• 10. März 2019 · 09:59 Uhr

Formel-1-Sportchef Ross Brawn über WM-Kampf 2019: "Vettel hat alle Chancen"

Formel-1-Sportchef Ross Brawn gibt eine erste Einschätzung über die diesjährigen Kräfteverhältnisse ab - Er sieht Ferrari in der Favoritenrolle, aber ...

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Sportchef Ross Brawn hat die Testfahrten in Barcelona aus nächster Nähe beobachtet und eine erste Einschätzung über die Kräfteverhältnisse abgegeben. Der Brite sieht demnach sein ehemaliges Team Ferrari an der Spitze vor Mercedes. Sebastian Vettel traut er den fünften WM-Titel zu, obgleich er vor einer neuen "Dynamik" bei der Scuderia durch Neuling Charles Leclerc warnt.

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Ross Brawn sieht Ferrari in der Favoritenrolle für 2019 Zoom Download

"Ferrari hat von Beginn an ziemlich stark ausgesehen, aber sie kämpften mit ein paar Zuverlässigkeitsproblemen. Die müssen sie unbedingt ausmerzen. Mercedes hingegen hat etwas von der Rolle gewirkt", lautet Brawns erstes Fazit nach acht Testtagen in Spanien. Der Brite, der in seiner Laufbahn als Ingenieur sowohl für die Roten (Technikchef an der Seite von Michael Schumacher) als auch für die Silbernen (Teamchef) tätig war, prophezeit ein erneutes Duell der beiden Topteams.

"Wir haben uns die Autos auch auf der Strecke angesehen. Man kann sofort erkennen, welches Auto gut auf der Rennstrecke liegt und welche noch Probleme haben. Ferrari hat auch dort gut ausgesehen. Ich habe auch ein bisschen Zeit in ihrer Garage verbracht. Eine nette, ruhige und konstruktive Atmosphäre konnte man verspüren", stellte der Brite fest. Er begrüßte die Ankunft von Mattia Binotto als neuen Teamchef von Ferrari. Der Italiener sei ein Pragmatiker, der einen klaren Blick auf die Dinge wirft.

Zuverlässigkeit von Honda stimmt Brawn zuversichtlich

"Er ist immerhin ein Ingenieur, wie ich. Er betrachtet die Dinge also aus einer bestimmten Perspektive. Er ist sehr strukturiert und ich denke, wir werden mehr Ruhe bei Ferrari sehen." Diese angesprochene Ruhe könnte jene Zutat sein, die dem Team in den vergangenen beiden Jahren jeweils gefehlt hat. Laut Brawn werde Ferrari das Jahr allerdings keineswegs dominieren, denn auf die Silberpfeile müsse man achten. "Mercedes wird sich auch wieder erfangen. Sie sind ein starkes Team, sie haben viele kluge Köpfe."


Fotostrecke: Der Testunfall von Sebastian Vettel

ährend die beiden Topteams an der Spitze wohl wieder den Titelkampf bestimmen werden, ist fraglich, inwieweit Red Bull mit dem neuen Motorpartner Honda in das Geschehen eingreifen können wird. Brawn war von der Leistung und Standfestigkeit des japanischen Antriebs jedenfalls angetan. "Was mich sehr zuversichtlich gestimmt hat, war die Zuverlässigkeit von Honda. Sie haben sowohl dort wie auch bei der Leistung einen großen Schritt gemacht."

Vom engen Mittelfeld zeigt er sich fasziniert. "Es ist unmöglich, das jetzt vorherzusagen, aber gefühlt gibt es noch einen Abstand zwischen der Spitze und dem Mittelfeld." An der Spitze sitzen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton erneut in den Favoritenrollen. Für den Deutschen könnten die neuen Umstände in seinem Team ein Vorteil sein, allerdings bleibt Brawn mit konkreten Prognosen zurückhaltend.

Brawns Bauchgefühl sagt: Ferrari 2019 "stärker"

"Sebastian hat uns allen gezeigt, dass er WM-Titel gewinnen kann. Das Team befand sich im Vorjahr in einem Zustand der Unklarheit, aufgrund des Todes von Sergio [Marchionne] und der Spannung zwischen Maurizio und Mattia. Es lief nicht reibungslos. Das war also kein einfaches Umfeld. Trotz eines guten Autos muss wirklich zu jeder Zeit alles stimmen, wenn man Lewis Hamilton und Mercedes schlagen möchte", weiß der ehemalige Techniker.

Sein Bauchgefühl sage ihm dennoch, dass Ferrari in der Saison 2019 "stärker" sein werde. Als "besonders interessant" tituliert er die Rolle von Neuling Charles Leclerc. Brawn ist gespannt, wie Ferrari mit der neuen Situation umgehen werde - mit einem erfahrenen Altmeister und einem aufstrebenden Jungspund im Team. "Das wird eine Dynamik im Team entfalten. Aber es ist noch zu früh, um zu sagen, wie das ausgehen wird. Aber ... Sebastian ist mehr als fähig, den WM-Titel zu gewinnen. Und mit dieser neu gewonnenen Ruhe im Team und dem Auto, das gut aussieht, denke ich, hat er in diesem Jahr alle Chancen."

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