• 15. Dezember 2020 · 15:05 Uhr

Young-Driver-Test Abu Dhabi: Alonso schneller als die Stammpiloten

Fernando Alonso hat beim Young-Driver-Test in Abu Dhabi die schnellste Zeit erzielt - Mick Schumacher schafft problemlos über 100 Runden

(Motorsport-Total.com) - Zum Abschluss der Formel-1-Saison 2020 haben sich in Abu Dhabi noch einmal 15 mehr oder wenige junge Piloten auf die Strecke begeben, um beim Young-Driver-Test das Jahr ausklingen zu lassen. Unter ihnen war auch Mick Schumacher, der in Vorbereitung auf 2021 schon einmal im Haas sitzen durfte. Der Deutsche spulte ein ordentliches Programm ab und schaffte dabei 125 Runden.

Fernando Alonso

Fernando Alonso hat den Youngstern gezeigt, wie es geht Zoom Download

Die Zeit des Deutschen war dabei nebensächlich: Mit 1:39.947 Minuten bildete er das Schlusslicht aller Piloten, kam aber alles in allem gut durch sein geplantes Testprogramm. Zudem war er damit fast 1,3 Sekunden schneller als bei seinem Trainingseinsatz am vergangenen Freitag (zu den Tageszeiten).

Die Tagesbestzeit ging an einen Fahrer, der nicht mehr ganz so jung ist: Fernando Alonso (Renault) hat sich mit 1:36.333 Minuten als schnellster der "Youngster" erwiesen. Mit seiner Zeit war der Spanier sogar um wenige Tausendstelsekunden schneller als Stammpilot Esteban Ocon in Q2 am Samstag - obwohl das Qualifying unter Flutlichtbedingungen stattfand.

"Es war gut und sehr nett, wieder im Auto zu sitzen", sagt Alonso. "Das 2018er-Auto habe ich ja im Zuge der Vorbereitung bereits getestet, aber das jetzt fühlt sich noch ein bisschen ernsthafter an und kitzelt den Wettbewerbsgeist noch mehr. Es war schön, die modernen Autos einmal zu spüren und zu sehen, wozu sie in der Lage sind."

"Wir haben viele Grundlagen verifiziert, die wir schon in der Fabrik vorbereitet hatten: die Sitzposition, die Pedalstellung und so weiter. Das hilft sehr, weil wir ja nächstes Jahr nur eineinhalb Tage Wintertests haben", so der Spanier. "Wir haben ein paar Checkboxen abgehakt und gehen jetzt frohen Mutes in die Weihnachts- und Neujahrsfeiertage, und das ganze Team ist top motiviert."

Unfall von Sebastien Buemi

Mit seiner Zeit konnte Alonso auch die beiden Mercedes schlagen, die auf den Plätzen zwei und drei landeten: Nyck de Vries (+0,262 Sekunden), der den Mercedes als "Auto von einem anderen Planeten" bezeichnet, und Stoffel Vandoorne (+0,507) sorgten für einen positiven Abschluss des Weltmeisterteams.

Vandoorne hatte lange Zeit das Feld angeführt, musste aber aufgrund eines PR-Termins für die Formel E vorzeitig abreisen. "Dadurch hat er die kühleren Bedingungen am Ende des Tages verpasst", sagt Andrew Shovlin, der Leitende Renningenieur.

Sebastien Buemi

Sebastian Buemi beschädigte beim Einschlag das Heck des Red Bulls Zoom Download

Um Alonso hatte es im Vorfeld Diskussionen aufgrund seines Einsatzes gegeben, da er mit seinen 39 Jahren nicht mehr ganz die Vorgabe eines Young Drivers erfüllt. Die FIA gewährte dem zweimaligen Weltmeister nach seiner zweijährigen Auszeit jedoch eine Ausnahme und ließ ihn teilnehmen.

Das öffnete auch die Tür für andere Piloten wie Robert Kubica (4./Alfa Romeo/+1,113) oder Sebastien Buemi (12./Red Bull/+1,951), die ebenfalls am Start waren. Seine Routine ließ Buemi aber am Vormittag vermissen, als er einmal recht hart rückwärts in die Streckenbegrenzung einschlug und das Heck seines RB16 beschädigte.

Mick Schumacher mit großem Programm

Auch Guanyu Zhou (9./Renault/+1,569) oder der mutmaßlich zukünftige AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda leisteten sich im Laufe des Tages Dreher. Der Japaner konnte mit Rang fünf (+1,224) aber ein durchaus gutes Ergebnis einfahren und landete in der Endabrechnung sogar vor dem schnellsten Red Bull von Jüri Vips, der mit 1,437 Sekunden Rückstand Sechster wurde.

Mick Schumacher kam hingegen recht problemlos durch seinen Testtag für Haas, nachdem er bereits am Freitag für das Team am Freien Training teilnehmen durfte. Seine 125 Runden waren die viertmeisten von allen Fahrern. Die meisten Runden drehte mit 129 sein ehemaliger Formel-2-Teamkollege Robert Schwarzman, der für Ferrari als Elfter (+1,824) klassiert war.

"Ist ein schönes Gefühl, und ich bin sehr happy, dass ich so viele Runden fahren konnte. Das ist beim Testen kein Selbstläufer", sagt der Deutsche. "Wir haben uns vorgenommen, viele Runden zu drehen, wertvolle Runden, und das war sehr positiv. Der Schlüssel war heute, die Reifen besser verstehen zu lernen, und dafür waren die Longruns sehr gut. Ich denke, dass uns das gelungen ist."

Mit Callum Ilott durfte auch Schumachers Titelrivale aus der Nachwuchsserie ran. Der Brite, der den Sprung in die Formel 1 verpassen wird, konnte im Alfa Romeo guter Achter (+1,493) hinter Ferrari Antonio Fuoco (7./+1,484) werden.

McLaren und Racing Point nicht am Start

Williams setzte auf die Dienste von Jack Aitken (10./+1,820), der in Sachir George Russell ersetzen durfte, und Testpilot Roy Nissany, der als 14. einen Platz vor Schumacher lag (+3,467). Bei AlphaTauri kam zudem der Japaner Marino Sato zu seinem Debüt in einem Formel-1-Auto (13./+2,162).


Young-Driver-Test in Abu Dhabi

Nicht dabei waren McLaren und Racing Point, die bereits vor einiger Zeit ihren Rückzug mit der Begründung erklärten, sie hätten keine Fahrer, die die Voraussetzungen als Young Driver erfüllen - das war noch vor der Zulassung von Ex-Weltmeister Fernando Alonso.

Die Formel 1 geht jetzt endgültig in die Winterpause, bevor die Testfahrten Anfang März in Barcelona wieder beginnen. Drei Tage stehen den Piloten dann nur zur Verfügung, um sich auf die Saison 2021 vorzubereiten.

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