GP Niederlande
Zandvoort-Freitag in der Analyse: Geldstrafe für McLaren
F1-Liveticker zum Nachlesen: +++ Bestzeit für McLaren ... +++ ... aber Geldstrafe nach FT2 +++ Fast-Crash zwischen Piastri und Russell in der Boxengasse +++
Geldstrafe für McLaren
Das Urteil ist da und McLaren kommt nach dem Zwischenfall mit einer Geldstrafe davon. Das Team muss 5.000 Euro zahlen. Hier die Begründung der Rennkommissare im Wortlaut:
"Auto 81 versuchte während einer Rotphase im 2. Freien Training, die Fast-Lane zu verlassen und in seine Box einzufahren."
"Als Auto 81 sich der Box näherte, war der Eingang durch Teammitglieder blockiert, die einen Heckwagenheber schoben. Ein weiteres Teammitglied signalisierte Auto 81, an ihm vorbei in den nächsten Boxenbereich zu fahren, was der Fahrer tat. Dabei drehte er kurz in der Fast-Lane zurück und fuhr anschließend in die Box ein."
"Dies führte dazu, dass Auto 63 stark bremsen und ein Ausweichmanöver einleiten musste. Es kam zwar zu keiner Kollision, jedoch hätte die Situation zu einem Unfall führen können. Ebenso hätte es zu Verletzungen eines oder mehrerer Teammitglieder in der Boxengasse kommen können."
"Das Team räumte ein, dass der Fahrer nicht gewarnt worden war, und erkannte zudem an, dass die Situation besser hätte gehandhabt werden können. Wir kamen überein, dass das Team mehr Sorgfalt hätte walten lassen müssen, um die Einfahrt von Auto 81 in die Box zu steuern."
"Obwohl die Ladung auf Artikel 55.5 des FIA-Formel-1-Sportreglements gestützt war, waren wir der Ansicht, dass Artikel 12.2.1.h den Verstoß des Teams in diesem Fall besser widerspiegelt."
"Daher verhängten wir gemäß diesem Artikel eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 ?."
Feierabend
Wir sind an dieser Stelle am Ende des Freitags angekommen, aber für euch geht es wie versprochen nachher noch weiter mit der großen Liveanalyse auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Start ist um 21:00 Uhr.
Morgen melden wir uns hier mit einer neuen Tickerausgabe zurück. FT3 steht bereits um 11:30 Uhr an, das Qualifying dann um 15:00 Uhr. Habt noch einen schönen Abend, viel Spaß mit unserer Analyse und bis dann!
"Schwieriger Freitag" für Ferrari
Die Konkurrenten erwarten die Scuderia morgen wieder vorne dabei, doch Charles Leclerc selbst betont: "Es war ein schwieriger Freitag, wobei das zweite Training etwas besser verlief als das erste. Aber wir sind noch weit von unserem Ziel entfernt."
"Unsere Hauptverluste kommen aus zwei Kurven, daher werden wir daran arbeiten, eine Lösung dafür zu finden", so Leclerc, der am Ende Achter wurde. Teamkollege Lewis Hamilton schaffte es immerhin auf P6.
Er berichtet: "Nachdem wir in FT1 nicht im idealen Fenster waren, haben wir zwischen den Sessions ermutigende Fortschritte erzielt. Es gibt noch einiges zu tun, um die Balance des Autos über eine einzelne Runde zu verbessern, aber die Longrunpace sah konsistenter aus."
"Wie immer wird die Qualifikation hier entscheidend sein, daher ist es vorrangig, die Erkenntnisse von heute in FT3 mitzunehmen und über Nacht weiter daran zu arbeiten", so Hamilton, der sich heute gleich zweimal drehte.
Russell: Hatte mir etwas mehr erhofft
Der Brite wurde heute Vierter und gesteht, dass er "vielleicht nicht ganz so nah" wie erhofft an der Spitze dran gewesen sei. Am Ende fehlten ihm fast vier Zehntel auf die Bestzeit.
"Aber das Renntempo sieht gut aus, es entspricht in etwa dem üblichen Niveau", betont er und erklärt ebenfalls, dass Aston Martin dieses Mal "schnell" aussehe.
"So wie es aussieht, wird es wohl ein harter Kampf zwischen den Astons, Max und uns selbst, aber ich bin mir sicher, dass Ferrari auch dabei sein wird", so Russell.
McLaren sieht auch er nicht in Reichweite. Teamkollege Kimi Antonelli gesteht derweil, dass sein Abflug in FT1 natürlich "nicht ideal" gewesen sei.
Denn dadurch verlor der Rookie fast die ganze Session. In FT2 habe er daher erst einmal in einen Rhythmus kommen müssen. Am Ende wurde er Zwölfter.
Barrichello-Sohn wechselt in Formel 3
Eine kleine News aus den Nachwuchsklassen: Fernando Barrichello wird beim Saisonfinale in Monza sein Formel-3-Debüt geben. Ja, der Nachname ist kein Zufall, es handelt sich dabei in der Tat um den Sohn von Ex-Formel-1-Pilot Rubens Barrichello.
Der Brasilianer ging bereits in diversen Formelserien an den Start und feierte dabei vereinzelt auch schon Rennsiege. In der Saison 2026 wird er dann in Vollzeit in der Formel 3 fahren.
Mal schauen, ob ihn sein Weg auch irgendwann in die Formel 1 führt. Allerdings wird er in wenigen Wochen bereits 20, was für die Formel 3 heutzutage schon recht alt ist.
Was war bei Hadjar los?
Der Rookie fuhr in FT2 zunächst gar nicht und musste sein Auto später direkt in der Outlap wieder abstellen. Chef-Renningenieur Mattia Spini von den Racing Bulls verrät: "Als Vorsichtsmaßnahme haben wir zwischen den Sessions die Antriebseinheit an Isacks Auto ausgetauscht."
"Aber als wir wieder auf der Strecke waren, haben wir ihn gebeten, nach ungewöhnlichen Sensorwerten in seiner Outlap anzuhalten", so Spini, und auch Hadjar selbst bestätigt: "Wir hatten im ersten Training einige Probleme mit den Sensoren der Antriebseinheit, daher haben wir beschlossen, sowohl die Batterie als auch die Antriebseinheit auszutauschen."
"Ich bin etwas verspätet gestartet, aber während ich auf der Strecke war, war das Team mit der Leistung der Batterie nicht zufrieden und bat mich, das Auto anzuhalten. Hoffentlich ist bis morgen alles geklärt", so Hadjar, der faktisch die ganze Session verlor.
Teamkollege Liam Lawson landete auf P14 und spricht ebenfalls von einem "kniffligen Tag".
Piastri zufrieden nach P3
Der Australier wurde heute Dritter, war aber weniger als eine Zehntelsekunde langsamer als sein Teamkollege und erklärt: "Ich denke, es war insgesamt ein ziemlich guter Tag. Ich habe im Laufe des Tages einige Dinge verbessert, mehr Selbstvertrauen gewonnen und meine Rundenzeit etwas gesteigert."
"Es gibt noch einiges zu erledigen und zu verbessern, wie es nach einem Freitag normalerweise der Fall ist, aber insgesamt war es ein positiver erster Tag nach der Rückkehr", so der WM-Leader.
Er habe allerdings noch "keine Ahnung", wer morgen der größte Gegner für McLaren wird. "Es ist etwas überraschend, die Astons heute dort oben zu sehen, aber sie waren in Budapest schnell", grübelt er. Morgen werde es dann ein klareres Bild geben.
Colapinto plötzlich in Top 10
Der Argentinier wurde in FT2 überraschend Neunter und wundert sich bei ESPN selbst: "Dieses Auto ist so seltsam. Plötzlich fahre ich raus und habe doppelt so viel Grip, und ich verstehe irgendwie nicht, warum."
Davon abgesehen verrät er, dass er mit einem kleineren Heckflügel als sein Teamkollege gefahren sei. Dadurch habe er in den langsamen Kurven die meiste Zeit verloren, Pierre Gasly auf den Geraden.
In FT1 sei der Alpine noch "sehr unberechenbar" gewesen, aber in FT2 habe sich das verbessert. Teamkollege Gasly ergänzt, er habe wegen der roten Flaggen keine repräsentative Zeit in FT2 setzen können.
So wurde er am Ende nur 19., aber er sei "zufrieden" mit dem Gelernten und man habe eine gute "Basis", betont er. Mal schauen, ob Punkte für Alpine am Sonntag drin sind.
Apropos Verstappen
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