• 13. August 2022 · 14:15 Uhr

Wolff: FIA darf mit "Porpoising" keine NFL-Situation riskieren

Mercedes-Formel-1-Teamchef Toto Wolff macht seinen Standpunkt zum Unterbodenstreit erneut deutlich: Sicherheitsrisiko der Fahrer mit Daten zu belegen

(Motorsport-Total.com) - Toto Wolff glaubt, dass die FIA keine "NFL-Situation" riskieren kann, wenn sie die potenziellen Sicherheitsprobleme mit dem "Porpoising" ignoriert und die Auswirkungen auf die Formel-1-Fahrer nicht berücksichtigt.

Toto Wolff

Mercedes-Teamchef Toto Wolff fordert die FIA zum Handeln auf Zoom Download

Die FIA wird beim nächsten Rennen in Belgien neue Grenzwerte einführen, wie stark die Autos ausschlagen dürfen, bevor für 2023 Regeländerungen durchgesetzt werden, um das Problem des "Porpoisings" einzudämmen, mit dem die Teams in diesem Jahr zu kämpfen hatten.

Eine Reihe von Fahrern haben auf die damit verbundenen möglichen Sicherheitsprobleme hingewiesen, aber einige Teams haben in Frage gestellt, ob es sich dabei wirklich um ein Sicherheitsproblem handelt und ob es stattdessen als Rechtfertigung für eine Änderungen verwendet wird, die einen Wettbewerbsvorteil bieten könnten.

Wolff analysiert: "Porpoising" könnte zu Hirnschäden führen

Mercedes Teamchef Wolff hat miterlebt, wie sein Team in dieser Saison mit einigen der schlimmsten "Porpoising"-Probleme konfrontiert wurde, vor allem in Baku, wo Lewis Hamilton gesehen wurde, wie er sich den Rücken hielt, nachdem er am Ende des Rennens aus dem Auto gestiegen war.

Wolff warnt die FIA davor, die Daten zu ignorieren, die auf die möglichen Gefahren des "Porpoisings" hinweisen, und verwies auf die medizinische Forschung, die mit American-Football-Spielern in Bezug auf Kopfverletzungen nach wiederholten Stößen während ihrer Karriere durchgeführt wurde.

"Es ist ganz einfach: Wir haben immer gesagt, wir können entweder nichts tun oder das Richtige", sagt Wolff. "Wir und die FIA haben medizinische Analysen, dass Frequenzen von ein oder zwei Hertz über mehrere Minuten zu langfristigen Hirnschäden führen können. Und wir haben sechs bis sieben Hertz über mehrere Stunden!"

Wolff: "FIA-Gang" wird sich nicht manipulieren lassen

"Die FIA hat keine andere Wahl, als etwas zu tun, und ich denke, dass es völlig irrelevant ist, die Dinge auf sich beruhen zu lassen oder Teams zu haben, die dafür oder dagegen lobbyieren", betont Wolff.

"Es ist eine medizinische Frage, die beantwortet werden muss. Und diese Berichte sind eine Realität und sie sind eine Tatsache. Ich glaube nicht, dass sich die 'FIA-Gang' in die eine oder andere Richtung manipulieren lassen wird."

"Die GPDA [Fahrergemeinschaft] hat ihre Aussagen gemacht, die Fahrer haben ihre Aussagen auf einem anonymen Formular gemacht. Die zuständigen Fachleute und Ärzte haben sich beraten, und das Ergebnis ist, dass es nicht gut für die langfristige Wirkung ist und die FIA sagt, dass sie keine NFL-Situation haben will", fasst der Mercedes-Teamchef zusammen.

Wolff betont: Es geht hier nur um die Sicherheit

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem schrieb Anfang der Woche auf Twitter, dass das aktualisierte technische Reglement für 2023 an den World Motor Sport Council geschickt worden sei, obwohl unklar ist, ob und inwieweit eine Einigung mit den Teams über Unterbodenveränderungen erzielt worden ist.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner sagte in Frankreich, dass die "Lobbyarbeit" zur Änderung der Regeln für 2023 einem "bestimmten Team" helfen sollte, wobei er auf Mercedes anspielte.


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Wolff sagte jedoch, er sehe den Vorstoß für diese Änderungen "ganz anders" als frühere Bemühungen um Regeländerungen und dass der jüngste Aufschwung von Mercedes - einschließlich der ersten Poleposition der Saison in Ungarn durch George Russell - kein Grund sei, die Bemühungen um eine Regeländerung aufzugeben, da es um eine wichtige Sicherheitsfrage gehe.

"Man könnte heute sagen, dass wir unser Auto verstanden haben, dass wir es beherrschen, dass wir die Poleposition haben und dass wir nichts ändern sollten", sagt Wolff. "Das ist aber irrelevant, denn es ist eine Häufigkeit von Aufsetzern und Schwankungen, die schlecht für die Fahrer ist. Wir verstehen nicht und können nicht einmal nachvollziehen, wie es ist, in diesen Autos herumgeschüttelt zu werden."

"Haben wir und haben alle Teams das Problem in den Griff bekommen? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Wir waren seitdem noch nicht auf einer holprigen Strecke. Müssen wir für das nächste Jahr einige Vorsichtsmaßnahmen treffen? Ja, auf jeden Fall!"

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