• 11. Januar 2022 · 13:50 Uhr

Ricciardos Anlaufschwierigkeiten bei McLaren: "Hat eine Zeit gedauert"

Die Führungsriege von McLaren analysiert Daniel Ricciardo erstes Jahr im Team, verrät seine beste Eigenschaft und rechnet 2022 mit einem Entwicklungssprung

(Motorsport-Total.com) - Daniel Ricciardos erster Jahr bei McLaren war eine Saison mit Licht und Schatten. Während der Australier die erste Hälfte selbst als "fast schon lächerlich" bezeichnet, konnte er nach der Sommerpause merklich steigern und feierte in Monza sogar den ersten und einzigen Sieg des Teams in der Saison 2021.

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Vor allem in der ersten Saisonhälfte mit McLaren tat sich Daniel Ricciardo schwer Zoom Download

"Er hatte seine Herausforderungen", weiß McLaren-CEO Zak Brown. "Er musste sich an unser Auto anpassen. Ich denke, in Monza hat er gezeigt, wozu er fähig ist, und das war eine dominante Leistung. Und dann hatte er einige Probleme."

"Wenn wir auf seine Zeit bei Renault zurückblicken", erinnert sich der US-Amerikaner, "hat er eine gewisse Zeit gebraucht, um sich an das Auto zu gewöhnen." Mit Lando Norris habe Ricciardo zudem einen Teamkollegen, "der am absoluten Limit des Rennwagens ist". Sich damit zu messen, sei im ersten Jahr nicht leicht.

Doch Brown hält fest: "Wir haben in der zweiten Saisonhälfte einen anderen Daniel gesehen, der sich im Auto viel wohler fühlt und auf der Höhe der Zeit ist. Ich bin gespannt auf das Jahr 2022, wenn es für alle ein Neuanfang sein wird." Nach der besten Eigenschaft von Ricciardo gefragt, zögert der Markenchef nicht lang.

Brown: Das ist Ricciardos beste Eigenschaft

"Er ist ein großartiger Teamkollege, nicht nur für Lando, sondern für jeden in der Garage. Er ist sehr ehrlich. Es ist ein Vergnügen, ihn in der Garage zu haben", so Brown.

In die Entwicklung für 2022 war Ricciardo von Anfang deutlich stärker involviert. Gepaart mit einem Mehr an Testtagen im Vergleich zum Vorjahr sind Brown und auch McLaren-Teamchef Andreas Seidl überzeugt, dass ihrem Fahrer das helfen wird.

Seidl weiß: "Es ist einfach sehr, sehr schwierig, die letzten zwei, drei Zehntel - vor allem im Qualifying - aus diesen komplexen Rennautos rauszuholen. Man darf auch nicht vergessen, dass die Formel-1-Autos jetzt die schnellsten aller Zeiten sind. Der Film, der gerade abläuft, wenn die Fahrer die Runde fahren, ist sehr, sehr schnell."


Interview A. Seidl: Klug, Sainz gehen zu lassen?

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Die große Bilanz der Formel-1-Saison 2021 aus McLaren-Sicht: Andreas Seidl im Gespräch mit Christian Nimmervoll. Weitere Formel-1-Videos

In einem exklusiven Interview spricht der Deutsche über die Schwierigkeiten, mit denen Ricciardo vor allem in der ersten Saisonhälfte zu kämpfen hatte. "Wenn sich das Verhalten des Fahrzeugs für den Fahrer nicht absolut natürlich anfühlt, dann sind eben diese Zehntel sehr schnell weg über eine Runde", sagt er.

"Für Daniel war es so, dass sich vor allem im Qualifying mit wenig Sprit, wenn es ans absolute Limit ging, dieses natürliche Gefühl, was er aus der Vergangenheit kannte, nicht eingestellt hat. Deshalb haben wir sehr viel Arbeit zusammen mit ihm investieren müssen, um mit ihm zu trainieren und dieses Gefühl zu entwickeln."

Seidl: "Zum Saisonende hat noch etwas gefehlt"

Gleichzeitig habe man natürlich auch versucht, das Auto entsprechend anzupassen, "sodass es sich für ihn natürlicher anfühlt" erklärt Seidl weiter. "Das hat einfach eine Zeit gedauert."

"Ich glaube, es ist ihm auch gutgetan, dass er diese zwei Wochen Pause gehabt hat im Sommer, um auch mal Abstand zu gewinnen. Dann hat er wirklich einen guten Schritt nach vorne gemacht in der zweiten Saisonhälfte." So erzielt Ricciardo fünf seiner insgesamt sechs Top-5-Platzierungen nach der Sommerpause.

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2022 will Ricciardo mit einem Jahr McLaren-Erfahrung richtig angreifen Zoom Download

Zwar räumt Seidl ein: "Ich glaube nach wie vor, dass zum Ende der Saison immer noch etwas gefehlt hat, was er selber auch sagt." Doch der McLaren-Teamchef ist sich sicher, "dass noch mehr kommen wird in der Zukunft, und darauf freue ich mich".

Von der Entscheidung, Ricciardo zu verpflichten, ist er weiter überzeugt. "Wir wollten Daniel an Bord haben, weil er in der Vergangenheit gezeigt hat, dass er mit dem richtigen Auto immer ganz vorne mitfahren kann und Rennen gewinnen kann, was er in Monza ja auch gezeigt hat, wo er sehr, sehr stark war."

Das komplette Interview von Chefredakteur Christian Nimmervoll mit McLaren-Teamchef Andreas Seidl gibt's jetzt als Video auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de zu sehen.

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