verlor Racing Point nicht nur alle WM-Punkte, die Force India bis zu diesem Saisonzeitpunkt eingefahren hatte, sondern auch Anspruch auf Preisgeldbeteiligung.

Und es blieb kontrovers: 2020 präsentierte Racing Point mit dem RP20 einen Nachbau des Mercedes-WM-Autos von 2019. Es folgten Proteste der Konkurrenz sowie eine Untersuchung durch den Automobil-Weltverband (FIA), bei der konkret die hinteren Bremsschächte des Fahrzeugs beanstandet wurde. Folge: eine Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro sowie der Abzug von 15 WM-Punkten in der Konstrukteurswertung. Der RP20, als "pinker Mercedes" verschrien, durfte aber bei sämtlichen Saisonrennen normal eingesetzt werden.

Schon früh im Jahr 2020 kam dann die Ankündigung, dass Racing Point ab 2021 als Aston Martin firmieren würde. Auch hierbei hatte Stroll, inzwischen auch Aston-Martin-Boss, seine Hände im Spiel. Für die Automarke aus Großbritannien ist das ein Comeback und eine Premiere zugleich: 1959 und 1960 hatte Aston Martin an einzelnen Formel-1-Rennen teilgenommen, aber keine komplette Saison bestritten und auch keine Punkte erzielt. Diese Bilanz dürfte ab 2021 also deutlich aufgewertet werden.

Schon vor der Veränderung hin zu Aston Martin hatte das Team am Stammsitz in Silverstone, wo einst Jordan den Rennstall angesiedelt hatte, den Grundstein für eine neue Formel-1-Fabrik gelegt - als Zusatzbau zur bestehenden Infrastruktur. Aufgrund der Coronakrise aber verzögert sich die Fertigstellung: Die neuen Werkshallen können wohl erst während der Saison 2022 bezogen werden.

Dann hätte Perez eigentlich noch für das Team fahren sollen. Der Mexikaner hatte einen langfristigen Vertrag, der jedoch in der Saison 2020 kurzfristig aufgelöst wurde, damit Racing Point/Aston Martin Vettel unter Vertrag nehmen konnten. Der Platz des anderen Fahrers stand nicht zur Debatte: Seit 2019 fährt mit Lance Stroll der Sohn von Teameigner Lawrence Stroll für den Rennstall, und darf trotz im Direktvergleich mit Perez schlechterer Leistungen (75:125 Punkten gegen Perez in der Saison 2020) bleiben. Daran änderte auch Perez' Premierensieg im vorletzten Saisonrennen nichts mehr. Immerhin: Perez setzt seine Formel-1-Karriere 2021 fort. Nach langer Hängepartie bekam er den zweiten Platz bei Red Bull.

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