• 28. September 2016 · 06:32 Uhr

Drink mit Eddie Irvine: Bernie Ecclestone sollte zurücktreten

Folge 14 unserer Serie: Eddie Irvine kann sich vorstellen, dass Bernie Ecclestone einen Postzug überfallen hat, und findet, dass der Formel-1-Boss zurücktreten sollte

(Motorsport-Total.com) - Eddie Irvine findet, dass Bernie Ecclestone als Geschäftsführer des Grand-Prix-Sports zurücktreten sollte. Das erklärt der ehemalige Formel-1-Fahrer in Folge 14 unserer Interviewserie "Ein Drink mit Eddie Irvine", die nun sowohl in unserem Videobereich als auch bei YouTube verfügbar ist.

Eddie Irvine

Eddie Irvine findet, dass Bernie Ecclestone mit 85 zu alt geworden ist Zoom Download

Es sei "traurig", dass Ecclestone mit 85 immer noch der alleinige Herrscher über die Formel 1 ist, sagt der langjährige Ferrari-Teamkollege von Michael Schumacher, der 1999 beinahe Weltmeister geworden wäre. "Bernie ist ein lustiger Kerl und ein sehr guter Geschäftsmann. Aber er ist 85", meint er. Seiner Meinung nach wäre eine Beraterrolle die richtige Funktion für Ecclestone: "Vielleicht wäre er der richtige Kerl, den man behalten soll, um ihn dann und wann um Rat zu fragen."

Als die Folge aufgezeichnet wurde, stand noch nicht mit Sicherheit fest, dass Liberty Media Formel-1-Anteile übernehmen würde, wie das inzwischen geschehen ist. Heute wissen wir: Liberty ist da, Chasey Carey hat das Amt des Formel-1-Vorsitzenden von Peter Brabeck-Letmathe übernommen und Ecclestone bleibt operativer Geschäftsführer - zumindest vorerst, für einen Zeitraum von drei Jahren. Was danach kommt, ist (noch) unklar.

Irvine steht mit seiner kritischen Haltung Ecclestone gegenüber übrigens nicht alleine da. In einem gerade gestarteten Online-Voting auf unserem Portal geben bisher fast 60 Prozent der User an, dass der Formel-1-Geschäftsführer "am besten sofort" zurücktreten sollte. Knapp 30 Prozent können sich Ecclestone weiterhin an der Spitze vorstellen, aber nur noch für eine Übergangsphase. Nur gut zehn Prozent wünschen ihn sich "so lange wie möglich" als Chef der Königsklasse.

Der neue starke Mann, dem der Laden gehört (sehr vereinfacht ausgedrückt), ist John Malone. Irvine hat den amerikanischen Medientycoon nie persönlich kennengelernt, hält ihn aber für einen kompetenten Geschäftsmann: "John Malone ist ein sehr erfolgreicher Kerl. In den vergangenen paar Jahren hat er hier in Irland viele Immobilien zusammengekauft. Er weiß, was er tut." Und: "Die Formel 1 braucht definitiv etwas Neues."

Von Ecclestone sei Irvine ein paar Mal enttäuscht worden, näher ausführen möchte er diese Situationen aber nicht: "Hey, so ist Bernie halt." Allerdings kann sich der Ex-Rennfahrer gut vorstellen, dass eine alte Legende zumindest stimmen könnte, die man sich über den 85-jährigen Milliardär erzählt. Der soll nämlich 1963 am großen Postzugraub in Buckinghamshire mitgewirkt haben - auch wenn das in den vergangenen Jahren oftmals widerlegt wurde.

"Sicher" traue er Ecclestone das zu, lacht Irvine, denn: "Ich habe in der Gegend mit Autos gehandelt und kenne einige der Jungs, die früher mit Bernie gedealt haben, als er noch Gebrauchtwagenhändler war. Würde mich nicht überraschen." Für wahrscheinlicher hält er aber eine andere Erklärung dafür, warum sich die Legende seit Jahrzehnten so hartnäckig hält: "Vielleicht gefällt ihm die Idee, dass Menschen glauben, er war daran beteiligt..."

In unserem neuen Videoclip erinnert sich Irvine auch an eine handgreifliche Auseinandersetzung mit einem Streckenposten in Argentinien, nach der ihm Ecclestone ein T-Shirt für den "kämpfenden Iren" von der Boston University schenkte. Und auf die Frage, was das Netteste sei, was Ecclestone je für ihn oder jemanden, den er kennt, getan habe, antwortet Irvine nur nach langem Zögern: "Dass er mir das T-Shirt gegeben hat!"

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