• 29. November 2013 · 16:46 Uhr

Formel 1 denkt über zwei Pflichtboxenstopps nach

2014 könnten die Formel-1-Fahrer ähnlich wie ihre Kollegen in der DTM zu zwei Boxenstopps gezwungen werden - Pirelli soll mehr Testgelegenheiten bekommen

(Motorsport-Total.com) - De facto gibt es in der Formel 1 schon heute einen Pflichtboxenstopp, denn jeder Fahrer muss in jedem Rennen zumindest eine Runde mit Prime- und Option-Reifen von Pirelli absolvieren. Die einzige Ausnahme sind Regenrennen, in denen diese Regel nicht gilt. Doch 2014 könnten laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' auch echte Pflichtboxenstopps eingeführt werden.

Sebastian Vettel

Mindestens zweimal sollen die Fahrer künftig an der Box ihre Reifen wechseln Zoom Download

Und zwar gleich zwei: Weil sich Pirelli nach der teils harschen Kritik an den Reifen in dieser Saison stringentere Einsatzvorschriften für das "schwarze Gold" wünscht, soll den Entscheidungsgremien der Formel 1 im Dezember ein konkreter Vorschlag unterbreitet werden. Dieser sieht vor, dass der Prime-Reifen für maximal die Hälfte der Renndistanz verwendet werden darf, der weichere Option-Reifen für maximal 30 Prozent.

Das bedeutet, dass mindestens zwei Boxenstopps notwendig wären, um eine Renndistanz zu schaffen. Woher die Motivation für so eine Regeländerung kommt, ist klar: Durch die Turbomotoren wird 2014 wesentlich mehr Drehmoment an der Hinterachse erwartet, sodass speziell die Hinterreifen höheren Belastungen ausgesetzt werden. Der neue Regelvorschlag (noch nicht abgesegnet) zielt darauf ab, die Sicherheitsrisiken trotzdem in Grenzen zu halten.


Fotostrecke: F1 Backstage: Sao Paulo

Außerdem wurde Pirelli in den bisherigen Sitzungen der Teams zugestanden, dass die Reifensätze nicht mehr homogen sein müssen. Sprich: Vorne könnten künftig andere Gummimischungen zum Einsatz kommen als hinten. Das war bisher nicht erlaubt. Auch dieser Vorschlag muss aber noch durch die komplizierten Mühlen von Strategiegruppe, Formel-1-Kommission und FIA-Motorsport-Weltrat wandern.

Abschließend sollen Pirelli auch mehr Testmöglichkeiten eingeräumt werden. Zur Diskussion steht beispielsweise, einen der acht Testtage während der Saison ausschließlich für Reifentests zu verwenden. Außerdem könnte einer der Testtage vor Saisonbeginn im Winter auf einer künstlich bewässerten Strecke stattfinden, damit Regenreifen ausprobiert werden können. Die Kosten für die Bewässerung müsste Pirelli aber selbst tragen.

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