Charles Leclerc

Charles Leclerc
Monaco

Porträt

(Stand: Februar 2022) Charles Leclerc gehört zu den Talenten, die als kommende Formel-1-Superstars gehandelt werden. Dass die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind, will der Monegasse 2022 in seiner bereits vierten Saison als Stammfahrer bei Ferrari noch einmal unter Beweis stellen. Denn schon 2019 hatte er als Teamkollege von Sebastian Vettel geglänzt, den viermaligen Weltmeister mehrfach entzaubert und seinen ersten Grand-Prix-Sieg erzielt. Und nach den sieglosen Saisons 2020 und 2021 hat Leclerc umso mehr Motivation, mit Ferrari wieder nach ganz vorne zu fahren.

Fast wäre es nicht so weit gekommen: Obwohl im Mekka der Reichen und Schönen daheim, in Monaco, kommt Leclerc aus einfachen Verhältnissen. Seine Großeltern waren Plastikproduzenten, doch der Betrieb schlitterte 2010 in finanzielle Probleme und der kleine Charles hätte mit dem Motorsport aufhören müssen, wäre da nicht die helfende Hand der Familie seines Konkurrenten Jules Bianchi gewesen. Insbesondere dessen Vater rettete die Karriere Leclercs und es entwickelte sich eine Freundschaft.

An Talent fehlte es nie. Schon zu Kartzeiten lieferte sich Leclerc Duelle mit Max Verstappen, zog gegen den Niederländer aber in der WM-Entscheidung 2013 den Kürzeren und musste sich mit dem Silberrang begnügen. Dennoch ging es in seiner Karriere bergauf: Leclerc wurde 2014 Gesamtzweiter im Alpencup der Formel Renault 2.0 und 2015 Zweiter beim Macau-Grand-Prix. Den Wechsel in die GP3-Serie 2016 veredelte er wie sein Debüt in der Formel 2 2017 auf Anhieb mit dem Meistertitel.

In Kontakt mit der Formel 1 kam Leclerc erstmals bei seiner Aufnahme in Ferraris Nachwuchsprogramm Anfang 2016. Die Scuderia verfrachtete ihn für Freitagseinsätze erst zu Haas und später zu Sauber, dazu durfte er mehrmals den roten Renner außerhalb von Grand-Prix-Wochenenden testen. 2018 erhielt er auch dank der Technikpartnerschaft mit Alfa Romeo ein Stammcockpit in Hinwil und überzeugte auf Anhieb: Leclerc holte zehn Top-10-Ergebnisse und war stets schneller als sein erfahrener Teamkollege Marcus Ericsson.

Dann folgte die Beförderung zu Ferrari als Teamkollege von Vettel. Doch Leclerc brauchte nicht lange, um im berühmtesten Formel-1-Team warm zu werden: Schon bei seinem zweiten Ferrari-Rennen in Bahrain stand er auf Poleposition und führte den Grand Prix lange an, ehe ihn ein Technikdefekt einbremste und er "nur" Dritter wurde. Sein erster Podestplatz, eigentlich Grund zur Freude, aber angesichts der Umstände enttäuschend. In Österreich wieder Pech: Verstappen fing Leclerc kurz vor Schluss noch ab, "nur" P2 für den Ferrari-Fahrer.

Dann wurde es dramatisch: Vor dem Belgien-Grand-Prix in Spa-Francorchamps verunglückte Leclercs langjähriger Freund Anthoine Hubert tödlich bei einem Formel-2-Unfall an gleicher Stelle. Tags darauf siegte Leclerc erstmals in der Formel 1 und widmete Hubert den Sieg. Im folgenden Rennen in Monza wurde Leclerc dann endgültig zum Ferrari-Helden, als er für die Scuderia das Heimrennen gewann.

Immer wieder knirschte es aber auch zwischen Leclerc und Vettel, so zum Beispiel in Russland, als sich Vettel wiederholt gegen die Stallregie zur Wehr setzte. Oder Brasilien: Im Zweikampf kollidierten Vettel und Leclerc, beide Ferrari schieden daraufhin aus. Teamchef Mattia Binotto bat seine Fahrer mehrmals zum klärenden Gespräch. Und das setzte sich 2020 fort.

Noch vor Saisonbeginn 2020 aber überraschte Ferrari mit einer Ankündigung in der Winterpause: Leclercs Vertrag wurde vorzeitig und bis einschließlich 2024 verlängert, ein Ritterschlag für den Monegassen!

Weil Vettel kurz darauf gekündigt wurde und es sportlich nicht lief bei Ferrari in der Saison 2020, hatte Leclerc in diesem Jahr nur wenig Freude am Fahren. Aber: Mit P2 in Spielberg und mit P3 in Silverstone fuhr er immerhin zwei Mal unter die Top 3 und machte damit mehr aus dem Ferrari SF1000, als dieser eigentlich hergab. Endergebnis: P8 in der Fahrerwertung mit 98 Punkten.

Während der Coronakrise bewies Leclerc Entertainer-Qualitäten, nahm an etlichen Online-Rennen teil und saß auch mal als Banane verkleidet vor dem eigenen Computer. Und mit Vettel sprach er sich immer wieder aus: Zum Abschied tauschten die beiden Teamkollegen ihre Formel-1-Helme.

2021 erlebte Leclerc bei Ferrari eine erneut schwierige Saison und schaffte mit P2 in Silverstone nur ein Podestergebnis. Negativer Höhepunkt: Nach Pole-Fahrt beim Heimrennen in Monaco crashte Leclerc, ein technischer Schaden verhinderte die Rennteilnahme. Obendrein erwies sich sein neuer Teamkollege Carlos Sainz als harter Gegner: Leclerc verlor das Teamduell bei Ferrari mit 159:164,5 Punkten und belegte nur WM-Rang sieben. Aber immerhin: Gemeinsam führten Leclerc und Sainz Ferrari zurück ins vordere Mittelfeld. An diesen Aufwärtstrend wird Leclerc 2022 anknüpfen wollen.

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