• 18. Dezember 2018 · 08:44 Uhr

Surer: Ferrari-Chefs haben "wenig Ahnung" vom Rennsport

Hat Sebastian Vettel 2018 auch wegen einer Schwäche in der Ferrari-Führung so viele Fehler gemacht? Wir gehen einem streitbaren Thema auf den Grund ...

(Motorsport-Total.com) - 2017, findet Formel-1-Experte Martin Brundle, hat Ferrari die WM verloren. 2018 eher Sebastian Vettel. Doch das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch bei der Scuderia im zurückliegenden Jahr nicht alles rund gelaufen ist. Und das lag, da sind sich die Experten weitgehend einig, auch an einer Führungsschwäche.

Maurizio Arrivabene und Louis Camilleri

Teamchef Maurizio Arrivabene mit Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri Zoom Download

"Wenn ganz oben Leute sind, die vom Rennsport wenig Ahnung haben - und da zähle ich Maurizio Arrivabene dazu -, gibt es keine klare Struktur", übt Marc Surer scharfe Kritik am Teamchef. Der Formel-1-Experte spricht über das Thema im zweiten Teil des Thesen-Specials, das am Mittwoch in voller Länge veröffentlicht wird und schon jetzt als Experten-Jahresrückblick im Podcast "Starting Grid" gehört werden kann.

"Arrivabene", sagt Surer, "ist ein Philip-Morris-Mann, und sein Chef Camilleri auch. Wir dürfen nicht vergessen: Die vielen Fehler, die Vettel gemacht hat, sind vielleicht auch passiert, weil das Team ihm nicht klar gesagt hat: 'Wir tun alles für dich, du bist die Nummer 1. Sag, was du willst, und wir machen es.' Das war nicht der Fall. Bei Hamilton aber schon."

Mitten in diese Kritik an Ferrari mischen sich hartnäckige Gerüchte, wonach Arrivabene bei Ferrari auf der Abschussliste steht. Bereits Ende 2017 kamen diese zum ersten Mal auf - und Medienkritiker behaupten zurecht, wenn man die Spekulationen nur lange genug weitertreibt, werden sie zwangsläufig irgendwann eintreten.

Aber dem Vernehmen nach steckt weit mehr dahinter als eine reine Journalistenfantasie. Wäre Sergio Marchionne noch am Leben, glaubt unser Vor-Ort-Reporter Dieter Rencken, würde Arrivabene 2019 nicht als Teamchef in die neue Saison gehen. Aber: "Es gibt jetzt so viele Entwicklungen bei Ferrari, dass sie stabil bleiben müssen."

Auch der in Belgien lebende Südafrikaner sieht bei Ferrari ein Führungsproblem: "Ich sehe Arrivabene nicht als Teamchef. Der Tod von Marchionne, der Wechsel von Camilleri, das hat alles eine Rolle gespielt. Intern gab es auch politischen Streit. Jeder meinte, Arrivabene fliegt raus und Binotto übernimmt. Ich glaube, es war eine schwierige Führungssituation, die Ferrari dieses Jahr hatte."

Den zweiten Teil des großen Thesen-Specials gibt's am Mittwoch bei uns nachzulesen. Oder schon jetzt im Podcast "Starting Grid" mit Moderator Kevin Scheuren, Experte Marc Surer, Reporter Dieter Rencken und Chefredakteur Christian Nimmervoll nachzuhören. Im Radioplayer auf Motorsport-Total.com, via iTunes-Abo, ideal für die nächste längere Autofahrt, oder direkt bei unserem Partner meinsportpodcast.de.

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