• 03. Mai 2024 · 21:44 Uhr

Updates Miami: Ist das schon eine B-Version, McLaren?

Das Mega-Update von McLaren und die weiteren Neuerungen aller Formel-1-Teams am sechsten Wochenende der Saison 2024 beim Miami-Grand-Prix

(Motorsport-Total.com) - Die Liste der technischen Neuerungen aller Teams beim Miami-Grand-Prix 2024 (hier alle Einheiten im Formel-1-Liveticker verfolgen!) liegt vor, und McLaren sticht mit seinen Updates aus der Masse heraus: Das britische Traditionsteam hat seinen MCL38 für das sechste Rennwochenende des Jahres umfangreich umgebaut, sodass das Auto fast schon als "B-Version" gehandelt werden kann. (Übersicht: Alle Updates der Formel-1-Teams in der Saison 2024!)

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Die umfangreichen Updates am McLaren MCL38 beim Formel-1-Rennen in Miami 2024 Zoom Download

Denn fest steht: Niemand sonst hat bislang ein derart aufwändiges Update eingesetzt. Fast sämtliche aerodynamischen Oberflächen wurden überarbeitet.

Aber: Nur Lando Norris fährt in Miami mit dem kompletten Update-Paket. Oscar Piastri hat nur rund die Hälfte der neuen Teile, erklärt Teamchef Andrea Stella auf Nachfrage. Erst beim folgenden Rennen in Imola wird McLaren wieder beide Autos gleichwertig an den Start bringen. Nicht etwa aus Mangel an Teilen, sondern um das Update auf unterschiedliche Art und Weise zu evaluieren, so sagt Stella.

Was neu ist am McLaren MCL38 in Miami

Was also ist neu in Miami? Vieles: der Frontflügel, die Vorderachs-Geometrie, die Bremsschächte an der Vorderachse, der Unterboden, die Lufteinlässe in den Seitenkästen, die Verkleidung inklusive Motorhaube, die Kühlschlitze in der Motorhaube, die Hinterrad-Aufhängung und die Bremsschächte an der Hinterachse.

Von diesen Änderungen verspricht sich McLaren vor allem eine bessere Anströmung der aerodynamisch sensiblen Bereiche des Fahrzeugs und damit mehr Abtrieb. Entscheidend ist hierbei das Zusammenspiel der genannten Komponenten, weshalb McLaren nicht nur Einzelteile am Auto modifiziert hat.

Norris gibt sich zuversichtlich und spricht von einem "ordentlichen Update" am MCL38: "Es macht unser Auto hoffentlich schneller. Wenn ich hinter dem Lenkrad sitze, dann sollten sich auf jeden Fall offensichtliche Fortschritte zeigen. Wir hätten nicht so viel Druck gemacht, um das Update an einem Sprint-Wochenende einzusetzen, wenn wir nicht die Hoffnung hätten, es hilft uns."

Teamchef Stella aber dämpft die Erwartungen: Das Miami-Update sei kein Allheilmittel. "Wir brauchen noch [weitere] Updates, um besonders in langsamen Passagen besser zu werden. Aber in den kommenden Rennen kriegen wir nur Kleinigkeiten." Insgesamt erwarte man sich einen soliden Fortschritt, der aber "etwas kleiner" ausfallen soll als der Sprung im vergangenen Jahr zum Österreich-Grand-Prix.

Mercedes spricht von Entwicklungsrückstand

Neues auch bei Mercedes: Das Team setzt am W15 einen modifizierten Unterboden ein, der mit neuen Luftleitblechen an der Vorderkante aufwartet. Mehr Abtrieb und eine bessere Anströmung des Hecks sind hier das Ziel. Außerdem hat Mercedes die Ausrichtung der Spurstange an der Vorderachse leicht verändert, um ebenfalls eine günstigere Anströmung zu erreichen.

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Das Unterboden-Update am Mercedes W15 beim Formel-1-Rennen in Miami 2024 Zoom Download

"Wir hatten das Update eigentlich für Imola geplant. Dort gibt es noch Neuerungen am Heckflügel und im Bereich des Beam-Wings. Es ist uns aber gelungen, [den Unterboden] bereits hier für beide Autos zur Verfügung zu stellen. Das ist ein ordentlicher Schritt, zumal wir seit Saisonbeginn ein mehr oder weniger unverändertes Auto eingesetzt hatten", meint Andrew Shovlin als Mercedes' leitender Ingenieur an der Rennstrecke.

Shovlin weiter: "Es ist gut, dass wir jetzt damit anfangen, mehr Leistung zu generieren. In den nächsten vier, fünf Rennen kommen weitere Entwicklungsschritte. Damit wollen wir das Fahrzeugverhalten konstanter und gutmütiger machen."

Mit bisher nur vier Performance-relevanten Updates sei Mercedes "etwas zurück bei der Entwicklung", räumt Shovlin ein. "Das ist ein Bereich, in dem wir besser werden müssen. Aber es geht auch darum, dass das Auto auf einer breiteren Bandbreite an Rennstrecken funktioniert. Das ist wichtig für uns."


Fotos: F1: Grand Prix von Miami 2024


Nur für das Wochenende in Miami hat Mercedes modifizierte Kühlöffnungen in der Motorhaube dabei. Das soll die Kühlungsmöglichkeiten erweitern. Eine ebenfalls streckenspezifische Anpassung am Frontflügel gibt Mercedes in Miami die Chance, einen kleineren Heckflügel für weniger Luftwiderstand einzusetzen.

Alpine endlich auf Mindestgewicht angekommen

Formel-1-Sorgenkind Alpine, als einziges Werksteam noch ohne Punkte in der Saison 2024, kann zwar für Miami keine Updates vermelden, aber immerhin technische Fortschritte. Denn das China-Update für Pierre Gasly, der es nachträglich in Miami erhält, bringt den A524 erstmals in diesem Jahr auf das Mindestgewicht herunter. Bisher ist Alpine also stets übergewichtig gefahren.

Das hat laut Teamchef Bruno Famin "zwei Zehntel gekostet", sei aber "nicht das Hauptproblem" des Autos gewesen. "Das Hauptproblem ist: Das Auto generiert zu wenig Abtrieb. Und es fällt uns schwer, die Reifen in der Qualifikation zum Arbeiten zu kriegen", sagt Famin.


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"Aber das Thema [Übergewicht] haben wir rascher gelöst als gedacht. Das stimmt mich zufrieden. Und den für Miami geplanten Unterboden hatten wir schon in Schanghai dabei. Das ist ein gutes Zeichen, aber nur ein kleines Stück dessen, was wir aufholen müssen. [Der Rest] wird noch Zeit brauchen."

Williams hat zum ersten Mal ein Ersatzchassis

Williams bringt zwar in Miami mit einem modifizierten Frontflügel-Element ein Performance-relevantes Update zugunsten von besseren Abstimmungsmöglichkeiten. Das große Novum auf technischer Seite aber ist das dritte Chassis, das dem Team erstmals 2024 zur Verfügung steht. Ab sofort haben Alexander Albon und Logan Sargeant also die Chance, bei einem Chassis-Schaden auf Ersatzmaterial zurückzugreifen.

Die Entwicklung stockt nicht bei Racing Bulls

Racing Bulls wiederum produziert Updates wie am Fließband: Miami ist das fünfte Rennwochende in Folge, an dem der VCARB 01 neue Teile erhält. Dieses Mal geht es um die Vorderkante des Unterbodens mit neuen Luftleitblechen zur verbesserten Anströmung und für mehr Abtrieb. Auch ein neugeformter Diffusor ist im Einsatz, mit gleichen Folgen für die Fahrzeugleistung.

Auch Haas legt nochmal nach

Mit dem zweiten Update nach China beweist Haas in der Saison 2024 eine ganz andere Entwicklerqualität als noch im vergangenen Jahr. Ein neugeformter Diffusor soll die Unterboden-Leistung verbessern und den Luftstrom noch gezielter nach hinten lenken. Ergebnis: "Insgesamt mehr Abtrieb", so meldet das Team.

Nur streckenspezifische Updates bei Aston Martin und Sauber

Aston Martin führt zwar eine Reihe von Neuerungen in seinen technischen Dokumenten auf, aber keines davon ist explizit leistungsrelevant. Es handelt sich um Front- und Heckflügel für weniger Abtrieb sowie um einen Beam-Wing mit nur einem statt zwei Flügelelementen. Dazu kommt eine Motorhaube mit vergrößertem Luftauslass zur besseren Kühlung des Fahrzeugs.

Apropos Kühlung: Damit Fernando Alonso und Lance Stroll genug frische Luft abkriegen im Cockpit, installiert Aston Martin in Miami einen zusätzlichen Lufteinlass oben auf dem Chassis, aber "einen größeren als den bei den Wintertests evaluierten", wie das Team betont.

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Fernando Alonso im Aston Martin AMR24 beim Formel-1-Training in Miami Zoom Download

Bei Sauber kommen lediglich auf Miami-Anforderungen getrimmte Front- und Heckflügel zum Einsatz. Der Rennstall aus der Schweiz setzt damit konsequent auf wenig Luftwiderstand.

Und was macht Red Bull in Miami?

Bleibt die Frage, weshalb WM-Spitzenreiter Red Bull bislang in dieser Auflistung fehlt. Antwort: Das Team hat weder Performance- noch Strecken-relevante Updates beim Automobil-Weltverband (FIA) hinterlegt, sondern optimiert mit einem Update an der Unterboden-Kante lediglich die eigene Zuverlässigkeit.

Als Grund für die Änderung wird eine Gewichtsersparnis bei gleicher Steifigkeit angegeben: Im Vergleich zur bisherigen Spezifikation fehlt am RB20 von Max Verstappen und Sergio Perez eine Außenkanten-Halterung.

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