Kribbelt es doch? Nico Rosberg bei jedem Start auf "Adrenalin"

Welche körperlichen Symptome die Formel 1 bei Nico Rosberg nach wie vor auslöst, wann er seine Zukunftspläne bekanntgeben will und was ihm dabei wichtig ist

von Sven Haidinger · 29.05.2017 19:26

(Motorsport-Total.com) - Der amtierende Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg feierte in seiner Heimat Monaco sein Comeback in der Königsklasse des Motorsports - als Interviewer nach der Siegerehrung. Ganz ohne kribbeln, wieder selbst einzusteigen? "Es ist ganz witzig. Wenn die Rennen gestartet werden, da habe ich ein Adrenalin - und ich weiß gar nicht, warum. Mein Körper denkt offenbar immer noch, dass er im Rennauto ist", gibt der ehemalige Mercedes-Pilot zu, dass er beim Ausgehen der Ampellichter körperliche Symptome hat.

Interviewer mit Kribbeln? Nico Rosberg kommt nicht von der Formel 1 los

Und auch für "fünf Runden" würde er die neuen Autos gerne mal fahren: "Klar, das würde Spaß machen." An eine Rückkehr hinter das Steuer eines Rennautos denkt er aber laut eigenen Angaben nach wie vor nicht - nicht einmal für ein einziges Rennen, wie das Jenson Button in Monaco getan hat. "Ich bin komplett im Reinen, fühle mich toll, freue mich, hier zu sein - und aus", verweist er auf seinen Kurzauftritt im Fürstentum. "Dieses Kapitel ist für mich komplett geschlossen."

Zumindest als Fahrer, denn bei der Siegerehrung überzeugte der Wiesbadener als Interviewer. Wird man Rosberg nach den Rennen bald regelmäßig in dieser Funktion auf dem Siegerpodest sehen? "Mal sehen", will er die Karten über seine Zukunft noch nicht auf den Tisch legen. "In ein paar Monaten" wolle er damit an die Öffentlichkeit gehen. Und er wolle auch in seiner zweiten Karriere "so erfolgreich sein und wieder so viele Menschen erreichen, nur auf eine andere Weise".

Derzeit stehe aber das Thema Familie an erster Stelle, denn seine Frau Vivian erwartet nach Töchterchen Alaia gerade das zweite gemeinsame Kind. "Wir erleben gerade als Familie eine spezielle Zeit, und ich bin in der tollen Lage, meine Zukunft so gestalten kann, dass ich mehr Zeit für meine Familie habe", erklärt Rosberg gegenüber der 'BBC'. Und schmunzelt: "Wir sind bereits mit einem Kind am Limit. Ich habe also keine Ahnung, wie es mit zwei sein wird. Ich freue mich aber darauf. Abgesehen davon bin ich offen und gespannt, wohin es in Zukunft geht. Ich habe so viele Interessen."

Selbst ein Blick zurück auf sein Karriereende fällt Rosberg laut eigenen Angaben nicht schwer. "Ich freue mich, wenn ich zurückblicke." Vor allem erfüllt ihn der Blick zurück aber mit Stolz: "Ich bin stolz darauf, in der Formel-1-Geschichte meinen Abdruck hinterlassen zu haben. Und das in dem Sport, den ich seit dem Alter von vier Jahren leidenschaftlich verfolge. Jetzt bin ich Teil der Geschichte."

Nicht nur seine eigene Zukunft, sondern auch die der Formel 1 sieht Rosberg voller Optimismus: "Die Formel 1 befindet sich derzeit am Höhepunkt, auch wenn ich vor dieser Saison zuletzt vor zwölf Jahren im TV zugeschaut habe. Es ist wirklich spannend für einen Außenstehenden: Man weiß nie, wer gewinnen wird. Und dass Ferrari jetzt mitkämpft, macht es für alle Fans wirklich großartig - und da zähle ich mich jetzt auch dazu."