Max Verstappen

Max Verstappen
Niederlande

Porträt

(Stand: 24. Februar 2020) Max Verstappen war schon in aller Munde, da fuhr er noch gar nicht in der Formel 1. Als Toro Rosso die Verpflichtung des zu diesem Zeitpunkt 16-Jährigen bekanntgab, sorgte sie für einen Sturm der Entrüstung in der Szene. Ohne Führerschein und die Erlaubnis, einen Vertrag zu unterschreiben oder einen Cocktail zu bestellen, startete Verstappen in der Saison 2015 in das Abenteuer Königsklasse. Der Niederländer war der jüngste Formel-1-Fahrer aller Zeiten, ein echter Senkrechtstarter und er sorgte für faustdicke Überraschungen, an die er 2020 bei Red Bull anknüpfen will.

Verstappens Erfahrungshorizont vor der Formel 1 war überschaubar, er wuchs aber an der Rennstrecke auf und saß bereits vor seinem fünften Geburtstag im Kart. In der Folge holte er nationale Titel in den Niederlanden und Belgien, schaffte den Aufstieg in internationale Klassen und wurde 2013 Kart-Weltmeister. Der Weg in den Formelsport war frei: Bei Van Amersfoort startete er im Folgejahr in der Formel-3-EM und wurde auf Anhieb Gesamtdritter mit mehreren Einzelsiegen.

Sein Debüt im Rahmen eines Grand Prix gab Verstappen im Freien Training in Japan 2014. Zu verdanken hat er sein Talent auch Vater Jos, der zwischen 1994 und 2003 in der Formel 1 aktiv war. Der Papa bestritt 106 Rennen und stand zweimal auf dem Podium. Die Karriere seines Sohnes unterstützt er als Berater, Max' Erfolge brachten ihm einen Posten als Red-Bull-Juniorscout. Vater Jos war auch derjenige, der als Erziehungsberechtigter den Toro-Rosso-Vertrag des Filius mitunterzeichnete.

In der Formel-1-Premierensaison 2015 führte sich Verstappen prächtig ein. Er machte nicht nur mit spektakulären Überholmanövern von sich reden, sondern holte in jedem zweiten Rennen Punkte. Highlights waren vierte Plätze in Ungarn und den USA, der Tiefpunkt der Monaco-Grand-Prix: Ein selbst verschuldeter, heftiger Unfall bei einem Überholversuch in der Sainte-Devote-Kurve entfachte Diskussionen über seine Reife. Trotzdem weckten die Leistungen Verstappens laut Medienberichten bei Mercedes und Ferrari Begehrlichkeiten.

2016 fuhr er nach vier Grands Prix nicht mehr bei Toro Rosso, sondern bei Red Bull, wo er Daniil Kwjat nach dessen schwachen Leistungen überraschend ersetzte. Auf Anhieb feierte Verstappen in Spanien seinen ersten Formel-1-Sieg (er profitierte von einer teaminternen Kollision bei Mercedes) und war fortan der umjubelte Shootingstar der Szene. Seine harte Fahrweise, insbesondere bei Spurwechseln in der Anbremszone, rief jedoch viel Kritik hervor und führte sogar zu einer in den Medien als "Verstappen-Regel" bezeichneten FIA-Klarstellung. Er antwortete auf die Schelte mit unbeirrtem Zweikampfstil und Rang fünf in der Gesamtwertung.

Mit einem zunächst unterlegenen und defektanfälligen Auto knüpfte Verstappen 2017 an die Erfolge nicht an. Er erstarkte jedoch in der zweiten Saisonhälfte, landete zwei Siege und verlängerte vorzeitig seinen Red-Bull-Vertrag bis 2020. Angeblich auch deshalb, weil Mercedes erneut heftig gebuhlt haben soll.

Und es ging weiter aufwärts: 2018 gewann Verstappen zwei Rennen und stand neun weitere Male auf dem Treppchen, was am Jahresende P4 in der Gesamtwertung ergab. 2019 dann das große "Risiko" bei Red Bull mit dem Wechsel auf Honda-Motoren: Ausgerechnet beim Red-Bull-Heimrennen in Spielberg in Österreich gelang der neuen Kombination der erste gemeinsame Sieg, dem Verstappen in seiner bis dato besten Saison noch zwei weitere folgen ließ. Ergebnis: WM-Rang drei, persönliche Bestleistung!

Schlagzeilen machte Verstappen vor der Saison 2020 schon in der Winterpause: Er einigte sich mit Red Bull auf eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis einschließlich 2023.

Nicht nur auf der Rennstrecke, auch im Privatleben legte Verstappen als junger Hüpfer ordentlich Tempo vor. Es soll Techtelmechtel mit dem Fotomodell Joyce Godefridi, der Hockeyspielerin Maxime Pourquie und der Modebloggerin Roos van der Aa gegeben haben. Zuvor war er länger mit Mikaela Ahlin-Kottulinsky liiert. Die Schwedin ist selbst Rennfahrerin im Audi-TT-Cup. Auch sein Onkel mütterlicherseits, Anthony Kumpen, war Profi-Rennfahrer und in der europäischen sowie der nordamerikanischen NASCAR-Szene aktiv. Seit seinem 18. Geburtstag besitzt Verstappen einen Führerschein. Er hat das Haus seiner Eltern im belgischen Bree in Richtung Monaco verlassen.

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