• 16. Februar 2022 · 19:59 Uhr

Ricciardo: 2022er-Formel-1-Autos könnten Überholmanöver spektakulärer machen

Daniel Ricciardo spricht über die neuen Formel-1-Fahrzeuggeneration und über die Vertragsverlängerung seines McLaren-Teamkollegen Lando Norris

(Motorsport-Total.com) - McLaren-Pilot Daniel Ricciardo hofft, dass sich die Bremswege mit der für 2022 neuen Formel-1-Fahrzeuggeneration verlängern. Auf diese Weise könnten die Fahrer beim Überholen mutiger agieren.

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Besonders während seiner Zeit als Red-Bull-Fahrer hat sich Ricciardo den Ruf als einer der besten Überholer der Formel 1 erarbeitet. Seine spektakulären Manöver bei denen er erst kurz vor dem Kurveneingang zum Überholen ausscherte oder bei denen er den Vordermann attackierte obwohl er in der Bremszone noch sehr weit entfernt war, sind vielen Fans in Erinnerung geblieben.

Allerdings wird im Vergleich zu den vergangenen Jahren ab dieser Saison eine Fahrzeuggeneration eingesetzt, die von Grund auf unter der Prämisse designt wurde, besseres Racing zu ermöglichen. Die neuen Fahrzeuge generieren ihren Abtrieb dabei hauptsächlich über den Unterboden. Der dadurch entstehende "Ground-Effect" soll es den Fahrern ermöglichen enger hintereinander zu fahren, was das große Problem der vergangenen Fahrzeuggeneration war.

Trotz aller aerodynamischen Hürden war das Überholen in der Vergangenheit eine der großen Stärken von Ricciardo. Auf die Frage, ob er Angst hätte, dass ihm diese Stärke angesichts der neuen Autos genommen werden könnte, sagte er unerschrocken: "Ich hoffe, sie wird dadurch sogar noch stärker! Natürlich habe ich den vergangenen Jahren einige gute Überholmanöver zeigen können, aber es war jetzt nicht so, dass ich in jedem Rennen 20 Überholmanöver hatte, die zu den besten des Jahres gezählt hätten."


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"Das lag auch an der Charakteristik der Fahrzeuge. Da die Autos so schnell waren und man so spät bremsen konnte, war es sehr schwierig auf den Vordermann aufzuschließen, geschweige denn an ihm vorbei zu kommen. Wenn wir jetzt enger dranbleiben können und die Bremszone länger ausfällt, sodass wir eher bremsen müssen, könnten wir mehr Zeit und Platz haben um überholen zu können."

Dadurch könnten wir nicht nur allgemein mehr Überholmanöver sehen, sondern wir hätten auch die Chance auf die Rückkehr der großen D.R.I.C.C.s [Ricciardos Überholmanöver]". Nachdem er Red Bull Ende 2018 verlassen hatte, verbrachte er zwei Jahre bei Renault bevor er 2021 zu McLaren wechselte. 2022 geht er in seine zweite Saison beim britischen Rennstall.

Doch der Wechsel zu McLaren war nicht von Beginn an die Erfolgsgeschichte, die sich beide Seiten erhofft hatten. Ricciardo hatte zu Saisonbeginn große Probleme sich auf seinen neuen Dienstwagen einzustellen. Erst nach der Sommerpause verbesserte sich seine Form. Der Aufschwung gipfelte im Sieg des Großen Preises von Italien, Ricciardos erster Erfolg seit Monaco 2018 und McLarens erster Triumph seit Brasilien 2012.


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Nun geht Ricciardo in das zweite Jahr seines bis 2023 gültigen Vertrages mit McLaren. Sein Teamkollege Lando Norris hingegen hat erst vor kurzem bis Ende 2025 verlängert. Sollte der Brite McLaren so lange die Treue halten, hätte er seine ersten sieben Formel-1-Jahre beim Traditionsrennstall verbracht.

Norris Vertragsverlängerung passt damit in die momentane Vorgehensweise der Teams, die versuchen ihre Spitzenpiloten möglichst langfristig an sich zu binden. So geht beispielsweise Max Verstappen in seine siebte Saison als Red-Bull-Fahrer, während Charles Leclerc bereits 2019 einen Fünf-Jahres-Vertrag bei Ferrari unterzeichnet hat.

Auf den Vertrag seines neuen Teamkollegen angesprochen, erklärte Ricciardo, dass er sich mit 32 Jahren "an einem anderen Punkt in meiner Karriere" befände. Außerdem sei "langfristige Stabilität nicht etwas ist, das unbedingt will oder brauche." Norris und er "stünden an unterschiedlichen Ausgangspunkten". Dennoch halte er die Vertragsverlängerung von McLaren und Lando Norris für "eine gute Sache".

"Landos Leistungen im vergangenen Jahr waren großartig und er wird immer besser. Ich weiß, dass er das Team liebt und dort auch gerne bleiben möchte. Es gibt auch nicht Wichtigeres, als in einem Umfeld zu sein, in dem man sich wohlfühlt. Das beide Seiten sich dem anderen gegenüber so lange verpflichtet haben, ist besonders für einen jungen Fahrer eine unheimlich große Sache. Es ist der richtige Schritt und ich freue mich darüber. Auf jeden Fall bin ich nicht nicht glücklich!"

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