• 04. September 2020 · 14:50 Uhr

Sebastian Vettel: Gibt's die Formel 1 in zehn Jahren noch?

Der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel mit Überlegungen zur Zukunft der Formel 1 und wie es die Rennserie schaffen kann, relevant zu bleiben

(Motorsport-Total.com) - Sebastian Vettel wirkt nachdenklich. Denn es ist keine Frage, die er oft gestellt bekommt. Und schon gar keine zur aktuellen Situation bei Ferrari oder seiner sportlichen Zukunft, die weiterhin offen ist. Nein - vor dem Italien-Grand-Prix in Monza wurde Vettel von Journalisten gefragt, wie er sich die Formel 1 in zehn Jahren vorstelle. Und Vettel gab eine ausführliche Antwort darauf.

Foto zur News: Sebastian Vettel: Gibt's die Formel 1 in zehn Jahren noch?

Sebastian Vettel fragt sich, wie die Formel 1 in Zukunft relevant bleiben kann Zoom Download

Der Deutsche beginnt sie mit dem Verweis auf die Coronakrise: "Vor einem halben Jahr hätte noch niemand gedacht, in welcher Situation sich die Welt jetzt befinden könnte. Wie also mag die Welt in zehn Jahren aussehen?"

Gerade weil die Welt bis dahin eine andere sein werde, müsse sich auch die Formel 1 verändern, und laut Vettel ganz erheblich. "Meiner Meinung nach hat die Formel 1 eine sehr große Aufgabe vor sich, wenn sie weiter bestehen, Fans anziehen und Emotionen und Leidenschaft transportieren will", erklärt Vettel.

Formel 1 muss sich "großen Themen" stellen

"Die Welt ändert sich, und das sehr schnell. Ich glaube, die Formel 1 muss mehr tun, statt sich einfach nur anzupassen."

Das neue Formel-1-Reglement ab 2022 gehe womöglich nicht weit genug, um die Rennserie mittelfristig am Leben zu erhalten, sagt Vettel. Man müsse schon "mehr tun als nur die Regeln zu ändern", gerade weil die Zukunft "immer mehr große Themen" bieten werde, "denen man sich stellen muss", so erklärt er.

Welche Themen er konkret meint, das sagt Vettel nicht. Vielleicht aber sind seine Äußerungen als Verweis auf die jüngsten Formel-1-Kampagnen gegen Rassismus zu verstehen, oder mit Blick auf das Formel-1-Ziel, bis 2030 CO2-neutral sein zu wollen.

Mehr tun, zum Beispiel im Umweltschutz

Vettel hält fest: "Die Formel 1 kann da nicht still sein und ihre Augen davor verschließen. Die Formel 1 sollte aber mehr tun und ein bisschen offener und toleranter werden. Ansonsten, und das ist meine persönliche Meinung, könnte es in Zukunft schwierig werden."


Fotostrecke: Die größten Formel-1-Verschwörungstheorien

Vor allem aber müsse die Formel 1 aktiv werden und sich nicht immer nur darauf beschränken, "auf Druck von außen" zu reagieren, sagt Vettel. Es gehe darum, mit gutem Beispiel voranzugehen - zum Beispiel in Sachen Umweltschutz.

"Wir fahren herum und verbrennen Sprit. Das mag nur ein sehr kleiner Teil des großen Ganzen sein, aber wir sollten da mehr tun, und nicht nur in dieser Hinsicht. Jedes kleine bisschen macht einen Unterschied", erklärt Vettel. Er verweist exemplarisch auf die vielen Plastikflaschen, die an einem Formel-1-Rennwochenende verwendet würden.

Bloß nicht den bequemen Weg gehen

"Da gäbe es Lösungen", so sagt er. "Wir sollten innovativ bei Entwicklungen sein und nicht einfach nur das verwenden, was bequem und billig ist, um uns das Leben möglichst einfach zu machen. Die Formel 1 ist die Königsklasse, wenn es um die Fahrzeugentwicklung geht. Doch da hört es nicht auf. Man kann viel mehr tun, um in Zukunft relevanter zu sein."

Lewis Hamilton stimmt seinem Fahrerkollegen in diesem Punkt zu. Auch er glaubt: Die Formel 1 produziert zu viel Müll und müsse umdenken. "Müll gehört minimiert", sagt Hamilton. "Man sollte sicherstellen, und das gemeinsam mit den Organisatoren in jedem Land, dass man so sauber wie möglich arbeitet."

Die Formel 1 habe aber schon einige richtige Schritte eingeleitet: "Rein sportlich sind wir von V10-Motoren weg- und zu V8 und V6 hingekommen. Die Formel 1 muss weiter in diese Richtung gehen und irgendwann elektrisch werden, wie die gesamte Autoindustrie. Deshalb müssen wir in diese Richtung innovativ sein", sagt Hamilton weiter.

Nachsatz: "Das wird wahrscheinlich nicht mehr während meiner Karriere passieren, aber in der Zukunft der Formel 1."

Fotos & Fotostrecken
Foto zur News: Siege der aktuellen Formel-1-Fahrer von ihren schlechtesten Startplätzen
Siege der aktuellen Formel-1-Fahrer von ihren schlechtesten Startplätzen
Foto zur News: Top 5: Formel-1-Fahrer mit den meisten Siegen beim Heimrennen
Top 5: Formel-1-Fahrer mit den meisten Siegen beim Heimrennen

Foto zur News: Top 10: Fahrer mit den meisten Rennen zwischen zwei Siegen
Top 10: Fahrer mit den meisten Rennen zwischen zwei Siegen

Foto zur News: Diese Siege hat McLaren in der Formel-1-Saison 2024 weggeworfen
Diese Siege hat McLaren in der Formel-1-Saison 2024 weggeworfen

Foto zur News: Alternative Formel 1: So wäre die Saison 2024 ohne Max Verstappen
Alternative Formel 1: So wäre die Saison 2024 ohne Max Verstappen
Folge Formel1.de
Videos
Foto zur News: Eigentlich müsste McLaren die WM anführen!
Eigentlich müsste McLaren die WM anführen!
Foto zur News: F1-Film mit Brad Pitt: Der offizielle Teaser
F1-Film mit Brad Pitt: Der offizielle Teaser

Foto zur News: Was hat's mit Flexi-Wings und Zero-Pod auf sich?
Was hat's mit Flexi-Wings und Zero-Pod auf sich?

Foto zur News: Ferrari nur noch vierte Kraft: Updates gefloppt?
Ferrari nur noch vierte Kraft: Updates gefloppt?
Formel1.de auf Facebook

Werde jetzt Teil der großen Community von Formel1.de auf Facebook, diskutiere mit tausenden Fans über die Formel 1 und bleibe auf dem Laufenden!

Formel-1-Quiz

Welche dieser ehemaligen und aktuellen Formel-1-Rennstrecken liegt in Frankreich?

Formel 1 App