• 18. Mai 2016 · 18:56 Uhr

Kwjat staunt über Perspektive: Toro Rosso stark gewachsen

Daniil Kwjat musste bei seiner Rückkehr zu Toro Rosso feststellen, dass die Italiener mächtig zugelegt haben: Russe in der zweiten Saisonhälfte viel stärker?

(Motorsport-Total.com) - Zurück in die Zukunft heißt es für Daniil Kwjat seit dem vergangenen Wochenende. Der Russe wurde von Red Bull zu Toro Rosso geschoben, um ihn aus der Schusslinie zu nehmen, damit er ohne größeren Druck arbeiten kann, heißt es. Damit kehrt der ehemalige GP3-Meister dorthin zurück, wo er seine Formel-1-Karriere einst begonnen hatte, bevor er als Nachfolger von Sebastian Vettel zu Red Bull wechselte.

Daniil Kwjat

Daniil Kwjat muss sich erst noch an den STR11 gewöhnen Zoom Download

1,5 Jahre später ist Kwjat nun wieder in Faenza angekommen, wo sich doch einiges verändert hat, wie er feststellen muss. Das Team ist nämlich in seiner Abwesenheit etwas gewachsen und hat sich breiter aufgestellt. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Verbindungen zu Red Bull werden immer kleiner. Verwendete man früher (vor Kwjats Zeit) sogar noch das alte Auto des Schwesterteams, so stimmt nun nicht einmal der Motor überein.

"Es gibt neue Richtungen, an denen gearbeitet wird", hat Kwjat feststellen müssen. "Alles ist gewachsen und auch das Auto ist viel detaillierter als zu meiner Zeit. Wir können sogar in Zukunft noch weiter expandieren, aber das muss Schritt für Schritt passieren. Man muss uns Zeit geben", sagt der Russe, der nach wie vor große Stücke auf die Italiener hält: "Ich habe immer gesagt, dass Toro Rosso ein großartiges Potenzial hat. Sie haben viele großartige Ingenieure", sagt er.

Starke Verbesserungen

Teamkollege Carlos Sainz konnte die Entwicklung aus erster Hand mitverfolgen, denn er wurde bei Toro Rosso 2015 quasi Nachfolger von Kwjat und hat während seiner Zeit große Sprünge erkannt: "Seit ich da bin versucht man Abtrieb an das Auto zu bekommen. Die Aero-Abteilung hat einen fantastischen Job gemacht", lobt er. "Das Team hat zudem enorm zugelegt, was Boxenstoppstrategien angeht."

Carlos Sainz

In Spanien konnte Carlos Sainz sein bestes Ergebnis einfahren Zoom Download

Die Verbesserungen bei den Jungbullen schlagen sich auch in den Ergebnissen nieder. Wurde in den beiden Vorjahren jeweils Platz sieben erreicht, so liegt man derzeit auf dem fünften Rang bei den Konstrukteuren und konnte zuletzt in Spanien sogar die erste schnellste Rennrunde der Teamgeschichte feiern. "Mit Sicherheit ist es ein besseres Team", lobt Sainz die Verbesserungen in den 1,5 Jahren.

Bis zu Red Bull ist es allerdings noch ein weiter Schritt. Das Schwesterteam ist Toro Rosso in vielen Dingen weit voraus, wie der Sieg von Max Verstappen beweist. Red Bull besitzt vor allem viel größere Ressourcen als das Nachwuchsteam und einen aktuellen Motor, auch wenn Kwjat das alte Ferrari-Aggregat loben muss: "Es fährt sich sehr angenehm und fühlt sich insgesamt besser an als der Renault."

STR11 noch nicht Kwjats Auto

Der Russe kennt die Unterschiede zwischen beiden Teams natürlich sehr genau, immerhin ist er der erste Pilot, der von Red Bull den Schritt zu Toro Rosso gegangen ist - sieht man einmal von Vitantonio Liuzzi ab, der 2005 vier Rennen für die großen Bullen bestreiten durfte, bevor er 2006 im Debütjahr von Toro Rosso dabei war. Doch was ist nun anders im Auto? "Der größte Unterschied ist eigentlich der generelle Ansatz", meint Kwjat.


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Ausführlich erläutern kann er das allerdings nicht: "Man möchte die gleichen Dinge auf unterschiedliche Weise erreichen", sieht er die Arbeitsweise etwas verändert. "Ein Ingenieur könnte das besser erklären. Zum Beispiel fährt man in Sektor 3 ein wenig anders, weil das Heck vielleicht etwas eher in die Kurve rumkommt, als man es vom anderen Auto gewöhnt ist. Man muss sich etwas anpassen."

Aktuell fühlt sich der STR11 noch nicht wie sein eigenes Auto an, wie Kwjat meint. Darum habe er in Barcelona auch noch nicht sein komplettes Potenzial zeigen können, auch wenn er in der zweiten Rennhälfte alles aus dem Auto quetschen konnte. "Es war wichtig, das Rennen zu beenden und das Auto zu verstehen. Die kommenden Rennen sollten besser werden. Im Moment fühlt sich das Auto noch nicht wie meines an, also muss ich geduldig sein", sagt er.

Starker Sprung in der zweiten Hälfte des Jahres?

Dabei hatte man Kwjat den Einstieg schon erleichtert. Der Russe kannte viele Leute noch aus seiner eigenen Zeit und bekam etwa seinen alten Performanceingenieur Pierre Hamlin als Renningenieur an die Seite gestellt. Dafür wurde dieser sogar von Teamkollege Sainz abgezogen. Ein Problem hat der Spanier damit aber nicht: "Er war wirklich gut, ich habe ihn sehr gemocht. Das ist ein Verlust, aber letztendlich werde ich nicht wegen meines Performanceingenieurs ein Rennen gewinnen oder verlieren", winkt Sainz ab.

Der Spanier, der von Red Bull bei der Beförderung übergangen wurde, rechnet ohnehin damit, dass sich Kwjat schon relativ schnell steigern wird können. Zum einen konnte er sich heute bei den Testfahrten in Barcelona auf das neue Auto einschießen, zum anderen benötige der Russe immer Anlauf: "Ich weiß, dass er am Ende der Saison immer stark ist - das war bei Toro Rosso und Red Bull so. Seine Stärke ist die zweite Saisonhälfte", weiß Sainz.


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Dass Teamkollege Max Verstappen und nicht er zu Red Bull beordert wurde, lässt ihn zwar nicht kalt, aber er kann es nachvollziehen: "Ich bin überzeugt, dass Red Bull von mir nur nicht gesehen hat, wie ich ein Wochenende zusammenbringe", erklärt er. "Sie wissen, wie schnell ich in der Qualifikation bin und dass ich gute Starts fahre. Es geht einfach darum, dass ich auch Ergebnisse liefere." In Barcelona ist ihm das mit Rang sechs gelungen, es war sein bestes Formel-1-Resultat.

Das gilt es nun in den kommenden Rennen zu retten, will man Platz fünf bei den Konstrukteuren behalten, doch das könnte schwierig werden, denn Haas und Force India seien in Barcelona schon näher dran gewesen als erhofft. "Wir hätten ein wenig schneller als sie sein sollen", sagt Sainz und sieht Probleme kommen. "Es wird eine echte Herausforderung auf Strecken, die uns nicht liegen." Mit Kanada steht schon bald eine davon an.

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