• 19. Dezember 2012 · 15:27 Uhr

Boullier stellt klar: Grosjeans Einsicht gab den Ausschlag

Lotus-Teamchef Eric Boullier führt das Festhalten an Romain Grosjean vor allem auf dessen persönliche Einstellung zurück: "Uns wurde klar, worum es ihm geht"

(Motorsport-Total.com) - Trotz einer alles andere als reibungslos verlaufenen Saison 2012 sitzt Romain Grosjean bei Lotus für ein weiteres Jahr fest im Sattel. Am Montag wurde der neue Deal offiziell verkündet, de facto einigte man sich aber bereits im Vorfeld von Grosjeans Race-of-Champions-Sieg, wie der alte und neue Teamkollege von Kimi Räikkönen durchblicken lässt.

Eric Boullier (Lotus-Teamchef), Romain Grosjean

Alles im Lot: Eric Boullier und Romain Grosjean halten weiter zusammen Zoom Download

Den Ausschlag für die Vertragsverlängerung gab nicht zuletzt Grosjeans Einsicht, es nach seiner von zahlreichen Kollisionen geprägten Debütsaison ab sofort besser machen zu wollen und verstärkt die Seite zur Geltung zu bringen, mit der im abgelaufenen Rennjahr dreimal auf das Podest fuhr. "Er gab uns klar zu verstehen, dass er einen guten Job abliefern möchte. Ab diesem Zeitpunkt war es klar", sagt Lotus-Teamchef Eric Boullier im Gespräch mit 'Autosport' und versichert, dass es "zweifellos anders gewesen wäre", wenn Grosjean in eingängigen Gesprächen nicht bereit gewesen wäre, seine Fahrweise zu überdenken.

Teamintern war zwischenzeitlich längst nicht alles klar, wenn es darum ging, Grosjean ein weiteres Jahr zu behalten. Während der 26-jährige Franzose Teamchef Boullier stets im Rücken wusste, äußerte sich Teambesitzer Gerard Lopez wiederholt skeptisch. Wie Boullier nun offenbart, erhielt er im Anschluss an das Saisonfinale in Brasilien vom Luxemburger die Erlaubnis, nach einem möglichen neuen Teamkollegen für Ex-Weltmeister Räikkönen Ausschau zu halten.

Grosjean teamintern nicht unumstritten

Der bei Sauber vor die Tür gesetzte Kamui Kobayashi galt als heißester Kandidat für die Grosjean-Nachfolge. "Vom Vorstand wurde die klare Strategie vorgegeben, mit zwei schnellen Fahrern anzutreten, um dem Anspruch eines Topteams gerecht zu werden. Ziel muss es sein, unter die besten Drei zu fahren und Siege anzupeilen", gibt Boullier die Lotus-internen Vorgaben wieder und gesteht in Bezug auf seinen Schützling: "Was Romain betrifft, gab es beim Betrachten aller Aspekte seiner Saison positive Anzeichen, aber auch Vorbehalte."

"Für Gerard Lopez war es wichtig zu verstehen, warum die erhofften Ergebnisse nicht immer erreicht wurden", setzt Boullier fort und verweist als Grund für das Festhalten an Grosjean auf die zurückgegangene Fehlerquote nach dessen Zwangspause beim Grand Prix von Italien: "Es war offensichtlich, dass er nach der Entscheidung, ihn für ein Rennen zu sperren, etwas ins Hintertreffen geriet. Anschließend machte er jedoch mehr als nur einmal deutlich, wie gut er ist. Wir glauben an ihn."

So stellte Grosjean selbst vor allem den Grand Prix von Indien als eines seiner persönlich besten Rennen in der Saison 2012 heraus. Für die neue Saison hat sich der Franzose keine konkreten Ziele in Form von Platzierungen gesetzt, sondern will stattdessen befreit und vor allem fehlerfrei auftreten.

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