• 02. März 2021 · 18:57 Uhr

Wolff stellt klar: Erst kommt Hamilton, frühestens danach Verstappen

Lewis Hamilton plant seine Zukunft in der Formel 1 nicht über 2021 hinaus, doch noch flirtet Mercedes-Teamchef Toto Wolff nicht mit Max Verstappen

(Motorsport-Total.com) - Lewis Hamilton plant am Saisonbeginn 2021 "nicht mehr allzu weit in die Zukunft" und gibt zu, dass sein Hauptantrieb längst nicht nur der nächste WM-Titel ist. "Wir leben gerade in einer sehr ungewöhnlichen Zeit. Daher wollte ich nur um ein Jahr verlängern", sagt er über seine Zukunft in der Formel 1.

Toto Wolff

Toto Wolff hält (noch?) den Ball flach, wenn es um Max Verstappen geht Zoom Download

Da fällt einem spontan Christian Horner ein, der davon überzeugt ist, dass Toto Wolff am liebsten Max Verstappen zu Mercedes holen würde, sollte Hamilton Ende 2021 als achtmaliger Weltmeister abdanken - eine Meinung, die der Red-Bull-Teamchef in Insiderkreisen keineswegs exklusiv vertritt.

Doch zumindest aktuell ist Wolff bemüht, den Ball flach zu halten: "Max", sagt er am Rande der Präsentation des neuen Mercedes F1 W12, "ist sicher ein außergewöhnlicher junger Fahrer, der in Zukunft bei allen auf dem Radarschirm sein wird. Aber wir flirten solange nicht außerhalb, solange wir nicht mit unseren zwei Fahrern ein klares Verständnis gefunden haben."

Das ist kein dauerhaftes Nein zu Verstappen, aber zumindest ein temporäres Bekenntnis zu Hamilton. "Wenn Lewis weiterfährt, dann werden wir das gemeinsam machen", unterstreicht Wolff. "Wir hatten in der Vergangenheit so große Erfolge, und wir haben eine so vertrauensvolle Beziehung zueinander, dass wir über 2022 natürlich zuallererst mit ihm reden werden."

Hamilton: Andere Prioritäten als vor 15 Jahren

Wer Hamilton kurz vor Saisonbeginn zuhört, der hört nicht mehr den 22-jährigen Jungspund, für den es nichts Größeres gibt als Grand-Prix-Siege und Weltmeisterschaften. Mit inzwischen 36 Lenzen spricht Sir Lewis viel über Anti-Rassismus, Diversität und Inklusion - und weniger darüber, wie viel er noch gewinnen will oder wie es nach 2021 im Renncockpit weitergehen soll.


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"Ich habe mich bewusst entschieden, nur einen Vertrag über ein Jahr zu machen", erklärt er. "So kann ich mir anschauen, wie das Jahr so läuft, und wo wir zur Halbzeit oder gegen Ende der Saison stehen. Wer weiß, ob wir dann immer noch in einer Pandemie stecken?" Aber er stellt klar: "Das bedeutet nicht, dass ich nicht mehr voll engagiert bin. Das bin ich sehr wohl."

Eine Haltung, die Wolff verstehen kann: "Er hat ja recht. Die Zeiten ändern sich. Wir alle setzen unsere Prioritäten neu - Stichwort wie wir leben, Stichwort Gesundheit. Seine Initiativen gegen Rassismus und Ungleichheit unterstützt er voller Leidenschaft. Und dann haben wir auch noch diese große Regeländerung für 2022 - auch wenn ich glaube, dass die für ihn keine Rolle spielt."

Toto Wolff: Verständnis für Hamiltons Position

"Aber dass sich ein Fahrer, der sieben Weltmeisterschaften gewonnen hat, die Flexibilität bewahren will, wie er seine Zukunft gestalten möchte, das kann ich nachvollziehen und ist verständlich. Ob das jetzt mit dem Rennfahren zu tun hat oder auch mit Dingen abseits unseres Zirkus", sagt der Österreicher.


Fotostrecke: Formel 1 2021: Der neue Mercedes W12 in Bildern

Klar ist für Wolff: So lange verschleppt wie nach Saisonende 2020 soll die Entscheidung diesmal nicht werden. Und: "Ich glaube, dass die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass Lewis weitermachen möchte. Weil ihm die Fahrerei Spaß macht und er im Team eingebettet ist und diese Motivation nach wie vor herrscht."

"Aber das kann sich natürlich auch während der Saison ändern. Diese Flexibilität will er sich einfach erhalten. Trotzdem haben wir entschieden, dass wir relativ früh miteinander zu sprechen beginnen - nämlich sehr bald, um herauszufinden, was wir uns gegenseitig vorstellen von der Zukunft. Er einerseits und wir andererseits als Team", sagt Wolff.

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